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Geschrieben von Schuengal am 11.10.2011 um 09:12:

  Gangpferde immer am Zügel?

Hallo,

ich habe mit einer Bekannten telefoniert die zwei Paso Peruano Mixe hat. Sie sagte zu mir das Gangpferde immer am Zügel geritten werden damit der Gang rausgeritten werden kann. Ist das wahr? Ich will ja weiter Western reiten und das am langen Zügel. Als ich zweimal MM geritten bin musste ich sie nicht am Zügel reiten. Bin beide am langen Zügel geritten. Wie ist das bei anderen Gangpferden?

Sorry, das ich so naive Fragen stelle, aber ich kenne mich mit Gangpferden null aus. unglücklich



Geschrieben von Smartie am 11.10.2011 um 09:32:

 

Es kommt scheinbar darauf an ...

auf das Pferde-Individuum (Temperament/ Gangveranlagung), die Ausbildung, ?? Schulter zucken

Meine TWH Stute wurde in den USA so angeritten:


Ich kenne einige "Western" gerittene TWHs und MM, die man mit gut mit losem Zügel im Gang reiten kann ...

Es mag sie auch geben, aber trotz hoher Isi-Dichte hier, sind mir z.B. "lose getöltete" Exemplare noch nicht aufgefallen. Kopfkratzen



Geschrieben von Sanni am 11.10.2011 um 09:42:

 

Eine spannende Frage, die ich mir auch gerade stelle.

Wenn ich hier in Deutschland mal gefragt habe, habe ich immer "leichte Anlehnung" als Antwort bekommen.

Ich weiß aber von sehr gut trainierten Pferden aus den USA, dass dort der Zügel auch schon mal recht locker ist, fast schon etwas durchhängt.

Lee Ziegler empfiehlt so viel Anlehnung, dass man das Gewicht einer kleinen Pflaume in der Hand hat.

Auf einem Kurs bei Lou Roper hat der mir auch leichte und lockere Anlehnung empfohlen.

LG
Sanni



Geschrieben von Topsy am 11.10.2011 um 09:49:

 

Ich würde auch sagen, dass das ganz vom Pferd abhängt.

Es gibt z.B. vorwärtsstürmende/ von sich aus gehende Pferde und Pferde, die man eher ständig treiben muss. Bei den erstgenannten ist zumindest anfangs eine Anlehnung sehr sinnvoll, damit sie nicht zu schnell gehen. Viele suchen auch bewusst die Anlehnung, weil ihnen das eine Art "Sicherheit" vermittelt.

Mein Pferd ist auch vom "schnelleren Typ". Ich reite deshalb anfangs von der Reitstunde immer mit Anlehnung, aber sobald sie von sich aus entspannt und ruhig ihren Walk geht, lass ich ihr komplett lange Zügel. Sobald sie irgendwelche "Faxen" machen will, wird wieder mit Anlehnung geritten, ganz einfach. Auf diese Art hat sie schnell gelernt, was von ihr verlangt wird und dass sie langen Zügel haben kann, wenn sie alles so macht, wie sie soll....

Bei den Isis und Racking Horses ist es wegen der dabei verlangten hohen Aufrichtung eher so, dass zumindest anfangs eine Anlehnung nötig ist, um sie in den Tölt zu kriegen. Gerade Pferde, die "eingetöltet" werden mussten, brauchen diese "Hilfe", um im Tölt zu bleiben bzw. zu wissen, dass jetzt getöltet werden muss.



Geschrieben von Gateada am 11.10.2011 um 11:49:

 

Also die Galactika von Mireille van Meer geht ihren Gang in jedem Tempo auch völlig ohne Zügel großes Grinsen . Fühlt sich sehr genial an.

Aber mal generell, gerade bei Pferden die am Anfang ihrer Ausbildung stehen, sei es in der Dressur, beim Gangpferd oder auch beim Westernpferd, versucht man zuerst eine leichte aber konstante Anlehnung herzustellen. Ziel ist es, dass das Pferd den Rücken aufwölbt und ein leichter Spannungsbogen entsteht. Die Hinterhand tritt sozusagen ans Gebiss. Mit zunehmender Kraft tragen sich die Pferde dann irgendwann selbst.
Das ist eigentlich in der Grundausbildung relativ ähnlich in allen Reitweisen die wir hier kennen.
Viele Tölter brauchen auch tatsächlich eine kleine Hilfe über die Anlehnung, um so ihre Aufrichtung zu erhalten. Das sollte aber auf keinen Fall auf ein "Festhalten" und von vorn nach hinten reiten ausarten, wie oft leider bei vielen Isis gesehen.
Meine Pasostute z.B. fühlt sich dadurch deutlich sicherer, ich habe es aber (bis vor unserem Sehnenschaden :evilsmile schon gehabt, dass ich zwischendurch die Zügel überstreichen konnte und der Takt für 1-2 Pferdelängen erhalten blieb.

