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Geschrieben von Silke am 09.06.2012 um 13:00:

  Arthrose - was füttert ihr?

Hallo an alle!

Bei meiner Stute wurde vor einer ganzen Weile Arthrose im Krongelenk festgestellt. traurig traurig traurig Da es inzwischen so ist, dass sie starkes Kopfnicken im Trab hat, soll ich sie nach Anraten des Osteopathen nicht mehr reiten (der TA meinte, Schritt wäre i. O., und wenn sie will auch schneller, aber wenn sie so mit dem Kopf nickt, schaut das schon heftig aus, finde ich... geschockt ).

Jedenfalls würde mich interessieren, was diejenigen mit Arthrose-Pferden ihren Pferden füttern. Gebt ihr das "ganz normale" Futter, das sie immer schon gekriegt haben, füttert ihr was zu oder habt ihr komplett auf was anderes umgestellt? verwirrt

LG



Geschrieben von Funny_Girl am 09.06.2012 um 14:46:

 

Also wir haben unserem Tschechen-Warmblut nur im Winter (da war die Arthrose oft ganz schlimm), wenn es ihm ganz schlecht ging, was Speziellles zugefüttert und zwar Teufelskralle.
Das Grünlippmuschelzeug haben wir schnell wieder aufgehört, denn das war sauteuer und brachte nix.
Ansonsten wurde er ganz normal gefüttert, Heu ad lib und Kraftfutter.

Allerdings haben wir auf Anraten mehrerer Tierärzte nicht aufs Reiten verzichtet, denn die einhellige Meinung war, menschliche Arthrosepatienten schicke man auch nicht ins Bett, sondern würde ihnen Bewegung verordnen.
Natürlich haben wir ihn sehr viel schonender geritten, zu Beginn brauchte er einige Minuten, um sich einzulaufen, aber danach ging`s.
Er tobte und buckelte mit den anderen auch über die Koppel und sein ganzes Verhalten zeigte uns, dass er noch sehr viel Lebensqualität hatte.
Wenn er einen ganz schlimmen Schub hatte, dann bekam er vorübergehend auch Schmerzmittel (z.B. Equipalazone und Phenylbutazon) und wurde nur im Schritt bewegt.



Geschrieben von Silke am 09.06.2012 um 15:52:

 

Zitat:
Original von Funny_Girl
Allerdings haben wir auf Anraten mehrerer Tierärzte nicht aufs Reiten verzichtet, denn die einhellige Meinung war, menschliche Arthrosepatienten schicke man auch nicht ins Bett, sondern würde ihnen Bewegung verordnen


Ja, bisher habe ich sie auch im Schritt bewegt. Und wenn sie gut drauf war, bin ich ein Stück galoppiert (war ihr lieber als Trab). Aber sie hat eine Verknöpcherung vorne rechts außen übe dem Kronenrand. Und das tut ihr beim Gehen weh.
Der TA meinte auch, bewegen, aber der Ostheopath meinte, das wäre Tierquälerei, weil sie auch im Schritt Schmerzen hat... (Und er ist eigentlich schon auch ein guter und kompetenter O.)



Geschrieben von Raio am 09.06.2012 um 18:56:

 

Hallo,
ja, Arthrose-Kranke brauchen auf jeden Fall ruhige, kontinuierliche Bewegung, aber das muss ja nicht reiten heißen. Man kann spazierengehen oder am langen Zügel arbeiten oder, oder, oder... und immer eine sehr lange Aufwärmphase einkalkulieren.
Bei Krongelenkschale sollte man auf jeden Fall enge Wendungen und alle Drehbewegungen, die das Gelenk tordieren würden, vermeiden. Als Schmerzmittel kann man alternativ (vorzugsweise im Winter, weil es warm macht) Ingwer füttern, darin ist der gleiche Wirkstoff wie im Phenylbutazon, aber gekoppelt mit einem anderen Stoff, der die sonst sehr häufigen Magenschäden verhindert. Viel Info zu Ingwer findest Du z.B. hier. Teufelskralle (als Phytotherapie oder als homöopathisches Mittel) kann auch helfen und wenn Du viel Glück hast, sorgt es dafür, dass die Knochenwucherungen etwas zurückgehen. Grünlippige Muschel (GSM) hilft eher bei Arthritis, also wenn eine entzündliche Komponente dabei ist. Auf der Webseite der Firma IWest ist eine gute Aufstellung dazu, was wann angebracht wäre. Das Problem ist, Arthrose ist nicht gleich Arthrose. In Fällen mit Knochenzuwächsen sollte man tunlichst nichts füttern, was den Knochenaufbau fördert, während bei Verschleißschäden gerade der Knochen wieder aufgebaut werden muss.

Gruß Beate



Geschrieben von Silke am 09.06.2012 um 19:07:

 

Hallo Beate!

Danke für deine Antwort!

Meine Stute hat vorne rechts einen steinharten Knubbel zwischen Kronenrand und Fesselkopf, sie hat also hier eine Wucherung / einen Zuwachs. Und der tut ihr weh. Letztes Jahr war die Stelle mal heiß, aber zur Zeit ist sie immer so warm / kalt wie alle anderen Stellen.

Ich werde mir die Seite von IWest gleich mal ansehen.

An Teufelskralle, wie du und Funny Girl geschrieben haben, habe ich auch schon gedacht.

LG



Geschrieben von rivera am 10.06.2012 um 10:56:

 

bei einer knochenzubildung am vorderfusswurzelgelenk hat ingwer sehr gut funktioniert. vorher im schritt lahm, war die stute unter ingwer im trab lahmfrei - allerdings wurde sie nicht mehr geritten, hatte aber täglich freie bewegung.



Geschrieben von Silke am 10.06.2012 um 22:37:

 

Was das Reiten betrifft, bin ich hin und her gerissen, ehrlich gesagt. Laut Osteopath soll ich ja gar nicht mehr, laut TA ist Schritt in Ordnung, und wenn sie selber mehr anbietet, auch das...

Wenn ich mit ihr rausgehe, marschiert sie anfangs ein wenig langsamer und unregelmäßg (würde das noch gar nicht als lahmen bezeichnen), aber nach ner Weile werden ihre Schritte immer größer und länger und sie lahmt auch nicht, und ich habe nicht das Gefühl, dass sie Schmerzen hat... verwirrt Ich meine, es gibt schon Tage, an denen "zieht" sie nicht. Dann sind wir auch nur kurz unterwegs und bald wieder daheim.



Geschrieben von Smartie am 10.06.2012 um 22:55:

 

Movicur von St.Hippolith und Lamin kann ich noch kurmäßig (z.B. im Winter 4-12 Wochen) empfehlen fröhlich



Geschrieben von rivera am 11.06.2012 um 10:06:

 

bewegung ist für athrose richtig, es ist doch gut, wenn du dich nach ihr richtest. wenn sie nicht recht mag, wieder nach hause. wenn sie sich einläuft, geht ihr länger. ob du dabei reiten darfst oder lieber führst, kann man aus der ferne schlecht beurteilen, je schwerer du allerdings bist, desto eher würde ich sagen: nicht reiten. und vielleicht generell erst länger führen und nur, wenn sie gut läuft, reiten. mehr als schritt würde ich aber nicht machen.



Geschrieben von Baron am 11.06.2012 um 12:35:

 

Das "Kopfnicken" ist nichts anderes als Lahmen also ein ANzeichen von ziemlichen Schmerzen..... Da finde ich persönlich das reiten durch eine Person im Jugendlichen oder gar Erwachsenenalter (also alles oberhalb von 20 Kilo incl Sattel) Tierquälerei ist.
Bewegung (ruhige Offenstallgruppe+spazieren gehen) ist wichtig.

Pferde sind Fluchttiere, das bedeutet das sie immer alles versuchen um nicht stehen zu bleiben bzw sich hinzulegen.
Und wenn es nicht sichtbar lahmt, kann es davon kommen das einfach beide Beine schmerzen und deshalb einfach gleichmäßig schlecht/langsam sich bewegt wird.

Versuch mit den verschiedenen Medikamenten deinem Pferd ein nettes Leben auf der Wiese zu ermöglichen, aber denk auch daran das du es erlösen kannst bzw erlösen musst wenn die Schmerzen so werden, das sie kein schönes Leben mehr zulassen.....

Meinem Oldie hat Ingwer und Teufelskralle gut geholfen und das letzte halbe Jahr hat er sogar Equipalazone bekommen damit er einfach schmerzfrei auf der Wiese sein konnte in seiner Herde.

Ganz wichtig dabei ist aber auch eine wirklich gute Hufbearbeitung (Barhuf), ich habe leider zu spät den Hufbearbeiter gewechselt. Bis zu dem Wechsel war ich nämlich mit dem alten immer sehr zufrieden, deshalb war der Wechsel auch eher Zufall.....



Geschrieben von Encanto am 11.06.2012 um 18:59:

 

Unser alter Arabermix hat auch Arthrose, die wir recht gut im Griff haben. Vor Jahren bekam er immer mal wieder einen Schub. Dann bekam er Rhus toxicodendron und zwar 3 Tage 5 Globulis, 3 Tg. 3, 3 Tg. 2 und 3 Tg. 1 Globuli. Außerdem mache ich regelmäßig vor allem im Herbst/Winter Ingwerkuren mit afrikanischem Ingwer.
Ach ja, das Kraftfutter haben wir ihm komplett gestrichen und seither hatte er keinen so heftigen Schub mehr, ist mit seinen 27 Jahren putzmunter und freut sich seines Lebens als Herdenchef. Im Sommer steht er auf der Weide und bekommt zusätzlich Heu satt. Im Winter tagsüber Weide und abends Heu satt, dazu eingeweichte Grascobs oder Luzerne.



Geschrieben von Silke am 11.06.2012 um 20:39:

 

Meine ist den ganzen Tag auf der Weide (8 Pferde sind sie insgesamt), über Nacht sind sie aber im Stall. (Wobei wir große Boxen haben, nicht die 3x3 Meter, die vorgeschrieben sind.) Tagsüber bewegt sie sich also selber...

Aber ich denke, dass es bei uns darauf hinauslaufen wird, dass ich sie nicht mehr groß reite. Ich könnte sie derzeit ohnehin nicht regelmäßig bewegen, da ich fast 300 km weg eine Arbeitsstelle habe seit einem halben Jahr. (Weiß noch nicht, ob ich bleiben kann, und daher wollte ich sie nicht mitnehmen und evtl. nach nem halben Jahr wieder nachhause stellen; hier hat sie es gut und kennt die Herde etc.)
Ich bin jedes zweite Wochenende und die Ferien daheim, mehr nicht. Und sie dann reiten, würde bedeuten, dass ich mich auf ein völlig untrainiertes, aber arthrosegeschädigtes Pferd setze. Da würde ich mehr kaputt machen als ihr helfen. Ich denke, ich werde mit ihr spazierengehen, sofern sie mag, und Ende.

Ich denke, dass fütterungstechnisch die Teufelskralle und der Ingwer das Rennen machen werden.

Einer Freundin wurde Gelantine empfohlen verwirrt verwirrt - hat damit jemand von euch Erfahrung? Laut TA könne man sogar die normale Gelantine ausm Handel (fürs Kochen / Backen) nehmen, weil das der gleiche Stoff ist nur wesentlich billiger als die Pferdesachen.

@baron: dein Oldie war also barhuf unterwegs? Was für eine Arthrose hatte er denn? Meine war vorher barhuf (mit Lahmheit im Schritt fing es da dann an) und läuft seit eineinhalb Jahren mit Eisen - und lahmt seither im Schritt nicht mehr. Die Eisen sind hinten geschlossen. Wobei ich eigentlich Barhuffan bin, aber jetzt traue ich mich natürlich nicht, sie wieder ohne Eisen hinzustellen...



Geschrieben von rivera am 11.06.2012 um 20:45:

 

ich denke, es ist eine gute entscheidung, sie nicht mehr zu reiten.
wenn du ingwer geben willst, achte darauf, dass der gingerolgehalt angegeben ist, das ist der wirkstoff. besonders hoch ist er meist in afrikanischem ingwer. du bekommst das zb in guter qualität hier



Geschrieben von isparo am 11.06.2012 um 21:26:

 

@Encanto welche Potenz haben die Rhus tox Globuli?
wie verabreichst Du Ingwer, wenn kein Kraftfutter gefüttert wird?



Geschrieben von Silke am 11.06.2012 um 23:13:

 

.. ach ja, was ich noch fragen wollte: wenn man Ingwer und Teufelskralle füttert - verträgt sich das schon? Oder ist das kontraproduktiv oder hebt sich die Wirkung auf oder so? verwirrt



Geschrieben von rivera am 12.06.2012 um 11:16:

 

ich würde entweder ingwer oder teufelskralle geben.
isparo: aufgeweichte heucobs? oder olewo karottenchips aufgeweicht?



Geschrieben von Funny_Girl am 12.06.2012 um 11:20:

 

Unser Tscheche musste beschlagen werden, barhuf ging der sogar in der Wiese keinen Meter (das hatte aber nichts mit der Arthrose zu tun, sondern mit seinen empfindlichen Sohlen).
Er bekam an den Vorderhufen zwischen Huf und Eisen so einen Gummistoßdämpfer, das wurde uns von Tierarzt und Schmied empfohlen und man merkte deutlich, dass ihm das wg seiner Arthrose gut tat.



Geschrieben von Encanto am 12.06.2012 um 11:55:

 

@isparo, ich gebe Rhus toxicodendron C 30.
Ja, den Ingwer gebe ich unter die eingeweichten Grascobs oder die Luzerne.



Geschrieben von Merlin am 12.07.2012 um 11:26:

 

hab´ zu Arthrose auch noch einen Tip von meinem Hufschmied ... Steirocall N ... soll Wunder wirken, aber ich kann nichts aus eigener Erfahrung dazu sagen.

Ist lt. Hersteller ein homöopathisches Komplexmittel aus:
Acidum silicicum (Kieselsäure) Dil. D12 14 ml, Alchemilla vulgaris (Frauenmantel) Dil. D6 6 ml, Calcium carbonicum Hahnemanni (Austernschalenkalk) Dil. D12 14 ml, Calcium phosphoricum (Calciumhydrogenphosphat) Dil. D12 14 ml, Equisetum arvense (Ackerschachtelhalm) Dil. D6 10 ml, Ilex aquifolium (Stechpalme) Dil. D6 10 ml, Symphytum (Beinwell) Dil. D6 10 ml. Weiterer Bestandteil: Gereinigtes Wasser

Indikationen:
- Nicht entzündliche Gelenkerkrankung (Arthrose)
- Bandscheibenschäden
- Schlechte Knochenheilung nach Knochenbruch
- Verminderung der Knochenmasse (Osteoporose)
- Krankhafte Veränderungen und Abnutzung von Knochen und Knorpel (Osteochondrose)
- Abnutzungserscheinungen an Bandscheiben- und Wirbeln
- Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrosen)



Geschrieben von Silke am 16.07.2012 um 14:23:

 

Danke, werde mir das gleich mal ansehen, hoffe, google spuckt was aus. :-)


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