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Geschrieben von Aurea am 23.10.2011 um 17:52:

  Eure Meinung: Einsteller pachtet Weide - okay?

Weil derzeit viel Unruhe an unserem kleinen Privatstall herrscht (mit der ich aber gott-sei dank nichts zu tun habe und mich da auch raushalten will), möchte ich mal fragen, was ihr dazu sagt, wenn eure Einsteller selbst Weiden pachten?

Der Anlass für die Frage sei (versucht kurz) erklärt: Bei uns am Stall sind eig. zu wenig Weiden, jetzt sind sie blank und zusätzlich wegen des Wetters (rutschiger Lehmboden) gesperrt. Die Pferde bekommen morgens und abends Heu und stehen tagsüber auf Paddocks.
Nun hat eine Einstellerin einfach mal einen Typen angesprochen, desssen Weide gegenüber vom Stall ist, unbenutzt und die die SB versucht hatte zu bekommen. (Da gabs paar Probleme-andere Geschichte-hat nicht geklappt.)
Die Einstellerin wollte die Weide "für die SB und uns alle" pachten, hat das aber wohl erst den Pächter gefragt und dann der SB gesagt. Die findet das nicht gut und hat ihr gesagt, dass sie das nicht okay findet. Jetzt hat die Einstellerin uns anderen alle angerufen und gesagt, wir sollten der SB nicht böse sein, wenn ihr Pferd und ein anderes draußen auf der Weide stünden, weil sie die gepachtet hat.
Derzeit gibts ziemlich viel Stress deswegen am Stall, aber das ist für meine Frage uninteressant.

Habe noch nirgends erlebt, dass Einsteller selbst eine Weide pachten, deswegen wollte ich mal wissen, wie ihr das handhabt (handhaben würdet)? Findet ihr das normal, macht ihr das auch oder ist das unverschämt?

Ich persönlich fände es irgendwie nicht so toll, wenn ich Einsteller hätte und die einfach so handeln und eine Weide pachten ohne mich vorher (!) genau aufzuklären. Mein Freund sagt hingegen, jeder kann ja machen was er will, solange die Boxenmiete gezahlt wird, würde es ihn nicht stören....

Was meint ihr dazu?!

Liebe Grüße



Geschrieben von walkaloosa am 23.10.2011 um 18:45:

 

Hm mag sein, dass es der SB gegenüber etwas blöde ist und sicherlich wäre es vernünftig gewesen vorher mit der SB zu reden, aber bevor mein Pferd nur in der Box/im Paddock steht würde ich es auch so machen. So lange die SB ihre Stallmiete bekommt und von ihr nicht verlangt wird, dass sie die Pferde auf die Weide bringt finde ich das ok.



Geschrieben von Mariönsche am 23.10.2011 um 19:37:

 

Hallö!

Also ich finde das auch ok so. Bin ein Verfechter von täglich Weidegang. Wobei für mich nur der Freigang wichtig ist. Ob da nun viel Gras drauf ist, ist zweitrangig. Der Auslauf sollte aber schon gegeben sein.

Grüßle,
Önsche



Geschrieben von Geli am 23.10.2011 um 20:03:

 

Hm, so ganz werde ich aus Deinem Text nicht schlau. Wer hat nun gepachtet, die SB oder die Einstellerin? Und wenn die SB, warum kommen dann nicht alle Pferde drauf? Wenn die Einstellerin gepachtet hat, kann sie natürlich bestimmen, wer auf die Weide darf. Komisch schon, daß die SB die Weide nicht pachten konnte, die Einstellerin aber schon? Als SB würde ich dann wahrscheinlich die Finger von dem Land lassen. Wer pflegt das denn? Wer zäunt es ein? Natürlich könnte die Einstellerin die Weide für sich herrichten, aber komisch finde ich das insgesamt schon.

Geli



Geschrieben von burli am 23.10.2011 um 20:03:

 

Hallo,

zu Einstellerzeiten hab ich auch oft selber Heu oder Stroh gekauft. Wenn das was geboten wird mir nicht gefällt, dann muss ich es selber in die Hand nehmen, wenn es um mein Pferd geht.
Man kann doch über alles reden... schade, dass es da Streß gibt.

Grüße

Sandra



Geschrieben von Topsy am 23.10.2011 um 22:29:

 

Ich finde das auch völlig ok, wenn die Einstellerin sich einfach eine Weide zusätzlich pachtet. Solange die SB keine extra Arbeit damit hat und die Stallmiete normal bezahlt wird, warum regt die sich dann auf?

Schon nervig, wenn einem jemand vorschreiben will, was man zu tun oder zu lassen hat. Als Einsteller ist man doch dem SB nicht sklavisch "untertan". Klar, muss man sich an die Vorschriften halten, aber nur, wenn sie auch Sinn machen.