Nur am langen Zügel auf der Vorhand laufen ist generell ja nicht so gesund für die Pferde. In Selbsthaltung reiten können ist ein langer Prozess.



Geschrieben von Silke am 11.10.2011 um 11:49:

 

Hallo!

Also ich durfte vor ein paar Tagen zwei TWH ausprobieren, und die habe ich beide mit langem Zügel geritten. Klar, zum Halten oder Stellen nimmt man die / den Zügel das ein oder andere Mal an, aber auf der Geraden und solange keine Tempiwechsel waren, sind die am langen Zügel im Walk gelaufen und galoppiert. (Waren beide aber auch gut ausgebildet, also keine Youngsters mehr)

Lg



Geschrieben von Sanni am 11.10.2011 um 12:04:

 

Zitat:
Original von Gateada

Aber mal generell, gerade bei Pferden die am Anfang ihrer Ausbildung stehen, sei es in der Dressur, beim Gangpferd oder auch beim Westernpferd, versucht man zuerst eine leichte aber konstante Anlehnung herzustellen. Ziel ist es, dass das Pferd den Rücken aufwölbt und ein leichter Spannungsbogen entsteht. Die Hinterhand tritt sozusagen ans Gebiss. Mit zunehmender Kraft tragen sich die Pferde dann irgendwann selbst.
Das ist eigentlich in der Grundausbildung relativ ähnlich in allen Reitweisen die wir hier kennen.
Viele Tölter brauchen auch tatsächlich eine kleine Hilfe über die Anlehnung, um so ihre Aufrichtung zu erhalten.





Sehr schön formuliert, Gateada! Und es soll ganz sicher auch kein Ziehen vorne und Stechen hinten sein, wie man es noch aus manchem "normalen" Unterricht kennt....



Geschrieben von Saryt am 10.02.2012 um 22:02:

 

Mein Fortrotterwallach wird am anfang mit leichter verbindung zum Maul eritten damit er besser in die Dehnungshaltung findet, will ich das er seine spezialgänge in aufrichtung geht besteht eine leicht zügelverbindung aber im allgemeinen bekommt er durchhängende Zügel da er sich auch ohne biegen, stellen, lenken und bremsen lässt >soll nicht heißen das eure pferde schlecht geritten sind oder so, meiner hatte in der Hinsicht einfach nur ein vielseitige ausbildung und kommt daher auch mit so ziemlich allem zurecht.



Geschrieben von Gosa am 11.02.2012 um 11:52:

 

Ich habe eine Isi-Stute. Ist sie nervös, hat sie die Körperspannung, die sie
braucht, um zu tölten. Selbst wenn ich entlastend sitze und die Zügel lang
mache töltet sie weiter.
Ist sie relaxt, muß ich die Spannung mit Sitz, Schenkel, Zügel herstellen,
damit sie mir nicht vom Tölt in den Trab fällt!
Viele Isländer (mit den anderen Gangpferderassen kenn ich mir null aus)
tölten auch freilaufend einwandfrei.
Hat nicht immer was mit den Züglen zu tun.

Gibt auch Isländer, die unter dem Reiter keinen Trab zeigen. Ich kann mir
vorstellen, daß die auch mit lockerem Zügel den Tölt anbieten.



Geschrieben von MANU am 11.02.2012 um 17:25:

 

Bei mir im Stall gibt es einen westerngerittenen Isi, der auch töltet. ;-)



Geschrieben von Rote-Zora am 11.02.2012 um 19:52:

 

Ich bin jetzt auch neugrig geworden! Hab heute eine Isi Stute ausprobieren dürfen und konnte sie auch tölten. Jedoch genau so wie es in meinen Augen nicht sein sollte, vorne zu und hinten treiben...

Sollte man daher tatsächlich nur Naturtöter tölten lassen?!

Zur Info: man sagte mir das die Stute vorher eine Dreigängerin war und "eingetöltet" werden musste. (was auch immer das heißen mag...!)
Kann man durch gutes Reiten und Gymnastik trotzdem irgendwann einmal mit langen Zügeln tölten?
Vielen Dank für Aufklärung!



Geschrieben von MANU am 11.02.2012 um 20:24:

 

Diese Isistute hat zuerst eine dreigängige Westernausbildung absolviert. Irgendwann zeigte sie mal Tölttritte bzw wurde diese immer mal bei ihr rausgekitzelt. Und ganz "nebenbei" macht sie auch noch eine Ausbildung zum Therapiepferd. cool



Geschrieben von Rote-Zora am 11.02.2012 um 20:28:

 

...und auch mit Kopf hoch reiß oder wie kamen die Tritte zu Stande?
Respekt für so ein tolles Pferdchen! Unbezahlbar, wünsche niemals endende schönste Stunden mit ihr...



