DasGangPferdeForum (http://www.dasgangpferdeforum.de/index.php)
- Rund ums Gangpferd (http://www.dasgangpferdeforum.de/board.php?boardid=2)
-- Fütterung (http://www.dasgangpferdeforum.de/board.php?boardid=4)
--- Natürliches Mineralfutter vs. Synthetik (http://www.dasgangpferdeforum.de/thread.php?threadid=1719)
Geschrieben von Gateada am 19.05.2009 um 12:51:
Natürliches Mineralfutter vs. Synthetik
So, nun der neue Thread:
Wer füttert natürliches Mineralfutter,
was genau in welcher Kombi,
woher bezogen
und Preis?
Ich überlege gerade, mir bei Deganius.de eine Kombi zusammenzustellen, das Fellwechselpaket
(Zusammensetzung:
Goldrute geschnitten
Labkraut geschnitten
Brennesselkraut mit Wurzel, geschnitten
Löwenzahn mit Wurzel geschnitten
Bärlauch geschnitten
Brennesselblätter geschnitten.
+ Kieselgur) + Bierhefe für die B-Vitamine + kaltgepresstes Öl + Mädesüß in den Ekzemzeiten.
Kostenpunkt: für 2 Monate etwa 75 Euro!! Soll ich 2x pro Jahr kurweise geben. Und für die Dauerversorgung? Weiß ich noch nicht was ich mache.
Evt. im Winter wieder zurück zum bisherigen? da klappte es immer gut.
Mir wurde gesagt, dass ich trotzdem bis zu 30gr. von meinem bisherigen Mineral (Lexa Kräutermineral bzw. Eggersmann Bricks) zufüttern kann, ohne dass es zu sehr auf die Leber geht.
Geschrieben von Velvakandi am 19.05.2009 um 14:11:
Ich habe mich wie gesagt voriges Jahr entschieden mein bisheriges synthetisches MiFu (Lexa Basismineral im Winter und Lexa Weidebigs im Sommer) gegen natürliches zu tauschen. In erster Linie weil meine Pferde seit Jahren schlechte Leberwerte haben und Velvakandi teilweise auch schlechte Nierenwerte, er ist Ekzemer und scheint massiv über die Haut zu entgiften weil die eigentlichen Entgiftungsorgane nur suboptimal funktionieren.
Ich füttere jetzt
Micromineral von cdVet, ganzjährig. Ich hab die Sache mal durchgerechnet und komme genau 1 Cent pro Tag teurer als vorher mit dem Basismineral und das kann ich mir gerade noch leisten
Das Futter wird gut gefressen (war vorher nicht immer der Fall) und die Pferde sehen top aus. Werte im Blutbild verbessern sich langsam, mein Pony hatte letzten Herbst nach dem "großen" Fellwechsel erstmals seit vielen Jahren keinen Zinkmangel mehr.
Geschrieben von fjoerdis am 19.05.2009 um 14:33:
| Zitat: |
Original von Velvakandi
Ich füttere jetzt Micromineral von cdVet, ganzjährig. Ich hab die Sache mal durchgerechnet und komme genau 1 Cent pro Tag teurer als vorher mit dem Basismineral und das kann ich mir gerade noch leisten
|
Das enthält ziemlich viel Calcium. Bei älteren Pferden meines Wissens nach nicht so vorteilhaft?!?
Geschrieben von Gateada am 19.05.2009 um 15:19:
Vermutlich soll es mal wieder gegen zu viel Phosphor im Hafer ausgleichen? Blöd immer bei Pferden die kein Kraftfutter bekommen.
Wie viel brauchst du davon im Monat, bzw. wie lange hält eine Dose bei dir?
Das Problem mit den Leberwerten habe ich auch.