Ich vermute mal, dass sich die SB mit dem Verpächter irgendwann aufs Kreuz gelegt hat und nicht will, dass irgendjemand von ihrem Stall mit ihm zu tun hat. Aber z.B. nur, weil sie die Weide damals nicht pachten durfte, sollen jetzt alle die nicht pachten dürfen? Wirkt auf mich als "Abstrafung von allen" und "Bestrafen wollen des Verpächters", obwohl nur sie Probleme mit diesem Verpächter hatte.



Geschrieben von isparo am 24.10.2011 um 00:05:

 

Ich finde es auch in Ordnung, wenn die Einstellerin sich um ihre gepachtete Weide selbst kümmert und die SB keine zusätzliche Arbeit damit hat. Schulter zucken
Ich verstehe nicht, was daran falsch sein soll - außer sie hat die Weide auch für die anderen gepachtet und möchte von denen anteilige Pachtkosten verwirrt



Geschrieben von Baron am 24.10.2011 um 07:36:

 

Wenn ein Stallbetreiber es nicht schafft ausreichend Weiden "zu besorgen" bzw ausreichend große Paddocks für jedes Wetter anzubieten, dann muss er sich nicht wundern das jemand der sein Pferd einigermaßen artgerecht halten will zur Selbstinitiative greift.

Ich finde die Einstellung deines Bekannten (als SB) total klasse, und deine Einstellung hingegen ziemlich engstirnig.
Nur so hält man sich seine Kundschaft "bei Laune" und bekommt somit monatlich sein Geld.
Und wenn die Weidenpächterin dem SB noch Geld in die Hand drdückt um z.B. mal nachzumähen hat er da auch noch was dran verdient.



Geschrieben von Sanni am 24.10.2011 um 08:16:

 

Grundsätzlich finde ich es auch absolut OK, selbst eine Weide zu pachten. Das Wohl des Tieres hat für mich Vorrang.

Allerdings sollte man nochmal kurz einen Blick auf die Versicherungslage werfen. Die SB wird sich ja als Tierhalterin nicht in die Pflicht nehmen lassen, falls einem Pferd auf der nicht von ihr gepachteten Weide was passiert. Ist sicher gut, das mal genau abzugrenzen.



Geschrieben von rivera am 24.10.2011 um 12:25:

 

es war psychologisch nicht schlau von der einstellerin, erst den verpächter zu fragen und dann mit der sb zu sprechen, ob man die weide nicht zusammen nehmen will - so zumindest habe ich den ablauf verstanden.
wenn die sb ihre gründe hat, nicht von diesem verpächter zu pachten, hätte sie sich sowieso wohl nicht daran beteiligt. aber erst absprechen, dann handeln, vor allem, wenn man meint, die anderen steigen mit ein, ist einfach besser.
ich finde es grundsätzlich unproblematisch, wenn ein einsteller eine eigene wiese pachtet. das zieht natürlich weitere kosten nach sich. und von der sb darf nicht ohne weiteres erwartet werden, kostenlos dienstleistungen in zusammenhang mit der neuen wiese zu erbringen, auch nicht, pferde dorthin zu bringen.
allgemein finde ich es aber auch normal, dass ende oktober die pferde nicht mehr vom gras ernährt werden können. winter-wiesen-nutzung ist nur auf sandböden möglich, so gesehen, ist paddock völlig in ordnung.



Geschrieben von gegy am 24.10.2011 um 19:42:

 

@ rivera:
Zitat:
winter-wiesen-nutzung ist nur auf sandböden möglich,

das kenne ich so nicht kannst du mir das erläutern?

Ich denke jeder kann eine Wiese pachten zum beweiden....Voraussetzung ist... daß es dort auch erlaubt ist.
Im diesem Fall denke ich ist die Nähe zum Hof der Knackpunkt, vielleicht sind sich die/der Stallbesi und der Wiesenverpächter nicht ganz grün !!

Bei uns war es so, daß wenn ich meine Stallmiete immer bezahlt habe es ganz egal war ob mein Pferd auf dem Hof oder Zeitweise woanders stand.
Impfungen waren ja sowieso obligatorisch und wenn mein Pferd längere Zeit in einem fremden Bestand war mußte ich Quarantäne in Kauf nehmen.

LG gegy



Geschrieben von walkaloosa am 24.10.2011 um 21:38:

 

Also wir haben keine Sandböden und trotzdem sind unsere Pferde den ganzen Winter auf der Weide. Wir haben eben eine große Winterweide die "geopfert" wurde. Klar ist sie dann mal matschig und es wächst nicht mehr viel darauf, aber unsere Pferde haben genügend Auslauf zu jeder Jahreszeit und werden nicht auf einen Paddock beschränkt...