Geschrieben von Vinja am 11.02.2012 um 21:24:

 

Na klar kann man viel durch eine fundierte Ausbildung erreichen. Ich habe einen Hengst erlebt der nicht einen Schritt Tölt gezeigt hat. Beim eintölten tat er sich sehr schwer und nach 4-6 Jahren wurde er zum T2 Tölter. großes Grinsen Geniales Pferd!



Geschrieben von rivera am 12.02.2012 um 21:44:

 

ein tölten nur mit kopf hoch und druck von hinten und vorne muss überhaupt nicht sein, bei keiner rasse.
leider wird es oft noch so praktiziert, weil man es so kennt. bei einem dreigänger mit wenig gangveranlagung ist die versuchung noch grösser, auf die schnelle so den tölt rauszubekommen, ein dreigänger ist nämlich zb deutlich weniger wert. Augen rollen
biomechanisch korrekt, sauber und locker zu tölten kann nämlich für das eine oder andere pferd ein sehr langer weg sein, den man aber mit der obigen abkürzung absolut versaut, da das pferd auf eine falsche haltung (innerlich und äusserlich) geprägt wird.



Geschrieben von Troti am 19.02.2012 um 11:29:

 

Dem stimme ich zu.
Ich bin der Meinung, dass man nur Pferde tölten sollte, die dafür auch genug Veranlagung mitbringen - egal welche Rasse. Wenn der Tölt nur über Zwang und durch "vorn festhalten und dazu hinten quetschen" herbeigeführt werden muss, kann mans auch gleich lassen. Das ist für mich kein Reiten.

Tölten sollte nichts damit zu tun haben, wieviel Zügel ich einsetzen muss. Die Zügelführung hängt von der Art der Ausbildung / Reitweise ab, nicht von dem Gang, den man gerade reitet. Und wenn der Tölt so nicht möglich ist, muss ich überlegen: liegts an mangelnder Veranlagung (dann wird halt nicht getöltet), oder kann ich über korrekte weitere Ausbildung mehr Hinterhandkontrolle erreichen, und dann mehr Kraft aufbauen, sodass irgendwann die ersten Töltschritte möglich sind, auf denen ich aufbauen kann?



Geschrieben von Good Fellow am 19.02.2012 um 12:49:

  Gangpferde am losen Zügel

Wir bilden alle unsere Tennessee Walker in der Westernreitweise aus. Einer der Gründe uns für die Westernreitweise und die Westernausbildung bei unseren TWH´s zu entscheiden war und ist die starke Nickbewegung von Hals und Kopf im Walk (Diese Bewegung beginnt ja bekanntlich in der Hinterhand und setzt sich über den Rücken und Schulter bis in den Hals und Kopf fort, vorausgesetzt sie wurde nicht künstlich antrainiert). Wir sind der Meinung, daß es fast nicht möglich ist ( bzw nur sehr guten Reitern) bei dieser starken Nickbewegung mit einer gleichbleibenden weichen steten Anlehnung im Maul zu Reiten.
Unsere Pferde werden alle (ihrem Ausbildungsstand entsprechend) am losen Zügel geritten. In der Ausbildung arbeiten wir z.B. auch darauf hin die Tempoverringerung durch Druckerhöhung im Steigbügel oder den Stop durch anheben des Zügels (nicht durch Zügelzug) zu erreichen.
Wir haben keine Probleme mit dem Gang (Flat und Runningwalk), der Walk ist um so besser je lockerer, durchlässiger und feiner die Pferde geritten sind.
www.twh-abele.de



Geschrieben von Mior1 am 20.02.2012 um 08:26:

 

Zitat:
Original von Rote-Zora
Ich bin jetzt auch neugrig geworden! Hab heute eine Isi Stute ausprobieren dürfen und konnte sie auch tölten. Jedoch genau so wie es in meinen Augen nicht sein sollte, vorne zu und hinten treiben...

Sollte man daher tatsächlich nur Naturtöter tölten lassen?!

Zur Info: man sagte mir das die Stute vorher eine Dreigängerin war und "eingetöltet" werden musste. (was auch immer das heißen mag...!)
Kann man durch gutes Reiten und Gymnastik trotzdem irgendwann einmal mit langen Zügeln tölten?
Vielen Dank für Aufklärung!


ja kann man, wenn das Eintölten natürlich erstmal so "versaut" wurde ist es schwerer leichter ist es, solche Pferde mit viel Zeit und Geduld auszubilden und die Kraft durch gute Gymnastizierung zum Tölten zu nutzen, dann gehts auch am langen Zügel - es dauert zwar viel länger bis das Pferde dann töltet, dafür töltet es dann aber richtig schön und leicht und weich


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