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Geschrieben von Buzi am 05.11.2015 um 07:37:

  Bedampftes heu im Winter

Mein Samson bekommt ja wegen lungenproblemen, schon lange Zeit bedampftes heu.
Früher hat er im winter dann immer heulage bekommen. Die verträgt er aber sowieso nicht besonders.

Jetzt wird es beim Heu bleiben.
Ich frage mich nur ob irgendwas negatives damit passiert wenn es friert so wie beim gras.
Er hatte gestern etwas durchfall der letzte ballen heut hat mir aber auch nicht so gut gefallen.
groß die Wahl habe ich eh nicht nur so Interesse halber. Werde jetzt wieder etwas heukops zufüttern das tut ihm immer ganz gut für die Verdauung.

Vorteil gegen früher ist das nur das netz für morgens schon abends gemacht wird. Denn das funktioniert morgens nicht denn dann würde es zu lange dauern und herr Pony wird dann ungehalten.

Die Netze für mittags und abends werden aber am selben tag bedampft.
Also hat sich die Situation von der Hygiene schon merklich gebessert fürher war die lagerzeit höher



Geschrieben von Wisy am 05.11.2015 um 08:38:

 

Diesen Artikel hatte ich schon mal verlinkt...ja, es passiert ne Menge mit bedampftem Heu.

Und wenn es friert, frisst das Pferd quasi Eiskristalle mit, ich könnte mir vorstellen, dass das in Menge nicht gut sein kann?



Geschrieben von Vaki am 05.11.2015 um 08:50:

 

Wisy, woran liest du das denn ab? In dem Artikel steht doch lediglich, dass bedampfen die Bakterienzahl erheblich senkt. Über Vorgänge bei längerer Lagerung mit und ohne Frost steht da nichts?!



Geschrieben von Wisy am 05.11.2015 um 09:14:

 

Vaki, was genau meinst du jetzt?

Zitat aus dem Ergebnis der birischen Studie :

Zitat:
Die wesentlichen Ergebnisse: Durch Einweichen – bzw. durch Bedampfen gefolgt von Einweichen – konnten die wasserlöslichen Kohlehydrate z. T. deutlich gesenkt werden – doch die Verluste waren höchst unterschiedlich und reichten von 0 bis zu 53 %. Durch das Einweichen hat sich aber – im Vergleich mit dem trockenen, unbehandelten Heu – die Keimbelastung durchwegs erhöht, die hygienische Qualität verschlechterte sich. Ein effektiver Weg, die Belastung durch Keime und Bakterien zu reduzieren, ist das Bedampfen – aber nur, wenn das Heu nicht anschließend auch noch eingeweicht wird (was wiederum einen Anstieg der Bakterienzahl verursacht).


Wenn das bedampfte Heu noch 12 Stunden in der Tonne bleibt (und das muss es ja, damit es nicht wieder trocknet) dann ist das Einweichen, und genau das erhöht die Bakterienanzahl.

bei der schwedischen Studie ähnliches :

Zitat:
Das Einweichen führte zu einer höheren Anzahl von Hefepilzen, Enterobakterien sowie Milchsäurebakterien und zu einer geringeren Anzahl von Schimmelpilzen. Die Schimmelpilz-Anzahl in Heu ist zwar nach dem Einweichen zurückgegangen – nämlich von 4,5 auf 3,6 KBE (KBE = Koloniebildende Einheiten) – doch eingeweichtes Heu hatte im Vergleich immer noch mehr Schimmelpilze als Silage oder Heulage vor dem Einweichen.


Dem entnehme ich, dass bedampftes Heu, wenn es gleich nach dem Bedampfen verfüttert wird, weniger Pilze nd weniger Bakterien enthält, wenn es aber noch einweicht hinterher, dann erhöht sich die Anzahl der Bakterien und Pilze.

Wichtiger für Buzis Problem kann hier noch die Frage sein, wie lange das Heu abgelagert ist, denn das scheint ja auch einen eklatanten Unterschied zu machen?

Wenn das heu im vorigen Stall länger abgelagert war als das jetzige, könnte das schon den entscheidenden Unterschied ausmachen.



Geschrieben von Vaki am 05.11.2015 um 09:31:

 

Aber in einem Bedampfer liegt es doch nicht im Wasser. Und da die Bakterienbelastung ja vorher stark zurück gedrängt wurde, denke ich nicht, dass man das 1:1 übertragen kann. Im eingeweichten Heu sind es ja quasi die original-Bakterien, die sich dann munter weiter vermehren. Ich finde, eine abgesicherte Aussage, was mit Heu nach der Bedampfung passiert, kann man aus dieser Studie nicht ziehen.

Buzi, kann man nicht mit einer zeitschalt-Uhr arbeiten? Abends das Netz rein, Zeitschalt-Uhr auf fünf Uhr morgens gestellt, dann ist das Heu zum füttern fertig.



Geschrieben von Lexi am 05.11.2015 um 09:43:

 

Hm, Ingolf Bender empfiehlt, bedampftes (und getauchtes) Heu alsbald zu verfüttern (Artikel im TöltKnoten) --da wäre eine Zeitschaltuhr echt das Mittel der Wahl.

Ich frage mich nur, ob es gut ist, wenn das unbedampfte Heu in der (vermutlich immer feuchten) Tonne liegt und auf das Bedampfen wartet?



