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Geschrieben von Franz am 29.12.2008 um 14:53:

  Reitplatz- Roundpenboden

Hallo

ich suche Infos wie man (extrem!!) günstig einen Roundpen bzw. Reitplatzboden saniert bzw. anlegt.
Vielleicht gibt es ja doch noch einen "Geheimtip" den man noch nicht kennt

Solltet ihr hier im Forum schon mal darüber diskutiert haben, mal bitte nen Tip wo ichs finde



Geschrieben von Velvakandi am 29.12.2008 um 21:24:

 

Günstig? Hackschnitzel obendrauf kippen und jährlich erneuern. Dürfte auf eurem Sandboden sogar besser funktionieren als bei uns, wo die Hackschnitzel sich grad wieder fröhlich mit dem schlammigen Untergrund vermischen und aktuell gefroren sind, weil das Wasser nicht weg kann. Aber es ist die meiste Zeit des Jahres bereitbar. Gut ist allerdings anders Augen rollen



Geschrieben von rivera am 30.12.2008 um 09:36:

 

hackschnitzel für den reitplatz haben wir einmal gemacht, fazit: zu teuer.
einmal planieren plus material hat 3000 mark gekostet und nur einen winter gehalten. definitiv zuviel, wenn im schnitt vier leute den platz nutzen



Geschrieben von Velvakandi am 30.12.2008 um 20:43:

 

Das waren aber hightech-Schnitzel, oder? Die reinen Schnitzel sind hier definitiv ein Pfennigartikel, sonst würde meine SB die nicht bergeweise ankarren *g Transport, Planieren, alte Schnitzel entsorgen etc. macht er aber alles selbst.



Geschrieben von Skjona am 30.12.2008 um 21:37:

 

Hackschnitzel würde ich nur bei beschlagenen und nicht fühligen Pferden machen, da die Dinger schon ziemlich hart sind. ich musste mal ne Fahrprüfung mit nem unbeschlagenen Shetty auf Hackschnitzeln fahren...nicht nett, sag ich nurAugen rollen



Geschrieben von Safir am 30.12.2008 um 21:59:

 

Ich habe da ganz andere Erfahrungen mit Hackschnitzeln, wo ich reiten gelernt habe, hatten sie einen Platz mit Hackschnitzeln und alle waren nicht beschlagen und sie liefen da immer drauf. Es hat ihnen gar nichts ausgemacht un sie haben sich auch sehr wohl darauf gefühlt.



Geschrieben von Velvakandi am 30.12.2008 um 22:27:

 

Bei uns laufen auch alle problemlos auf Hackschnitzeln, vielleicht hängt das auch von der Holzsorte ab?



Geschrieben von Safir am 30.12.2008 um 23:58:

 

Das wäre für mich eine sinvolle erklärung, anders köntte ich mir dass nicht erklären. Soweit ich weiß waren dass Tannen-Hackschnitzel.



Geschrieben von rivera am 31.12.2008 um 10:53:

 

wir hatten nadelholz-hackschnitzel - wichtig, weil laubholz den boden sehr säuert, nadelholz kaum. der rindenanteil war sehr gering, dadurch sollten die schnitzel relativ lange halten. Augen rollen
laufen konnte alle super drauf, nicht zu tief eingesunken, schönes federn.
das preisgefälle ist ja auch bei heucobs ähnlich: hier teuer, bei tine günstig. also umziehen??



Geschrieben von Franz am 01.01.2009 um 18:04:

 

hackschnitzel hatten wir am anfang auch. das hat ganz gut geklappt - ca. 2 Jahre. jetzt ist der platz aber knöcheltief vermatscht (momentan zwar gefroren - aber das taut ja wieder) und ich denke, dass die hackschnitzel da recht schnell verschwunden sind. außerdem ist der platz 20 x 40 und allein der transport der hackschnitzel in den mengen wird sicher teuer. außerdem bin ich mir bei den paddocks nicht sicher, weil unsere "Allesfresser" damals bei jeder gelegenheit das zeug gefressen haben.
vielleicht ist es sinnvoller ein mal etwas mehr zu investieren, das dann auch länger hält.

gesundes jahr noch euch allen

kann mir vielleicht noch jemand sagen, wie ich meine bilder so klein bekomme um sie als avatar zu verwenden



Geschrieben von Fjödur am 01.01.2009 um 18:34:

 

hallo franz.,
schau mal in der fotobox unter wie bekomme ich fotos/bilder reigestellt Augenzwinkern



Geschrieben von Skjona am 01.01.2009 um 21:01:

 

Auf unserem Reitplatz haben wir Lehmsand. Der ist relativ fest, aber nicht zu hart und so gut wie immer trockenfröhlich



Geschrieben von HoneyRose am 06.01.2009 um 23:01:

 

In der Pferdebörse und in der Pegasus gab es vor nicht allzulanger Zeit Artikel zum Selbstanlegen von Reitplätzen, aber hat hier jemand direkt Erfahrung mit dem Aufbau eines Roundpen-Bodens? Unser Stallbetreiber ist nämlich einverstanden, daß wir bei ihm auf der Anlage einen Roundpen anlegen (wir denken an 50 Fuß im Durchmesser), nur müssen wir auch nach einer günstigen Lösung finden. Wir könnten dazu eine der Koppeln verwenden. Danke für Rat...



Geschrieben von rainer am 15.01.2009 um 12:17:

 

Hallo,
das mit dem extrem günstig ist so eine Sache...
Als wir vor ca. 12 Jahren unseren Allwetter-Reitplatz angelegt haben, wurde eine Schotterschicht eingebracht, planiert und gerüttelt. Darauf guter Flußsand in der Größe 0-4( also Maurersand). Es dauerte nicht lange, bis aus der Sandschicht "Steine wuchsen". Der ganze Schotter kam durch die Tretschicht und der Sand wurde in den Schotter eingeschwemmt und machte die Drainageschicht dicht. Folge: Wasserpfützen nach Regen. Also: der ganze Sand (100 Tonnen) raus, Schotter neu planiert etc. irgend ein Schlauer hat uns zu Hackschnitzeln geraten, weil diese nicht in den Schotter geschwemmt werden. Also: 60 Kubikmeter Hackschnitzel rein und verteilt. Die Pferde liebten es - allerdings nur für 1 Woche. (Man muß dazu sagen, unser Reitplatz dient auch teilweise als Auslauf). Die Hackschnitzel verkeilten sich in den Eisen, drückten auf den Strahl. Außerdem war der Platz extrem schlecht zu misten. Wir fuhren mehr Schnitzel als Mist raus. Mit den Hackschnitzeln deckten wir die nächsten 5 Jahre unsere Beete ab um das Unkraut fernzuhalten. Wir haben dann den Platz ein drittes Mal (endgültig) erneuert: Opitz Gummi-Reitplatzmatten, 1x2 m, 30 mm stark, darauf eine Tretschicht aus Flußsand. Das hielt letztlich 9 Jahre, bis wir Ende 2008 schließlich den Sand austauschen mußten. Flußsand enthält nämlich Kalkanteile, die sich beim Reiten zerreiben und fürchterlich (lungengängig!) stauben. Heute verwendet man für Reitplätze Quarzsand in 0,1 - 0,4 mm Körnung, mehrfach gewaschen, mit gerundetem Korn. Diese Tretschicht ist extrem schonend für die Hufe (wir haben überwiegend Barfußgänger). Wenn sich der Sand gesetzt hat, treten die Pferde maximal 2-3 cm in die Tretschicht ein, weil Sand und Schnitzel sich verkeilen und sehr gut tragen. Trotzdem ist die Tretschicht elastisch. Es gibt in Deutschland eine Reihe von Quarz-Sandgruben, die spezielle Reitplatzsande aufbereiten und anliefern (hier in Bayern z.B. Pleinfelder Quarzsand). Für den Außenbereich würde ich trotzdem eine Mischung aus Quarzsand und ca. 40% Hackschnitzeln (grobe!) aus Kiefernholz (unbedingt!) empfehlen. Diese Mischung ist äußerst wasserdurchlässig, verschlämmt nicht, verdichtet gut und ist elastisch. Die Pferde haben richtig Grip und laufen ganz anders. Während enge Galoppzirkel auf normalem Sand of Probleme machen, weil die Pferde unsicher sind und sehr vorsichtig gehen, ist das beim Reitplatzsand kein Problem. Als wir im Oktober die Tretschicht erneuert hatten, kannte ich meine Pferde kaum wieder! Mehr Schwung, mehr Spaß, bessere Leistung. Alles das sollte man berücksichtigen, bevor man eine Investition plant. Wer am falschen Fleck spart, muß oft ein Mehrfaches ausgeben.



Geschrieben von fjoerdis am 15.01.2009 um 12:45:

 

Vielleicht mal eine ganz andere Alternative?

http://www.swingground.de/index.php?id=44



Geschrieben von rainer am 15.01.2009 um 13:02:

 

Grundsätzlich Ja! Man sollte nur bedenken, daß solche Tretschichten nicht aus Dauerauslauf geeignet sind. Beim Misten karrt man jede Menge Material raus. Außerdem sollte man bedenken, daß die meisten textilen Tretschichten beim Entsorgen Sondermüll sind und enorme Kosten verursachen, da sie letztendlich verbrannt werden müssen. Guter Unterbau ist wichtig, damit sich die Tretschicht nicht mit dem Boden vermischen kann. Daher: Vom Hersteller eine Garantie für kostenlose Rücknahme der verbrauchten Tretschicht geben lassen.



Geschrieben von Safir am 15.01.2009 um 15:47:

 

Bei uns haben sie einfach Schotter auf die Erde getan und Sägmehl oben drauf. Nach 1 1/2 Jahren staubte es im Sommer fürchterlich. Wir mussten immer wässern, was aber nur 2-3 Tage hält. Das Sägmaehl war zu fast richtigem Staub zerlaufen, sodass wir im Sommer nicht in der Halle reiten konnten uns so aus Wiesen umsteigen mussten, was allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei war. Im Sommer 2007 stellten sie dann einen großen Wasserkanister hin vor den Stall um das Regenwasser auf zu fangen. Leider reichte dass nie für die ganze Halle, also stellten sie letzts jahr noch 3 weitere dazu. 4 Stück reichen für 2x Halle wässern, sodass wenn es zwei Wochen es nicht regnet man wieder keine Halle hatte.
Der Schotter kommt jetzt auch hoch und bleibt in den Hufen stecken oder die Pferde stolpern.
Ich bin nicht wirklich davon begeistert.
Sie schmeißen ab und zu mal wieder wenig neues Sägmehl drauf, was aber auch nicht mehr viel bringt.
Zur Zeit ist der Boden grad gefroren, bis auf den Hufschlag, dass man nicht galoppieren kann.

Das mit den Tretschichten sehe ich genau so.



Geschrieben von FraukeF am 15.01.2009 um 16:23:

 

Seitdem ich auf der ehemaligen Heres-Rosenberger-Anlage und im letzten Jahr als Einsteller in Kuchem Quarzsandplätze benutzt habe, kann ich nur bestätigen, dass es keine besseren Böden gibt. Sie bleiben auf der Oberfläche, wie Rainer schon sagte, elastisch und bilden eine gute Trittschicht.

Ausserdem haben sie das beste Waseraufnahmevermögen überhaupt. Bevor in Kuchem der Quarzsand eingebaut wurde haben die SBs wochenlange Versuchsreihen mit nahezu allen erhältlichen Reitplatzsandarten gefahren in puncto Druckverhalten und Wasseraufnahmefähigkeit. Der Quarzsand war mit Abstand der beste Boden und dadurch blieb der Aussenplatz auch im Winter bereitbar.

In der Halle war ein anderer mit Hackschnitzeln durchmischter Boden. Der hat sich derart schnell zertreten, dass er in relativ kurzen Intervallen erneuert werden musste. Das wurde im Endeffekt teurer. Daher haben die SBs letztes Jahr in der Halle auch Quarzsand eingebaut. Auf lange Sicht ist es einfach günstiger.



Geschrieben von Franz am 15.01.2009 um 20:29:

 

vielen dank - das war echt hilfreich. wenn wir an die planung gehen, komme ich sicher noch mal mit genaueren fragen auf dich zu.



Geschrieben von Encanto am 02.02.2017 um 20:04:

 

Hallo,

möchte das Thema nochmal hochholen, da wir auch gerade am Überlegen sind wie wir unseren kleinen Reitplatz kostengünstig allwettertauglich machen könnten.

Wir haben den Mutterboden abgeschoben bis wir auf eine steinige Schicht gestoßen sind und darauf haben wir dann Hackschnitzel (ca. 10 cm Höhe) verteilt. Das funktioniert leider nur wenn´s richtig trocken ist oder gefroren. Ansonsten ist er in den Kurven an der etwas tieferen (Gefälle) Seite sehr rutschig, da sich hier wieder etwas Schlamm gebildet hat und die Hackschnitzel sich dort reingetreten haben.
Wir haben nun überlegt auf dieser Seite Asphaltfräsgut zu verteilen und darüber wieder eine dickere Schicht Hackschnitzel. Weiß zufällig Jemand ob man ein Trennflies o.ä. verwenden sollte oder ob es auch so funktioniert, da das Asphaltfräsgut durch die Wärme im Sommer wieder etwas zusammenklebt?


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