Geschrieben von Velvakandi am 19.05.2009 um 15:24:
Ich füttere 10g pro Tag, weil wir artenreiche und gesunde Weiden haben (Fütterungsempfehlung sind eigentlich 20g, aber in Rücksprache mit der Firma reichen bei uns 10g).
| Zitat: |
| Das enthält ziemlich viel Calcium. |
Die Theorie bezüglich der natürlichen MiFus ist wohl, dass überschüssiges einfach ausgeschieden wird. Obs so funktioniert kann ich als Laie nicht beurteilen, aber ich kann sagen dass meine Pferde keine auffällig hohen Calciumwerte haben und versteinert sind sie auch noch nicht
Geschrieben von Claudya am 19.05.2009 um 21:17:
Ja das mit den schlechten Leberwerten kennt meine PP-Stute nur zu gut. Letztes Jahr wurde das im Rahmen einer OP-Voruntersuchung festgestellt (als ob man nicht schon genug Sorgen hat). Da ich keinen genauen Grund für die schlechten Werte heraus finden konnte (hatte auch Jakobskreuzkraut im Verdacht), fände ich es natürlich sehr positiv, wenn das "natürliche" MiFu etwas Gutes für die Leber tun würde.
Jetzt aber trotzdem mal eine allgemeine Frage: kann man es einfach so erklären, dass das "natürliche" MiFu vom Pferd besser verwertet/aufgeschlossen werden kann und daher effektiver ist als das synthetische MiFu ? Ich habe nur Bedenken, dass es - wie leider einiges an Futter - nur mal wieder mehr kostet, aber eigentlich doch nicht so viel besser ist als das normale.
Wie macht ihr das dann mit der Fütterung ? Im Moment bekommt Raya nur ihr MiFu von St. Hippolyt (SemperMin), Rüben- und Rote Beete-Chips und ihre Schüssler Salze. Das meiste natürliche MiFu ist ja wohl Pulver oder direkt gehäckselte Kräuter. Wie bekomm ich das dann ins Pferd, ohne dass es das Pulver einfach wegatmet :o) Die Chips wollte ich ja nun auch nicht unbedingt ein Leben lang zufüttern...
LG
Claudy
Geschrieben von Velvakandi am 19.05.2009 um 22:01:
Bei mir gibts das Pulver aktuell mit einer kleinen Hand voll Heucobs. Miteinsteller füttern es mit Möhren und Äpfeln, aber grad Velvakandi macht damit nicht so ein Gematsche wie deren Pferde sondern kaut mit geschlossenem Maul, wie sich das gehört *g Da bleibt dann Pulver in Schüssel liegen. Meiner Mutter ihr Vinur matscht mehr rum und leckt das Pulver auch trocken aus der Schüssel, angeblich sind Robustrassen ja sehr instinktsicher und nehmen sich was sie brauchen. Daraus könnte man schlußfolgern dass Velvakandi es aktuell nicht braucht. Momentan ist er aber noch im Fellwechsel und die Kriebelmücken feiern jeden abend Parties auf der Weide, deshalb ist mir schon daran gelegen dass er optimal versorgt ist und ich hab keine Lust auf Eperiment, ob er es nach 4 Wochen MiFu Pause wieder fressen würde.
Mit Heucobs ist das Füttern kein Problem, wenn er Hafer pur nicht verweigern würde könnte ich wohl auch einfach eine Hand voll Hafer anfeuchten.
| Zitat: |
| kann man es einfach so erklären, dass das "natürliche" MiFu vom Pferd besser verwertet/aufgeschlossen werden kann und daher effektiver ist als das synthetische MiFu |
Das ist richtig, das natürliche MiFu ist höher bioverfügbar und kann vom Körper besser aufgenommen und verwertet werden.
Geschrieben von Claudya am 20.05.2009 um 12:00:
Vielen Dank Velvakandi !
Da ich ja nur einem Pferd MiFu gebe, würde mich jetzt natürlich auch interessieren, wie langen so ein 5kg Eimer vom Mindesthaltbarkeitsdatum hält. Könnte bestimmt knapp werden :o(
Danke !
Geschrieben von Velvakandi am 20.05.2009 um 21:04:
Hmm, ich glaub da ist gar keins drauf, müßte ich mal gucken. Aber ich kann mir nicht vorstellen was da verderben soll, ist doch trockenes Pulver.
Geschrieben von Raio am 21.05.2009 um 22:10:
Hallo,
die meisten Hersteller gehen davon aus, dass die Vitamine/Spurenelemente ca. 6 Monate halten und danach durch Oxidation und andere Prozesse nicht mehr 100%ig sind. Einige MiFu der teureren Art sind daher dragiert, um die Oxidation zu verhindern.