Geschrieben von Buzi am 05.11.2015 um 10:18:

 

@Lexi
Du hast den nagel auf den kopf getroffen damit bin ich eben nicht so glücklich wenn das dann so drinnen liegt.
Obwohl das mit der Zeitschaltuhr vielleicht eine Option wäre.

Ansonsten bleibt das Heu nach dem bedampfen nicht in der Tonne es wird rausgenommen und aufgehängt. Natürlich trocknet es da wieder etwas ab aber das macht nichts der für Samson gefährliche staub ist einmal gebunden und das staubt dann auch nicht wieder denn so trocken wird es nicht mehr aber in der tonne beim kondenzwasser mag ich es eben nicht lassen.

Ich muss mich mal umschauen ob ich eine brauchbare zeitschaltuhr finde die Steckdose ist da auch ein bisschen blöd da kommt man nicht gut ran.

Ich werde die sb befragen ob sie das gut findet

Danke aufjedenfall für die rege Beteiligung.

Für mich kommt es vorallem drauf an ob denn nun was mit dem heu passiert wenn so von der Struktur und der Zusammensetzung wenn es gefriert.

Dasha meinte von den Bakterien muss ich mir nichts denke die meisten sind recht kälteempfindlich da müsste das eher zurück gehen pilzbelastung wird sich eher nicht so ändern.

Dein Ansatz wisy mit dem kalten heu hat auch was denn das ist natürlich war.
Ich denke aber mit der Mülltonne bin ich ansonsten ganz gut bedient sehr robust und aus pe was noch einen ticken besser ist als PVC



Geschrieben von hochelfe am 05.11.2015 um 11:05:

 

hm, aber in Wisys Artikel steht ja auch z.B., dass recht gute Ergebnisse bei raus kamen, wenn man es erst 9 Stunden einweicht und dann 40min bedampft.
so steht es drin:
"Als effektivsten Weg, sowohl den Gehalt an wasserlöslichen Kohlehydraten, als auch die Keimbelastung zu reduzieren, ermittelten die Forscher das 9-stündige Einweichen des Heus mit anschließendem 40-minütigem Bedampfen."

da würde ich vielleicht auch eine Zeitschaltuhr empfehlen.
Meine Freundin bereitet das auch immer in ihrem Haygain Abends vor.
(und ich werde das auch so machen, wenn ich denn im Dezember mein Gerät bekomme....)



Geschrieben von Pika am 05.11.2015 um 14:44:

 

Die Eiskristalle, die das Pferd im Maul durch das gefrorene Heu hat, werden bestimmt durch das Kauen schmelzen und landen nicht im Pferdemagen.

Das kann ich mir nie und nimmer vorstellen. Es gibt genügend Pferde, die verbringen auch den Winter auf der Weide und das Gras ist sicherlich wesentlich gefrosteter als bedampftes Heu.

Darum würde ich mir überhaupt keine Sorgen machen.
Woran zu denken ist, wäre der Standort.
Wenn das Gerät zu kalt steht; sprich es hat minusgrade und der Wassertank über Nacht friert, funktioniert die Sache nicht.

Gruß Pika



Geschrieben von Wisy am 05.11.2015 um 14:50:

 

huh...ich hätte ein echtes Kopfproblem, ein Gerät, welches 2000W hat, mit einer Zeitschaltuhr (unbedingt drauf achten beim Kauf, dass die Steckdose der Zeitschaltuhr für so große Leistung ausgelegt ist!!!) im Stall mit (noch) trockenem Heu drin ohne Menschenüberwachung schalten zu lassen...es kann immer mal was sein, loses Kabel, Überspannung, wasweißich, dann ein Funke, es fängt an zu schmurgeln und der Stall brennt geschockt .

Ich weiß, das klingt fatalistisch, ist aber bei mir eine Berufskrankheit, weil ich täglich Stromversorgungen verkaufe.

Ihr glaubt ja gar nicht, was da für Pfusch in angeblich geprüften Geräten verbaut ist manchmal... Teufel

Buzi, das Bedampfen an sich verändert das Heu ja bereits in seiner Struktur (aufknacken von Zellmenbranen durch Hitze), das müsste sich durch Frost noch weiter verändern, nehme ich an, weiß ich aber auch nicht genau. Ich gucke heute abend mal auf meinem Privatrechner, da habe ich etliche Dateien über Heu, vielleicht finde ich da brauchbare Infos smile

edit : Pika, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt Augenzwinkern , nein Eiskristalle kommen im Magen ganz sicher nicht mehr an, sondern durch die Eiskristalle veränderte Futterstrukturen (siehe oben)



Geschrieben von Buzi am 05.11.2015 um 15:57:

 

@Wisy
Das ist eben für mich die Frage wieviel tut sich da im Heu ansich.
Ich denke meine Tonne schafft die 100 grad eher nicht im inneren der netze ich als Labor tante vermute irgendwas zwischen 50 und 70 grad ich kann es nämlich noch gut angreifen. Otto normalo schreit aua.
Das wäre für mich eben so interessant was passiert beim gefrieren mit dem nassen heu. Ich konnte dazu aber nichts brauchbares finden im netz.

Mit der Lagerung über Nacht muss ich wohl leben .

Ich will eben auch nicht das was passiert.


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