Geschrieben von Silke am 24.10.2011 um 21:55:

 

@walkaloosa: Wir haben eine riesige Weide, und da sind die Pferde das ganze Jahr drauf. Ohne Unterbrechung. Matschig wirds in den nassen Zeiten nur am Eingang; und wenn es ganz schlimm wird, schüttet der SB dort Kies auf.
Aber die Koppel erholt sich jedes Jahr im Frühjahr problemlos.
Eigentlich hätten wir noch zwei große Koppeln, aber die werden inzwischen nur noch zum Heumachen genutzt.

@aurea: Einmal hatten wir eine Einstellerin, die wollte auch nebenan ein Stück Weide pachten, um dort komplett Offenstall zu machen (die unseren kommen über Nacht rein). Unser SB hatte damit kein Problem. Allerdings hat die Einstellerin vorher mit dem SB gesprochen und sich dann erst wegen der Wiese erkundigt. Das wäre taktisch wohl auch hier in diesem Fall klüger gewesen...

Und ich stimme Sanni zu. Ich würde, wenn ich mein Pferd auf eure neue Weide stellen würde, auch unbedingt die Sache mit der Versicherung abklären. Was, wenn sich dein Pferd verletzt - wer zahlt den Spaß dann im Ernstfall? Oder wenn es auf dem Weg dorthin einen Zwischenfall gibt. Wie sieht es da aus?



Geschrieben von Felischa am 24.10.2011 um 22:05:

 

hmm,..schwer... die Stallbesi wird das wohl als "Angriff" auf ihre Haltung gewertet haben ( ist es ja auch) und keiner lässt sich gerne was vorhalten.

Fürs Pferd sicherlich die beste Entscheidung fürs menschliche Zusammensein sicherlich Zündstoff.

Wenn meine Einstellerin Weide pachtet die ich vorher nicht bekommen habe, na klar wäre ich da auch etwas beleidigt, wer nicht.
Aber ich persönlich würde mich da nicht reinhängen und Terror verbreitetn, dann ist es eben so.
Auch ist es dann in den meissten Fällen so das es eine Trennung auf Raten wird.



Geschrieben von rivera am 24.10.2011 um 22:33:

 

Zitat:
Original von gegy
@ rivera:
Zitat:
winter-wiesen-nutzung ist nur auf sandböden möglich,

das kenne ich so nicht kannst du mir das erläutern?



aus sandböden kann der regen relativ schnell nach unten abfliessen, im winter of die einzige möglichkeit, dass wasser verschwindet, so es denn nicht an der oberfläche wegläuft. das gras "verbraucht" kein wasser, wenn es nicht wächst, trocknung findet im winter kaum statt.
auf lehmböden ist dann schnell der punkt erreicht, wo der boden gesättigt ist und das wasser quasi bis oberkante unterlippe steht, da es nach unten eben nicht wegkann.
nutzt man solche flächen, entstehen zwangsläufig trittschäden bis hin zur völligen narbenvernichtung, matsch entsteht.
je grösser die fläche, je weniger pferde darauf, desto später entsteht diese situation, an engpässen (eingang, wasser, heuraufe etc) ist es aber meist recht schnell soweit, der matsch reicht dann durchaus auch bis zu den sprunggelenken mit den bekannten folgen für die beine. als "möglich" würde ich so eine winterweide dann nicht mehr bezeichnen, obwohl sie es de facto natürlich für viele pferde ist. böse



Geschrieben von FraukeF am 25.10.2011 um 06:55:

 

Zitat:
Original von rivera
aus sandböden kann der regen relativ schnell nach unten abfliessen, im winter of die einzige möglichkeit, dass wasser verschwindet, so es denn nicht an der oberfläche wegläuft. das gras "verbraucht" kein wasser, wenn es nicht wächst, trocknung findet im winter kaum statt.
auf lehmböden ist dann schnell der punkt erreicht, wo der boden gesättigt ist und das wasser quasi bis oberkante unterlippe steht, da es nach unten eben nicht wegkann.
nutzt man solche flächen, entstehen zwangsläufig trittschäden bis hin zur völligen narbenvernichtung, matsch entsteht.
je grösser die fläche, je weniger pferde darauf, desto später entsteht diese situation, an engpässen (eingang, wasser, heuraufe etc) ist es aber meist recht schnell soweit, der matsch reicht dann durchaus auch bis zu den sprunggelenken mit den bekannten folgen für die beine. als "möglich" würde ich so eine winterweide dann nicht mehr bezeichnen, obwohl sie es de facto natürlich für viele pferde ist. böse


Aus eben diesen Gründen ist bei uns in der Gegend auf unseren Lehmböden die Winterweide faktisch verboten. Heißt, die Zerstörung der Grasnarbe ist aus Landschaftsschutzgründen verboten, was bei den hier herrschenden Wetter- und Bodenbedingungen einem Weideverbot gleich kommt.

