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Geschrieben von Encanto am 13.02.2012 um 11:38:

  Trab ohne Schwebephase

Hätte da mal eine Frage an Euch.
Gibt es einen Unterschied zwischen Trab ohne Schwebephase, Trabtölt und Marcha Batida oder ist das alles die gleiche Gangart?
Encanto läuft außer Pasollano noch den Trab ohne Schwebephase, was ich persönlich auch sehr bequem finde. Er kann in dieser Gangart ein recht hohes Tempo gehen und es erscheint mir als ob es ihn weniger anstrengt. Außerdem finde ich daß diese Gangart die Gelenke und Sehnen weniger belastet als der taktklare Pasollano, was für die Pasos vielleicht dann auch weniger schädlich wäre.
Mir fiel auf, daß sich die Fesselköpfe beim Pasollano weiter absenken als beim Trab ohne Schwebephase.



Geschrieben von Rouge am 13.02.2012 um 13:59:

  RE: Trab ohne Schwebephase

einen Trab ohne Schwebephase ist kein Trab. Der Trab ist als ein diagonaler 2-Takt mit Schwebephase definiert. Bei meiner Isi-Stute ist die Schwebephase sehr kurz oder sie bricht den Trab und geht einen modifizierten Takt. Was das dann allerdings ist weiß ich nicht.
Wahrscheinlich müsstest Du den Gang mal aufnehmen und Dir das Ganze dann in der Zeitlupe anschauen und/oder mal auf festem Boden anhören.
Gruß



Geschrieben von La danza am 13.02.2012 um 14:30:

 

So nen Isi haben wir auch am Stall. Die Beinfolge ist wie beim Trab, die Geschwindigkeit eher wie beim Tölt und das Sitzgefühl wohl auch wie Tölt. Daher dachte die Besi immer er töltet nur, hab ihr aber gesagt das die Beinfolge die vom Trab ist als ich sie ausgiebiger beobachtete.



Geschrieben von Merlin am 13.02.2012 um 18:11:

 

Dies habe ich in einer Rassebeschreibung bei den Paso Finos gefunden: könnte nach Deiner Beschreibung also auch Trocha oder eine Art Trote sein

Zitatanfang: "In Kolumbien werden alle Paso-Typen unter dem Oberbegriff “Caballo Criollo Colombiano de Paso” zusammengefasst. Diese wiederum unterscheidet man in "Paso Fino Colombiano" (das ist der Pferdetyp, den man im Allgemeinen als Paso Fino bezeichnet), "Trote y Galope Colombianos", "Trocha Pura Colombiana" und "Trocha y Galope Colombianos". Für den Laien ist spätestens an dieser Stelle die Verwirrung komplett, aber wir werden versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.TROCHA: Trocha ist eine traditionelle Gangart, die hierzulande als Trabtölt bezeichnet wird. Ein Pferd im Trocha hört sich an wie “tras...tras...tras...tras...” (Trab mit Echo) und ist für das Ohr gut wahrnehmbar. Es ist nicht bekannt, wann der Trocha genau entstanden ist. Aber es ist erwiesen, dass viele der spanischen Conquistadores Trocha und/oder Tölt gehende Pferde bei der Kolonisation der rauen Gegenden Kolumbiens einsetzten.

Im Zusammenhang mit dem Trocha sollte man sich immer an vergangene Zeiten erinnern, in denen das Pferd gleichzeitig Transport- und Fortbewegungsmittel bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben war. Die Trochadores gingen den äußerst komfortablen Trocha, der auf langen Ritten im Wechsel mit dem Tölt geritten wurde, um dem Reiter durch die verschiedenen Gangarten ein wenig Erholung im Sattel zu gönnen. Auch für die Pferde ist der Trocha weniger anstrengend als der taktklare Tölt und wird von ihnen auf langen Strecken oder in sehr unwegsamem Gelände bevorzugt. Junge Paso Finos zeigen zu Anfang ihrer Ausbildung unter dem Sattel oft Trocha, ehe sie mit vermehrter Kondition und Gymnastizierung sowie einem besseren Gleichgewicht zu einem taktklarem Tölt finden. Viele Paso Finos sind in der Lage, einen entspannten Trocha zu zeigen, ein echter Trochador hingegen wird niemals tölten.

Ein guter Trochador ist fast genauso weich zu sitzen wie ein Paso Fino, strahlt durch seine spezielle Art der Fortbewegung jedoch eine ganz eigene Faszination aus. Trochadores zeigen wesentlich mehr Aktion als Paso Finos und der Rhythmus, der beim Überreiten des Fino Strip zu hören ist, geht sofort ins Blut.

