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Geschrieben von Lena am 27.05.2016 um 11:14:
Mistplatz bauen
Nach Abwägen einiger Möglichkeiten plane ich einen Mistplatz zu bauen:
- 3 Seiten 1,5 m hoch gemauert
- Boden (5 m²) betoniert mit 1% Gefälle
Die genehmigte Bauvoranfrage liegt vor (der Bauantrag wird eingereicht, sobald der bauvorlageberechtigte Bauingenieur meines Vertrauens ausm Urlaub zurück ist).
In der Begründung stimmt die Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde meinem Vorhaben grundsätzlich zu, bittet aber um Beachtung folgendes:
Zitat: (...)Erfolgt die Mistlagerung auf einer landwirtschaftlichen Hofstelle ohne Überdachung, so ist sicherzustellen, dass die Jauche oder verunreinigtes Niederschlagswasser in einer flüssigkeitsdichten und ausreichend bemessenen abflusslosen Sammelgrube aufgefangen wird. (...)
Mir gehts nicht um die Entscheidung der Behörde. Mit der bin ich ohnehin in Kontakt, um zu klären, wie o. g. Zitat in der Realität zu verstehen & umzusetzen ist (meine Sachbearbeitung ist jedoch nur die Vertretung und muss sich laut ihrerselbst in die Thematik noch einarbeiten).
Interessehalber möchte ich von euch wissen , ob ihr eine Versicherungsgrube unter eurem Mistplatz habt oder ob euer Mistplatz überdacht ist? Hat jemand von euch ebenfalls einen Mistplatz gebaut und hat eine gänzliche andere (pfiffigere) Lösung gefunden, als Sickergrube unter bzw. Carport über den Mistplatz zu bauen?
Geschrieben von Lind am 27.05.2016 um 12:56:
Wir haben einen großen Tank unter der Miststelle. Das Jauchewasser läuft über ein kleines Abflussloch da rein. Wenns voll ist, pumpen wirs aus und nehmen es als Dünger.
Geschrieben von Lena am 30.05.2016 um 07:43:
@Lind: Wie ist bei euch denn der Boden des Mistplatzes? Scheinbar drückte ich mich in meiner Bauvoranfrage doof aus, denn die Sachbearbeitung glaubte, mein Gefälle ginge Richtung offener Seite. Ich will das Gefälle aber Richtung geschlossener, 3seitig gemauerter Wand bauen, damit Flüssigkeiten eben nicht austreten können.
Ich werde 2 (irgendwann 3) Islandpferde halten und nur deren Äppel kommen auf den Mist (kein Stroh, keine Futterreste). Saugen die den Niederschlag nicht auf? Es regent ja nicht ohn' Unterlass 365 Tage im Jahr...
Geschrieben von Svalin am 30.05.2016 um 09:30:
die Äppel saugen eher nichts auf, sondern geben was ab - schließlich sind sie ja nicht trocken, wenn sie auf deiner Mistplatte landen. Der Regen tut ein Übriges - es ist schon richtig: Gefälle zur geschlossenen Seite, drunter ein Auffangbehälter, den mal auspumpen kann.
Geschrieben von Lind am 30.05.2016 um 10:48:
Bei uns geht das Gefälle zur offenen Seite. Der Boden ist eine Betonplatte. In der Betonplatte ist quasi ein Graben mit Gefälle. Durch den Graben läuft das Wasser in den Auffangbehälter. Die Pferdeäpfel saugen nichts auf. Wenns richtig regnet, läuft über die Rinne schon Wasser ab.
Geschrieben von Velvakandi am 30.05.2016 um 11:43:
Ich fänd Gefälle nach vorn ud vorn dann einen Ablauf in einen Auffangbehälter auch viel logischer als Gefälle nach hinten. Hinten liegt ja der Mist auf deinem Abfluss, durch den das Wasser ablaufen soll, der verstopft doch so ganz schnell?
Geschrieben von Svalin am 30.05.2016 um 12:09:
Du musst ja nicht unbedingt bis auf die Abflussrinne (AKO-Rinne mit Abdeckung) auffüllen - man kann 50 cm vorher aufhören. Wenn dann ein paar einzelne Äppel draufkullern, ist das nicht schlimm.
Geschrieben von Lind am 30.05.2016 um 13:06:
Bei uns wär es mit Abfluss hinten nicht gegangen. Unsere Miste liegt an einem Hang. Wir kommen quasi von oben und kippen den Mist in die Mistgrube. Da kommt dann eiN Steg drauf, über den wir laufen können, bis wir vorne sind. So fällt auch nichts in die Ablaufrinne. Nur nach dem Mistausfahren muss sie gereinigt werden.