Das widerspricht natürlich im Grunde dem Tierschutz, weil eine artgerechte Haltung mit ausreichend Auslauf dann kaum gewährleistet ist.

Somit kommt es immer sehr darauf an, wer was und wo macht. Ein alteingessener Landwirtschaftsbetrieb mit viel Fläche, die regelmäßig gepflegt wird, der sich mit seinen Nachbarn gut versteht, kann es sich leisten, eine Winterweide anzubieten (vorausgesetzt er ist selber in der Lage als Landwirt die zumindest zeitweilige Zerstörung der Grünfläche zu ertragen), ein anderer wird u.U. sofort angezeigt werden. Insofern ist Winterweide bei uns sehr selten.



Geschrieben von walkaloosa am 25.10.2011 um 08:44:

 

Naja das mit den Lehmböden leuchtet mir ein und wenn ein großer befestigter Paddock zur Verfügung steht ist das auf jeden Fall alle mal besser als Pferde die zwar raus kommen, aber tief im Matsch stehen. Diese Bilder sieht man ja leider häufig, auch in unserer Nachbarschaft...
Wir haben das Glück, dass die Winterweide leicht abschüssig ist und daher das Wasser recht gut abfließen kann, außerdem wird sie bei 4 Pferden nicht ganz so stark beansprucht wie bei einer großen Herde. Wenn wir an wenigen Stellen Matsch haben, dann ist der zum Glück nicht tief und da die Pferde jederzeit Zugang zur Winterkoppel und zu einem großen befestigten Futterplatz haben, gibt es auf der Weide keine Engstellen wie Wasser, Futter, Eingang etc, denn diese Sachen befinden sich alle in befestigten Bereichen...daher funktionert das bei uns auch ohne Sandböden ganz gut...



Geschrieben von Silke am 25.10.2011 um 09:33:

 

Huch, das mit den Lehmböden wußte ich gar nicht, dass das so heftig ist. geschockt Da habt ihr mein Mitgefühl, das ist ja blöd.

Da haben wir in unserer Region ja echt Glück mit dem Boden, diese Sorgen haben wir nicht. Bei uns würden sie wie gesagt am Eingangsbereich schon auch bis zum Krongelenk (wenns böse wird auch höher) im Matsch stehen, aber wenn es so matschig wird, gehen sie eben auf den hinteren Teil der Weide und gut.

(Hab ich wieder was dazugelernt...)



Geschrieben von rivera am 25.10.2011 um 11:40:

 

man muss immer den einzelfall betrachten, je grosszügiger die wiese mit wenig pferden und je schlauer die wegelogistik, desto eher geht eine winterwiesenhaltung. hoffnungslos ist es am ehesten in reinen senken.
ich habe aber auch in der presse mal einen bericht gelesen, wo einem halter die behörden aufs dach gestiegen sind wegen seiner winterwiese, die am rand eines wasserschutzgebietes lag. dort war durch die haltung die narbe weitgehend vernichtet. herausgefunden hat die behörde durch den abgleich von satellitenbildern, die fläche war grünland und durfte demnach nicht "schwarz" sein. solche abgleiche sind inzwischen standard.
meist wird auch von den wasserbehörden ein nitrateintrag ins grundwasser befürchtet, das trifft allerdings auch paddocks.
wenn man für paddocks bodenveränderungen vornehmen muss, ist das auch nicht so einfach. im prinzip muss man dafür eine baugenehmigung beantragen. andererseits ist die tiefen-matsch-haltung auch nicht tierschutzgerecht. Augen rollen da sitzt man schnell zwischen baum und borke, bzw zwischen sich widersprechenden behörden.



Geschrieben von Sanni am 25.10.2011 um 12:45:

 

Ich kapiere das Prinzip dahinter gerade nicht (bin aber auch Weiden- Laie!).

Wiesen sind ja keine Parks oder so und wenn eine Weide geschrottet war, wurde sie im Frühjahr neu eingesät. So hat das der SB nach dem letzten Winter gemacht.
Ich wüsste auch nicht, was bei Flächen, die sowieso schon als Weide dienen, ökologisch wertvolles Grünland sein soll.
Und versiegelt ist die Fläche ja auch nicht.

Und wegen Nitrat: Die Pferde pinkeln sowieso und das muss irgendwo hin. Im Sommer pinkeln sie auf der Weide und wieso soll das im Winter schlimmer sein? verwirrt
Auch, wenn es am Naturschutzgebiet liegt?

Verstehen kann ich das (bis jetzt) allerdings bei Hanglagen, wo natürlich durch fehlende Grasnarbe nicht die ganze Erde weggespült werden soll.


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