TROTE Ý GALOPE: Der Trote ist ein reiner Zweitakt ohne Schwebephase. dabei springen die Pferde von einem diagonalen Beinpaar auf das andere. Galope ist ein taktklarer und gut durchgesprungener Galopp mit viel Aufrichtung. Die Pferde werden entsprechend ihrem Naturell im Trote und Galope genauso wie im Trocha in relativ hoher Versammlung geritten. Pferde im taktklaren Trote sind aufgrund des fehlenden Wurfes im Trab sehr weich zu sitzen und bieten sich vor allem für dressurmäßiges Reiten geradezu an. Sie erinnern im Typ und in ihrer Art der Bewegung ein wenig an die mittelalterlichen Pferde auf alten Kupferstichen, wie sie z.B. bei de la Gueriniére zu sehen sind.

In den USA und Europa spielen Trochadores genauso wie Trotones Galoperos neben den Paso Finos bisher eine sehr untergeordnete Rolle. Wer jedoch ein kleineres, elegantes, temperamentvolles und feinfühliges Pferd im iberischen Typ mit extrem bequemen Gängen sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle." Zitatende

und ein Link zu youtube zu einem solchen Paso Fino Typ: http://www.youtube.com/watch?v=c7YVlYO5fgM

Möchte aber gern betonen, dass die Pferde da zum Teil für meine Begriffe verängstigt aussehen und ich diese Art Training nicht befürworte, aber man kann auf dem Video den Gang gut erkennen.



Geschrieben von Encanto am 14.02.2012 um 10:06:

 

@Merlin, ja ich denke das trifft bei Encanto zu.
Wenn ich ihn beobachte oder mit ihm arbeite sieht die Fußfolge aus wie beim Trab. Wenn man dann draufsitzt ist er nicht ganz so weich wie im tölt und man merkt eine leichte Auf- und Abbewegung. Es ist aber nicht soviel, daß man Leichttraben könnte. Diese Gangart läuft er ganz locker am langen Zügel und wie schon gesagt auch sehr flott.
In diesem Zitat steht auch, daß es für die Pferde weniger anstrengend ist, was man auch merkt. Er läuft auf unebenem Gelände, bergauf, bergab ohne Probleme immer sein Tempo durch. Schade, daß Delgado diesen Gang nicht beherrscht, wäre bestimmt für seine Fesseln/Sehnen/Bänder besser als Pasollano.



Geschrieben von rivera am 14.02.2012 um 11:04:

 

auch wenn trab als 2takt mit schwebephase definiert ist, wird de facto oft ein zweitakt ohne schwebephase gezeigt, der bei dreigang-rassen dann als trab durchgeht.
nach der fino-definition könnte encanto also trote laufen, zweitakt ohne schwebephase, oder trocha/trabtölt/marcha batida/foxtrott, was verschiedene namen für dasselbe sind: ein viertakt, der sehr diagonal ist, die fussung leicht versetzt.
du kannst es auf festem boden hören (trab mit echo), besser auf video in zeitlupe sehen, oder wenn du eine kamera mit schneller fotofolge hast: serienbilder machen.
trabtölt ist ökonomischer als "mittiger tölt", da die schritte länger sind. ausserdem können die pferde das meist auch bei bodenunebenheiten und steigungen besser ohne taktverlust laufen. also genau so, wie du schreibst.



Geschrieben von Encanto am 15.02.2012 um 10:20:

 

Oh, danke! Wieder was gelernt!
Ich vermute mal, daß man diesen Gang einem Pferd nicht antrainieren kann oder?



Geschrieben von Merlin am 15.02.2012 um 13:01:

 

Du denkst an Delgado, oder?

Glaub´ eher nicht, dass man ihn so umtrainieren kann ... andererseits: wenn er viel Trabveranlagung hat, wer weiss?

Interessanter Ansatz irgendwie ... normalerweise wird das ja immer andersherum praktiziert. Bei den jungen Finos, die Trocha gehen, versucht man meistens, sie dahingehend zu trainieren, dass es ein reiner Tölt wird. Es heisst glaube ich auch, dass viele Pferde, die zunächst "nur" Trocha anbieten, später oft den sehr gewünschten Classic Fino zeigen. Vielleicht kann man das dann tatsächlich auch andersrum trainieren ...

Da bist Du bestimmt die allererste hier in Europa, die versucht ihrem Peruano den taktreinen Tölt zum Trabtölt hin zu verschieben ;-)

Aber der Zweck heiligt die Mittel und wenn seine Fesseln dadurch tatsächlich weniger Belastung hätten, würde ich das an Deiner Stelle auch ausprobieren. Da wäre ein Vergleichsvideo zum Anschauen auch mal richtig interessant.



Geschrieben von rivera am 15.02.2012 um 21:57:

 

man kann ja viertakt schon in irgendeine richtung verschieben - warum nicht auch bewusst richtung trabtölt? aus einem mittigen takt vielleicht über v/a, vielleicht stangen zur hilfe nehmen? aus einem trab vielleicht über tempo-reduzieren?
probier mal aus und berichte dann! fröhlich



Geschrieben von Encanto am 16.02.2012 um 09:23:

 

Ja genau, ich denke dabei an Delgado. Er ist ein reiner 4-Gänger. Er läuft einen taktklaren Pasollano oder einen schwungvollen Trab mit hoch-weiten Bewegungen. Beim Pasollano senken sich seine Fesselköpfe schon recht weit nach unten und im Trab nicht. Allerdings hatten wir ihm ja beigebracht an der Longe zu traben und wenn jemand draufsitzt zu tölten. Das macht er auch ganz super ohne Gangverschiebung. Nur jetzt mit seinen Beinproblemen wäre es bestimmt besser ihn umzutrainieren. Da wäre für uns Rückengeschädigte der Trabtölt ein super Kompromiß.



Geschrieben von rivera am 16.02.2012 um 20:07:

 

ich hätte gedacht, dass der trab zu mehr durchfedern führt, weil ja der schwung des körpergewichts durch die schwebephase noch dazukommt... verwirrt



Geschrieben von Encanto am 17.02.2012 um 08:57:

 

Ja, wenn ich so über Deinen Gedanken nachdenke müßte der reine Trab mehr belasten. Aber wenn man ihn laufen sieht senken sich die Fesselköpfe beim Pasollano weiter nach unten. Könnte vielleicht auch damit zusammen hängen, daß er im Trab ohne Reiter läuft. Auf der Koppel trabt er fast ausschließlich. Nur ab und zu sieht man ihn kurz im Tölt.



Geschrieben von Gosa am 18.02.2012 um 16:53:

 

Zitat:
Original von La danza
So nen Isi haben wir auch am Stall. Die Beinfolge ist wie beim Trab, die Geschwindigkeit eher wie beim Tölt und das Sitzgefühl wohl auch wie Tölt. Daher dachte die Besi immer er töltet nur, hab ihr aber gesagt das die Beinfolge die vom Trab ist als ich sie ausgiebiger beobachtete.


Ich hatte mal auf einem Isi eine Reitstunde, der auch einen absolut weichen Trab hatte. Nur vom Hören konnte ich 100%ig sagen, daß es Trab ist; das Gefühl vermittelte Tölt fröhlich



Geschrieben von La danza am 18.02.2012 um 17:25:

 

fröhlich Der Trab ist aber sooo langsam von dem Isi, da sind wir im Tölt viel flotter unterwegs. großes Grinsen



Geschrieben von Funny_Girl am 19.02.2012 um 16:58:

 

Ich habe vor Jahren zwei Haflinger angeritten (von Bekannten, die hauptsächlich fuhren und nur ab und an mal draufsitzen wollten) und beide Hafis hatten einen Traum-Trab!!!
Egal welches Tempo sie drauf hatten, man konnte den Trab wunderbar aussitzen und es war bequem wie ein Sofa, es ruckelte und stieß nix, es war einfach nur herrlich.

Sie hatten jetzt aber keine flachen Gänge, sie hoben beide die Füße in normalen Maß, ich hatte immer gerätselt, wie die beiden SO saubequem sein konnten.
Aber eine fehlende Schwebephase könnte eine Erklärung sein - kann ich nur leider nicht mehr nachprüfen, die Hafis wurden verkauft.



Geschrieben von Tini_ am 07.05.2012 um 15:17:

 

Mein Isi hat im langsamen Thempo ebenfalls einen Trotte (Trab). Wäre er ein Paso, dann hätte ich auch den 5. Gang den Galoppe smile



Geschrieben von sigga am 08.05.2012 um 09:07:

 

Ich hab mir das jetzt mal durchgekeen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das jetzt richtig verstanden habe...

Unter Trab ohne Schwebephase versteht man dann aber keinen reinen Viertakt sondern Trabtölt also Tölt, der in Richtung Trab gebroxhen ist bzw. Trab in Richtung Tölt?
Oder ist damit auch gemein, dass zwar die diagonalen Beinpaare parallel auffußen, also klarer Zweitakt, da aber in der Form, dass quasi keine Schwebephase existiert, weil einfach eher dahingewuselt, denn mit Schaung nach oben?

verwirrt



Geschrieben von rivera am 08.05.2012 um 10:25:

 

letzteres, zweitakt ohne schwebephase.


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