Geschrieben von Lena am 30.05.2016 um 13:18:
Okay, ich hatte eine grundsätzliche falsche Vorstellung. Ich dachte, ich mache das Gefälle nach hinten. Dort sammelt sich Flüssigkeit. Wenn der Regen aufhört, trocknet auch dieser Bereich wieder ab. Die Äppel beschleunigen das Trocknen noch etwas.
Euren Posts entnehme ich, dass die Sickergrube ebenso sinnvoll wie notwendig ist. Dann macht es aus meiner Sicht schon mehr Sinn, wenn ich das Gefälle an der offenen Seite installieren, damit die Äppel die Rinne nicht verstopft. Wird nur schwierig die Grube zu entleeren. Das Tankfahrzeug müsste über die Weide fahren, da unsere Hoffläche das vom Gewicht her nicht schafft.
@Lind: Habt ihr die Grube damals selbst gebaut / bauen lassen? Oder kann man so einen Tank auch kaufen, dass man nur noch ausschachten muss, Tank rein, Abflussrohr von der Platte zum Tank legen, fertig?
Wie tief muss der Tank?
Ist er tragfähig (dürfen zwei Ponys auf der Fläche stehen)?
Geschrieben von Wisy am 30.05.2016 um 13:32:
ich weiß nicht, in welchem Bundesland du bist? In S.-H. darf man auch eine sogenannte
"Staunase" anlegen, eventuell kommt das auch in Frage? Ist etwas weniger aufwendig, als einen tank einzugraben.
Geschrieben von Lena am 30.05.2016 um 13:49:
@Wisy: Bin aus Niedersachsen. Weiß ich nicht, ob das möglich wäre. Bauamt / Wasserbehörde schlagen nur Tank oder Abdeckung vor.
Geschrieben von Lind am 30.05.2016 um 14:02:
Unser Tank ist wohl tragfähig und recht tief vergraben. Ich weiß aber gar nicht so genau, ob der direkt unter der Miste oder unter dem Paddock ist. Im Paddock stehen auf jeden Fall die Ponys und in der Miste fahren wir mit dem Traktor rum. Neben der Miste gibts auf jeden Fall einen Schacht, aus dem man die Jauche abpumpen kann.
Das Abpumpen ist normalerweise kein Problem und ein Traktor kann ja auch über eine Wiese fahren. Ich würd dann halt das Abpumpen so einplanen, dass entweder grad gemäht oder abgeweidet ist.
Wir haben die Miste damals bauen lassen. Es wurde ein Loch für den Tank ausgebaggert und ein Stück für die Miste abgeschoben. Bei uns liegt ja tiefer, so dass wir ebenerdig hinfahren und nach unten abkippen. Das ist recht angenehm. Die Wände und der Boden wurden dann aus Beton in Schalungen gegossen.
Die Sache mit dem Austrocken wird nicht gut funktionieren, außer wir haben sehr trockene Jahre. Außerdem müsstest du dann ein ordentliches Gefälle haben, damit das Wasser auch wirklich hinten bleibt. Denk mal an einen Gewitterregen, wie viel Wasser da in kürzester Zeit kommt. Wir hatten gestern ein arges Gewitter mit etwa 20 l Niederschlag pro m2. Unsere Miste hat bestimmt 20 m2. Das sind 400 l. Die verdunsten nicht so schnell. Vor allem regnet es nun die nächsten Tage weiter. Ohne den Tank hätten wir da ein ekelige Brühe.
Geschrieben von Hoan am 30.05.2016 um 22:25:
@Lena: Gibt es bei euch in NS keine Berater der Landwirtschaftskammer für pferdehaltende Betriebe? Und irgendwo eine Baulehrschau für landwirtschaftliches Bauen? In SH gibt es das in Futterkamp an der Ostsee. Ein Gespräch mit den entsprechenden Fachleuten war wirklich hilfreich und ersparte uns teure Fehler.
Geschrieben von Lena am 31.05.2016 um 07:31:
@Lind: Ok, weiß ich erstmal Bescheid, dass es auf jeden Fall tragfähig ist.
Tja, ich grübele nun herum, wie ich das angehe. Ein befreundeter Nachbar (ebenfalls Pferdehalter) wird seinen Landwirt fragen, ob der meinen Mist auch abnehmen würde. Dann wäre mein Plan, den Mistplatz plus Tank genehmigen lassen (habe dann 3 Jahre Zeit für den Bau) und solange einen "Mistwagen" zu nutzen, den besagter Landwirt für sein Feld abholt. Aus Kostengründen kann ich den Bau derzeit nicht realisieren. Aber ich will auch keine Überdachung für den Mistplatz (wäre zudem ebenfalls genehmigungspflichtig) und schon gar nicht jahrzehntelang meinen Mist auf einen großen landwirtschaftlichen Anhänger wuchten...