Gruß Beate
Geschrieben von Velvakandi am 21.05.2009 um 22:38:
Hmm, in dem MiFu ist zum Beispiel Algenkalk drin, ich glaube ja kaum dass der auf Bestellung "produziert" wird und dass man irgendwie überwachen kann wie alt das Zeug bei der Gewinnung bereits ist.
Geschrieben von Raio am 22.05.2009 um 09:05:
Hallo Velvakandi,
bei Kalk sehe ich da auch kein Problem.

Aber das MiFu wird ja nicht nur aus Kalk bestehen und auch organische Vitamine/Spurenelemente können oxidieren/altern.
Der Unterschied zwischen synthetischen und "natürlichen" MiFus besteht ja in der Zusammensetzung entweder aus synthetischen oder aus organischen Mineralverbindungen, wie sie auch in der Natur vorkommen. Die Theorie ist, das die organischen Verbindungen besser verstoffwechselt werden können, was mir durchaus einleuchtet.
Gruß Beate
Geschrieben von viertakt_sus am 22.05.2009 um 10:41:
RE: Natürliches Mineralfutter vs. Synthetik
mir sind getrocknete lose kräuter viel sympathischer als z.b. gepresste/erhitzte pellets -
ich bin zwar nicht die expertin auf dem gebiet, aber durch die großen mechanischen einflüsse (druck/hitze) kann ich mir vorstellen,
dass bestimmt einige der wertvollen vitamine und flavinoide kaputtgehen...
(außerdem sind die bestandteile, auf die man wert legt häufig unterdosiert - und auf füllstoffe wie melasse o.ä. kann ich verzichten)
ich füttere (nun fast ganzjährig

) sogenannte "hustenkräuter" zu,
die ich täglich frisch mit heißem wasser aufbrühe und dann über das getreide gebe
(im winter liebt meine stute es auch noch lauwarm

)
bei den losen kräutern gibt es aber auch wiederum große qualitätsunterschiede und ich bin dazu übergegangen, die kräuter in apothekerqualität zu bestellen -
kosten zwar mehr, man braucht aber auch wesentlich weniger - da ist bestimmt was dran, denn die gleiche kräuterzusammenstellung riecht viel intensiver und nicht so staubig...
... und ich fülle mir die jeweiligen teemischungen auch für mich zu hause ab
wen's interessiert: habe eine gute quelle mit sehr guter beratung entdeckt:
http://grapenthin.com/
Geschrieben von Velvakandi am 22.05.2009 um 14:19:
Hat deine Stute denn chronisch Husten oder warum fütterst du die ganzjährig zu? Wir haben ja auch den ein oder anderen COBler am Stall, aber die Besis füttern alle nur im Winter zu, wenn die Pferde im Stall sind nachts. Im Sommer stehen sie ja 24 Std. auf der Weide, da gehts den Hustern blendend.
Geschrieben von viertakt_sus am 22.05.2009 um 14:39:
| Zitat: |
Original von Velvakandi
Hat deine Stute denn chronisch Husten oder warum fütterst du die ganzjährig zu? Wir haben ja auch den ein oder anderen COBler am Stall, aber die Besis füttern alle nur im Winter zu, wenn die Pferde im Stall sind nachts. Im Sommer stehen sie ja 24 Std. auf der Weide, da gehts den Hustern blendend. |
nein, sie hat keinen chronischen husten (gottseidank!) das ist nur eine vorsichtsmaßnahme von mir zur stärkung der atemwege... sie steht in einem offentall....
aber hatte auch vor, die vorhandenen kräuter nun zuende zu füttern und erst wieder im herbst damit zu beginnen...
Geschrieben von Mellie am 25.05.2009 um 13:18:
Wir sind hier fündig geworden:
http://www.pernaturam.eu/index_pferd.php
Seit ca. einem Monat füttern wir individuell nach Pferd Kräuter bzw. Meeresalgengranulat zu - angefeuchtet über's Futter - die Pferde mögen es sehr und bisher scheint ihnen das auch wunderbar zu bekommen!
Ich beschäftige mich noch nicht sehr lange mit dem Thema und bin überrascht, wie viele hier doch schon in diesem Thema sind, prima!
