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Geschrieben von Rote-Zora am 20.04.2012 um 12:12:

  Warum haben Gangpferde keine Gamaschen/ Bandagen an?

Hallo,
vielleicht ist es ein blöde Frage aber, warum sieht man Gangpferde eher selten Gamaschen oder Bandagen tragen? dabei haben doch gerade Pasos z.B. doch eher was mit den Sehnen. (wenn man jetzt meinen würde die Sehnen damit zu schützen und zu stabilisieren zu können, was ja viele aus diesem Grund tun)

Wie steht es um euch mit diesem Thema?
Ich frag einfach mal in blaue hinein, denn ich beobachte immer die Dressurreiter in meinem Stall und ihre Wichtigkeit mit Beinschutz, da kam mir diese Frage.
Freu mich über Erfahrungsberichte... fröhlich



Geschrieben von Shay am 20.04.2012 um 12:18:

 

Unser bekommen immer welche an wenn es ins Gelände geht, und da es irgendwie immer ins Gelände (zum Reitplatz im Dorf und zurück) geht haben sie immer welche an.



Geschrieben von Sanni am 20.04.2012 um 12:26:

 

Chief hat in der Halle / auf dem Platz meistens welche an. Wo wir im Gelände waren, auch und wenn wir zukünftig öfters ausreiten, wird er sie immer tragen.

Ich sehe da keinen Unterschied Gangpferd / nicht Gangpferd.

VG
Sanni



Geschrieben von Baron am 20.04.2012 um 12:31:

 

Bandagen können nicht stützen (höchstens das Gewebe bei "dicken Beinen") und es gibt teilweise sogar schlimme Verletzungen durch Bandagen/Gamaschen.
Beispielweise bei schlecht sitzenden Gamaschen wird die Sehne gedrückt und löst sich auf Dauer auf....
Ganz schlimm ist es, wenn Gamaschen länger als 3-4 Stunden am Bein sind, das sieht dann richtig fies aus *würg*

Als Anschlagschutz bei Geländeritten oder bei "schwierigen" Dressuraufgaben (Seitengänge etc) hat eine Bandage/Gamasche durchaus ihren Nutzen.
Aber das Pferd läuft die restlichen 23Stunden auch ohne rum........

Aber auch bei Geländeritten auf "normalen Wegen" sehe ich keine Notwendigkeit für sowas. Pferd läuft schließlich auch auf der Wiese verletzungsfrei



Geschrieben von Sanni am 20.04.2012 um 12:35:

 

Zitat:
Original von Baron
Bandagen können nicht stützen (höchstens das Gewebe bei "dicken Beinen") und es gibt teilweise sogar schlimme Verletzungen durch Bandagen/Gamaschen.
Beispielweise bei schlecht sitzenden Gamaschen wird die Sehne gedrückt und löst sich auf Dauer auf....
Ganz schlimm ist es, wenn Gamaschen länger als 3-4 Stunden am Bein sind, das sieht dann richtig fies aus *würg*

Als Anschlagschutz bei Geländeritten oder bei "schwierigen" Dressuraufgaben (Seitengänge etc) hat eine Bandage/Gamasche durchaus ihren Nutzen.
Aber das Pferd läuft die restlichen 23Stunden auch ohne rum........

Aber auch bei Geländeritten auf "normalen Wegen" sehe ich keine Notwendigkeit für sowas. Pferd läuft schließlich auch auf der Wiese verletzungsfrei


Ok, Bandagen wickeln sollte man schon können, sonst ist es kontraproduktiv.

Aber - natürlich stützen gute Gamaschen. Fesselkopf, Sehnen usw.

Und die restlichen 23 Stunden ist das Pferd ja auch nicht mit Reitergewicht belastet.


Kleiner Nachtrag: Ich reite aber auch sehr viele Seitengänge, über Stangen etc.
Bei einem bisschen Schritt oder Walk geradeaus würde ich auch darauf verzichen.



Geschrieben von chocolate am 22.04.2012 um 01:07:

 

Wir machen bei unseren Pferden nie Gamaschen drauf. Egal ob Platz mit Seitengängen oder Gelände, oft auch schwierige Passagen mit Gehölz und Geröll.
Hatte deshalb noch nie ein Problem oder eine Verletzung.



Geschrieben von uliact am 22.04.2012 um 14:54:

 

dass gamaschen wirklich stützen oder dämpfen, ist inzwischen wissenschaftlich widerlegt. gegen verletzungen von aussen schützen sie natürlich, ist aber die frage, ob das nötig ist. eigentlich sollte ein pferd sich ja auch mit reiter entsprechend sortieren können und wissen, wo seine füsse sind (da kann man deutliche unterschiede zwischen unbeschlagen und beschlagen beobachten).
genau, das ist kein unterschied, ob gang- oder nichtgangpferd.

hier ein artikel dazu:
http://www.cavallo.de/medizin/gamaschen-im-test-schuetzen-sie-pferde-wirklich.388573.233219.htm?skip=1

ulrike



Geschrieben von Sanni am 22.04.2012 um 17:12:

 

Nun, eine einzelne Meinung ausgerechnet in der Cavallo würde ich nicht unbedingt als wissenschaftlichen Beweis sehen. Besonders da direkt am Ende des sehr "übersichtlichen" Artikels ein Link mit einer Empfehlung für eine Gamasche steht...
Zumal es für jede Studie auch immer Gegenstudien gibt.
Es ist aber richtig, das insbesondere der Einsatz von Bandagen in die Diskussion gekommen ist.

Ich finde es nicht richtig, alle Methode, Produkte und Qualitäten des Beinschutzes über einen Kamm zu scheren. Es gibt ganz viele Produkte, nicht nur im Reitbedarf, die billig sind und quasi keine Schutzwirkung haben, oder sogar gefährlich sein können. Bei einer hohen Qualität sieht das dann schon wieder anders aus.

Ich denke, es kommt da sehr auf die Qualität der Gamasche an. Ich habe z. B. die guten von Pro Choice und die Stützwirkung auf den Fesselkopf sieht man bei einem einigermaßen schwerem Reiter mit bloßem Auge im vorher / nachher Vergleich. (dafür brauche ich keine Studie zu bemühen).

Und man sollte gut überlegen, ob bzw. welchen Bedarf man überhaupt hat und dann entscheiden, was man macht.
Hitzestau kann ich auch ausschließen, weil Chief darunter praktisch nicht schwitzt.

Außerdem ist Chief noch ein echter Paddelkopp und wenn er unkonzentriert ist, stolpert er gerne mal über seine eigenen Füße. Er ist immerhin noch sehr Jung und im Wachstum. Und oft albern und dösbaddelig. Mit den Gamaschen ist er deutlich sicherer unterwegs, besonders bei schon durchaus anspruchsvollen Trailaufgaben und Seitengângen.



Geschrieben von uliact am 22.04.2012 um 17:30:

 

da waren mindestens zwei meinungen erwähnt, einmal studien aus england und dann die messung von parvis falaturi (evtl. die seite davor und danach). der werbelink war n bisschen eigenartig, das stimmt, aber das wird schlicht und einfach (bezahlte) werbung sein.
die frage ist natürlich, ob die wirkung, die du siehst mit gamasche und reitergewicht, auch physiologisch sinnvoll ist für das system pferdebein, aber das kann ich auch nicht beurteilen. da könnte man noch viel weiter forschen...

ulrike



Geschrieben von watzl am 22.04.2012 um 18:41:

 

Mein Pferd trägt Gamaschen zum Schutz der Beine, da sie beim laufen die Fesseln aneinander haut! Man hört es auch sehr extrem! Augen rollen



Geschrieben von uliact am 22.04.2012 um 19:38:

 

gegen sowas hilfts natürlich schon. allerdings stellt sich die andere frage, warum das pferd das tut. aber das ist vielleicht ein anderes thema ;-)
ist es beschlagen?

ulrike



Geschrieben von rivera am 22.04.2012 um 22:32:

 

stellungsfehler in dem fall.



Geschrieben von uliact am 23.04.2012 um 08:46:

 

stellungsfehler und beschlagen?
ein unbeschlagenes pferd mit einigermassen korrekten hufen tritt sich ja nicht selber (höchstens einmal, dann bewegt es die beine anders, tut doch weh Augen rollen )

ulrike



Geschrieben von Funny_Girl am 25.04.2012 um 00:44:

 

Zitat:
Original von uliact
stellungsfehler und beschlagen?
ein unbeschlagenes pferd mit einigermassen korrekten hufen tritt sich ja nicht selber (höchstens einmal, dann bewegt es die beine anders, tut doch weh Augen rollen )

ulrike


Auch ein (korrekt) beschlagenes Pferd tritt sich nicht unbedingt selber.
Das Argumente mit dem Hufbeschlag "hinkt" smile



Geschrieben von watzl am 25.04.2012 um 05:38:

 

gerade wegen dem Stellungsfehler ist sie beschlagen! Zum Schutz der Hufe! Und zum Schutz der Beine eben Gamaschen!



Geschrieben von uliact am 25.04.2012 um 08:34:

 

und wie wird der stellungsfehler besser mit beschlag? die hufe an sich kann man doch damit kaum korrigieren. das mit den verletzungen und dann gamaschen zum schutz ist die logische folge. behebt aber ja nicht die ursache.
was liegt denn genau vor?

ulrike



Geschrieben von Funny_Girl am 26.04.2012 um 00:05:

 

Ok, ich seh gerade, du bist Hufpfleger und von daher Barhuf"fetischist" Augenzwinkern , aber ich denke, jeder muss für sich selbst und sein Pferd entscheiden, ob barhuf oder Beschlag.
Aber wenn Beschlag, dann bitte von einem GUTEN Schmied, der den Beschlag den Hufen anpasst und nicht umgekehrt.

Ich stimme dir insoweit zu, dass Fehlstellungen (kommt halt auch immer auf die Art und Schwere der Fehlstelung an) auch mit guter Hufkorrektur auf Kurs gebracht werden können, allerdings dauert das bei reinen Barhufpferden natürlich entsprechend lange.
Mittels Beschlag geht es natürlich schneller bzw mit speziell angefertigten Eisen kann man gezielt eingreifen.
Es stellt sich halt die Frage, inwieweit sich eine (späte) Fehlstellungskorrektur auf den Bewegungsapparat des Pferdes auswirkt, schließlich geht es um eine ge/verwachsene Knochenstellung, der komplette Sehnen-, Bänder- und Muskelapparat ist auf die Knochen/Gelenkstellung angelegt.
Selbst wenn eine Barhufkorrektur langfristig angelegt ist und der Bewegungsapparat hier sehr viel mehr Zeit hat, sich auf kleinste Korrekturen langsam einzustellen, bleibt die Frage, ob es nicht doch langfristig gesehen, negative Folgen hat?
Beim Korrekturbeschlag muss der Körper von jetzt auf gleich mit den Veränderungen klar kommen, von daher wäre die Barhufbearbeitung die schonendere Methode.

Es muss noch viel stärker in die Köpfe der Züchter und Pferdebesitzer, dass man Fehlstellungen bereits beim Saugfohlen in Angriff nehmen muss, meistens reicht eine regelmäßige (spätestens alle 4 Wochen) Hufbearbeitung, um Stellungsfehler zu beheben.
Bei stärken Verformungen/Verwachsungen kann man auch mit Schienentherapien viel herausholen, schlimmstenfalls müsste man einen operativen Eingriff machen.
Aber beim Fohlen kann man die Knochen noch formen, die Wachstumsfugen sind weit offen und man kann SOOO viel tun!!!!
Natürlich kostet es Geld (wenn es mehr als nur Hufkorrektur bedarf;wobei selbst regelmäßige Hufbearbeitung für viele schon zu teuer zu sein scheint, wenn ich mir so angugge, wie bei uns in der Gegend gerade viele Kaltblüter rumlaufen müssen), aber langfristig gedacht, ist dies monetär günstiger als beim erwachsenen Pferd rumzudoktern.
Nicht zu vergessen, dass schlimme Fehlstellungen das Pferd selbst beeinträchtigen und natürlich auch seine Nutzung.



Geschrieben von watzl am 26.04.2012 um 05:48:

 

Weiß net, wie weit es was bringt, mich hier zu äußern, aber:
Ohne Beschlag wär sie nicht reitbar! Sie hat x-Beine, was, so weit es ging, per Hufkorrektur verbessert wurde! Mehr geht nicht, da sonst mehr kaputt gemacht werden würde! Ich habe die Stute 5 1/2 jährig gekauft und seit dem wird regelmäßig die Stellung langsam angeglichen!
Mir wär es auch lieber, ich könnte sie Barhuf laufen lassen, da es einfach die natürlichste Art ist! Aber dann kann ich sie mir als Deko auf die Wiese stellen! Und dafür reit ich sie einfach zu gerne! großes Grinsen



Geschrieben von uliact am 26.04.2012 um 10:17:

 

nur weil ich hufpflegerin bin, muss ich nicht barhuf-fetischist sein cool
das heisst erstmal nur, dass ich keine schmiede-ausbildung habe.

grundsätzlich ist das thema natürlich persönlich ansichtssache. aber der "korrekturbeschlag" dient meistens dazu, dass das pferd läuft und geritten werden kann. was ja nichts schlechtes sein muss. die hufe werden damit doch in den allermeisten fällen nicht besser. man kompensiert das problem, aber korrigiert es meistens nicht. die frage ist, muss man es immer korrigieren bzw. geht das überhaupt. was natürlich im einzelfall konkret betrachtet werden müsste.
ich korrigier ja auch nicht alles, was von der 100 pro ideallinie abweicht.
und natürlich liegt das problem häufig schon in der aufzucht, dass da viel versäumt wurde, was man später nicht mehr ausgeglichen kriegt, ganz klar.

aber dann, wie du ja selber sagst, kriegt man doch auch mit beschlag ne verknöcherte fehlstellung nicht korrigiert, wie sollte das denn gehen?

und man hat mit beschlag ja immer die negativen auswirkungen des beschlages (schlechtere durchblutung, schlechtere stossdämpfung, veränderungen in grösseren schritten durch die jeweilige bearbeitung, meistens verformen sich die hufe zum negativen im laufe der zeit, verletzungsgefahr etc.), egal warum man nun diesen beschlag drauf hat. da muss man letztendlich abwägen, ob diese nachteile, oder die vorteile, die der beschlag meinem pferd bzw. mir im konkreten fall bringt, überwiegen.

watzl: warum sollte es nichts bringen, auf meine frage zu antworten? ;-)
dein pferd hat x-beine. hätte man in der aufzucht usw., aber da kannst du ja jetzt nix für. aber sind die x-beine grade mit eisen? wohl kaum. wieso läuft das pferd ohne eisen nicht? wegen der x-beine oder allgemein emfpindliche hufe etc.? wie sieht das aus, wenn ein pferd wegen x-beinen nicht reitbar ist? mein ich jetzt im ernst, ist mir so noch nicht untergekommen. selber treten tut sie sich ja mit eisen auch, deshalb hast du ja die gamaschen drauf (was ja in dem moment durchaus sinnvoll ist). und wie sehen die hufe an sich aus? irgendwie schief, nehm ich an?

du musst deine vorgehensweise ja nicht ändern, wenn du so gut klar kommst, ging mir mehr ums allgemeine (da hast du dich grad als aufhänger angeboten ;-)).

ulrike



Geschrieben von rivera am 26.04.2012 um 10:55:

 

Zitat:
Original von Funny_Girl


Es muss noch viel stärker in die Köpfe der Züchter und Pferdebesitzer, dass man Fehlstellungen bereits beim Saugfohlen in Angriff nehmen muss, meistens reicht eine regelmäßige (spätestens alle 4 Wochen) Hufbearbeitung, um Stellungsfehler zu beheben.

Aber beim Fohlen kann man die Knochen noch formen, die Wachstumsfugen sind weit offen und man kann SOOO viel tun!!!!
Natürlich kostet es Geld (wenn es mehr als nur Hufkorrektur bedarf;wobei selbst regelmäßige Hufbearbeitung für viele schon zu teuer zu sein scheint, wenn ich mir so angugge, wie bei uns in der Gegend gerade viele Kaltblüter rumlaufen müssen), aber langfristig gedacht, ist dies monetär günstiger als beim erwachsenen Pferd rumzudoktern.
Nicht zu vergessen, dass schlimme Fehlstellungen das Pferd selbst beeinträchtigen und natürlich auch seine Nutzung.


da liegt der hase im pfeffer, selbst wenn man züchterisch auf gerade stellung achtet, nutzt sich bei jedem fohlen durch das grasen mit einem bevorzugt vorne stehenden bein bei diesem die trachte mehr ab, beim anderen die zehe. ein unterschied in der stellung entsteht fast immer.
wenn die fohlen dann 6 monate keinen schmied sehen - geschieht recht häufig - ist eine ungleiche stellung schon da, selbst bei einem gerade geborenen fohlen.
erzählte mir doch stolz eine züchterin (im warmblutbereich), wieviel der schmied bei ihr verdient - er würde doch sogar zweimal im jahr alle pferde machen. *schock*
die höheren kosten haben dann die späteren besitzer.....das leid im zweifel das pferd


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