Hoan: Die Idee, dass die Landwirtschaftskammer berät, kam mir nicht in den Sinn. Hab erstmal nichts Direktes gefunden. Die bieten zwar Beratung, aber eher in Sachen Hygiene, Gesundheit und Tierschutz. Denke, ich werde dort dennoch die Tage anrufen und mich schlau machen. Danke für den Tip.
Geschrieben von Marianna am 31.05.2016 um 20:24:
Wir hatten unsern Mist früher in einem alten Silo gelagert. Der Misthaufen war also unter Dach. Der Mist verrottete kaum weil er viel zu trocken hatte. Also da war null Sickerwasser. Als Dünger war er unbrauchbar. Dann haben wir eine Mistplatte betoniert und die Seiten mit Brettern ca. 1,50 m hoch eingefasst. Damit bei viel kein Sickerwasser entsteht wird der Mist bei viel Regen abgedeckt. Die Plane haben wir so angebracht, daß wir sie ohne Probleme aufrollen können. Auf dieser Mittplatte bleibt der Mist ca. 3 bis 4 Monate, danach wird er auf einem Stück Wiese kompostiert. Nach 1 bis 2 Jahren können wir den Kompost auf unseren Wiesen ausbringen. Diese Lösung ist vom Landwirtschaftsamt genehmigt. Unseren Komposthaufen haben wir auch genehmigen lassen. Wir sind allerdings in keinem Wasserschutzgebiet.
Geschrieben von Lena am 01.06.2016 um 07:50:
@Marianna: Vielen Dank für den Hinweis mit dem Silo. So was wurde mir gestern angeboten, aber ausm Bauchgefühl heraus habe ich das Angebot abgelehnt. Gut zu wissen, dass der Mist in Silos nicht als Dünger geeignet ist.
Das mit der Plane war ich auch schon am Überlegen. Der Mist würde bei uns 1 Jahr liegen und dann als Dünger genutzt werden. Einen Extraplatz, um den Mist länger zu kompostieren, haben wir leider nicht.
Als günstigste Variante stellt sich mittlerweile die Hänger-wöchentlich wegbringen-Variante dar. Haben einen geeigneten Autoanhänger, den wir eigentlich nicht mehr brauchen. Über eine Bohle bekämen wir den Mist auch ohne größere Anstrengung auf den Hänger. Jetzt muss ich nur noch einen Landwirt finden, der meinen Mist abnimmt (und hoffen, dass er das beständig die nächsten Jahre tut und nicht nach Wochen / Monaten doch nicht mehr will ...

)
Geschrieben von Baron am 01.06.2016 um 10:45:
nur eine Idee:
du müsstest deinen Mist nicht jahrzehntelang auf einen Anhänger "wuchten" wenn du für das Ding einen "Parkplatz" (statt des Mistplatzes) hast bei dem der Hänger etwas tiefer steht und du von hinten bequem über einen Steg drauffahren kannst.
Geschrieben von Lena am 01.06.2016 um 11:21:
Stimmt, @Baron. Aber auch die Variante "hoher Hänger + Rampe" empfinde ich als lästig, besonders bei Glatteis, Schneefall oder nach Starkregen. Hab das eine Weile mitmachen müssen und mir geschworen "nie wieder". Zumal ich einen Steg / eine Rampe ebenfalls bauen müsste und die sind hier (laut Bauamt) ebenfalls genehmigungspflichtig.
Geschrieben von Wisy am 01.06.2016 um 12:43:
Lena, schau auch nach Betreibern von Biogasanlagen als mögliche Abnehmer für den Mist.
Geschrieben von hochelfe am 01.06.2016 um 12:52:
Also bei uns nehmen die Biogasanlagen das nicht (Nähe hannover).
Ist dein Anhänger kippbar? Du musst den mist ja auch wieder runter kriegen!? Wenn der nicht kippbar ist, schaufelst du ewig... Und mit normalem Boden gammelt der ruckzuck durch. Oder hat er Metallboden? (Vor dem gleichen Problem stand ich vor 1 Jahr)
Such Dir auch gleich mehr als einen Bauern. Unserer ist auch ganz plötzlich abgesprungen, weil sein Feld zu nass war, sodass man nicht mehr drauf kam. Wir sammeln in einer kippbaren mulde, die hinter den trecker passt. Für 2 Isis reicht das 7-10tage.
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