Viele Grüße
Mellie
Geschrieben von Claudya am 26.05.2009 um 20:22:
So, hatte vor ein paar Tagen eine Mail an cdVet wegen Micromineral geschrieben, aber leider noch keine Antwort erhalten. Wenn ich eine Antwort bekomme, geb ich sie gerne weiter. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen auch.
Was mich jetzt aber noch so ganz nebenbei interessieren würde: Wie sehen das die anderen, die synthetisches MiFu oder vielleicht sogar gar keins füttern. Haltet ihr eine Umstellung auf "natürliches" MiFu für notwendig bzw. sinnvoll ?
Ich spiele nun wirklich mit dem Gedanken, umzustellen. Frage mich aber trotzdem, ob das Synthetische nicht vielleicht doch ausreicht. Immerhin werden so viele Pferde damit gefüttert und denen geht es auch gut. Ok, nur weil es die Masse macht, muss es nicht gut sein. Aber wer weiß :o)
Von den Kosten wäre das bei mir schon eine extreme Mehrbelastung. Mein jetziges MiFu kostet für 7,5 kg ca. € 17,00 (Fütterung 50g/Tag). Bei dem "natürlichen" MiFu hab ich mal geschaut: 5 kg für ca. € 70,00 (Fütterung 25g/Tag). Also preislich nicht ganz zu verachten. Mhhh, aber wenn es dem Hotti mit dem natürlichen MiFu besser geht, wäre es mir ja fast jeden Cent wert :o).
LG
Claudya
Geschrieben von Velvakandi am 26.05.2009 um 21:34:
Mailen hatte ich voriges Jahr auch schonmal erfolglos probiert beicd.Vet, ich hoffe der Kundenservice ist jetzt verbessert. Ansonsten ruf doch besser mal an, am besten bei einem Händler bei dir vor Ort, die haben auch umfassendes Wissen. Ich könnte dir auch die Nummer von meinem raussuchen, die sind sehr kompetent, aber in Sachsen. Liefern allerdings auch bw. verschicken per Post.
Meine "Preisstrategie": Ich kaufe das Micromineral auf einer Messe (Leipzig ist bei mir günstig) und dann fürs ganze Jahr. Einmal "autsch" im Portemonaie und gut. Auf der Messe gibts rund 10% Rabatt (den gibts auch bei Erstbestellung), wenn man etwas handelt oder guter Kunde ist sogar etwas mehr. Der erste 5kg Eimer kam für 60€ sogar frei Haus, weil kein 5er mehr am Stand war als ich kam und kaufen wollte. Dieses Jahr hab ich 10kg für 100€ gekauft, das geht durch drei Pferde und reicht ziemlich genau ein Jahr.
Denn ich füttere nur die halbe Menge. Nach Rücksprache mit der cdVet Vertretung auf der Messe haben wir das so angefangen und es scheint zu reichen. Die Pferde stehen extensiv in Weidehaltung den ganzen Sommer lang, die Weiden sind sehr naturnah und artenreich, das Heu kommt von genau den gleichen guten Wiesen. Die Nährstoffversorgung über das Grundfutter ist also nicht so schlecht. Sogar meinem Sommerekzemer reicht die halbe Menge, nur Mina hat jetzt in der Trächtigkeit etwas mehr bekommen (etwa 1,5fach).
Geschrieben von rivera am 26.05.2009 um 21:45:
ich füttere "normales" mineral, wieviel davon synthetisch ist, weiss ich nicht. auch dort werden ja durchaus natürliche produkte eingesetzt.
im blutbild meiner pferde hatte ich einen leichten zinkmangel, den ich eher auf zuviel kupfer in der ration als zu wenig zink schiebe.
ich habe keine mineralstoffanalyse meines grundfutters. ich dosiere jetzt etwas weniger mineral, mal sehen, was dann eine kontrolle ergibt. vorher habe ich eine zinkkur gemacht. ansonsten waren die werte gut, fell glänzt, pferde sind munter,...
ich gebe zusätzlich noch kieselgur, rein natürlich.
Geschrieben von Velvakandi am 26.05.2009 um 22:06:
"wieviel davon synthetisch ist, weiss ich nicht. auch dort werden ja durchaus natürliche produkte eingesetzt."
Alles was unter "Zusatzstoffe" auf der Packung steht ist synthetisch.
Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH