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Geschrieben von Smokey am 19.01.2013 um 21:24:

  Turniere ohne Eisen?

Hi Leute,
hatte heute Mittag mit meiner Stallpartnerin über Turniere gesprochen. Sie hat ihre Isistute ja ohne Eisen (seit wir zusammen stehen) will jetz aber im April wieder mit Turnieren starten u. hat da ein Problemchen. Viele lachen, wenn sie hören, sie wolle ohne Eisen aufs Turnier. Ist das zugelassen? Hat sie dann extreme Nachteile? Darf sie der Richter wg. fehlender Eisen schlechter bewerten? oder gar den Start untersagen?

Sind hier Turnierreiter?



Geschrieben von Smartie am 19.01.2013 um 21:36:

 

Bei den Walkern gibt es extra barhuf Klassen (nur) in Europa.
Da reite ich BT u.a. auch.

Ob das Barhufreiten bei den Isis exotisch ist? Keine Ahnung verwirrt

Muss sie denn auf einer harten Ovalbahn gehen, bzw. wäre das Pferd dann den Untergrund gewohnt?



Geschrieben von Smokey am 19.01.2013 um 21:57:

 

sie hat was von rotem sand erzählt. sehr turniererfahren sind sie noch nicht. wollten auch dass der hufpfleger dann so kommt, dass noch genug horn vorhanden ist damit sie sich nicht zu sehr abläuft.
die stute hat eigentl. gute hufe. eisen sollten eigentl. keine drauf, weil wir wg. der verletzungsgefahr eben bedenken haben. aber sie möchte unbedingt auf turniere gehen.



Geschrieben von Naggur am 19.01.2013 um 23:13:

  RE: Turniere ohne Eisen?

Zitat:
Original von Smokey
...Ist das zugelassen? Hat sie dann extreme Nachteile? Darf sie der Richter wg. fehlender Eisen schlechter bewerten? oder gar den Start untersagen?

Sind hier Turnierreiter?


Ich bin zwar kein Turnierreiter, habe aber einige Erfahrung als Turniertrottel meiner Töchter großes Grinsen
Unbeschlagene Pferde sind generell auf Turnieren erlaubt (IGV und IPZV). Bei der IGV sind auch Hufschuhe zulässig, beim IPZV nicht.
Beschlag muss rundrum gleichmäßig sein, d.h. Beschlag nur vorne ist nicht zulässig.
Da Barhuf-Pferde prinzipiell zugelassen sind, darf natürlich der Start auch wg. fehlender Eisen nicht untersagt werden.

Beim Turnier sind (hauptsächlich in den Gangprüfungen) Raumgriff und Bewegung des Pferdes ein wesentliches Bewertungskriterium. Ein unbeschlagenes Pferd ist da immer im Nachteil und wird deshalb schlechter bewertet.

Aus der Erfahrung würde ich sagen, das dieser Nachteil (leider) nur teilweise durch andere Kriterien wie korrekte Aufgabenerfüllung, guten Takt und gute Haltung kompensiert werden kann.

Wenn man ein sehr sonniges Gemüt und trotz einer Bewertung unter den potentiellen Möglichkeiten des Pferd/Reiter Paares Spaß am Turnier hat - warum nicht?

Beim IPZV gibt es übrigens die Hestardagar-Turniere. Diese sind als Turniere für Freizeitreiter mit teils recht anspruchsvollen Aufgaben konzipiert, ohne Bewertung des Gangpotentiales- vielleicht eine Alternative für deine Stallpartnerin?



Geschrieben von Ninja am 19.01.2013 um 23:21:

 

Wie schaut es denn aus mit geklebtem Hufschutz?
Soviel ich weiss ist dieser in der Schweiz erlaubt bei den Islandpferden.
Eine Kundin von mir möchte es dieses Jahr mal so in Angriff nehmen.



Geschrieben von uliact am 20.01.2013 um 12:07:

 

eine kundin von mir mit nem isi war auch letztes jahr barfuss auf nem turnier. klar, wie schon erwähnt oben, mangels so viel aktion gewinnst du keinen blumentopf Augen rollen
war ihr aber egal, war just for fun. und, ja, in ihrem stall ist sie die totale exotin! bei isis ist barfuss ja sowas von uncool... großes Grinsen



Geschrieben von Smokey am 20.01.2013 um 14:36:

 

Is doch aber totaler Mist, wieso uncool. Warum muss ich nem Pony Eisen drauf machen, die kommen schließlich nicht damit zur Welt u. wenn sie gute Hufe haben.... grr, das ist ein Grund warum ich mit Turnieren , Ausstellungen usw. nix am Hut hab, da reg ich mich nur auf... da läuf soviel unfaires Zeug ab, ooh man. :-(

Mal sehn, wie sie hier dann auf ihrem 1. Turnier dieses Jahr abschneidet u. was man zur Bewertung sagen wird.
Ich vermute, wenn es so nicht läuft, dass sie dann doch gern Eisen drauf hätte aber das möchte ich halt irgendwie nicht, falls die sich mal fetzen... hab da zuviel Bedenken. Verstehe SIE aber wenn sie eben turnierambitioniert ist, dass sie da was erreichen will..... naja, mal sehn wie das läuft. Ende April gehts dann los.



Geschrieben von Gosa am 20.01.2013 um 16:04:

 

Zitat:
Original von uliact
bei isis ist barfuss ja sowas von uncool... großes Grinsen


Ist mir auch schon aufgefallen. Meine Stute ist nicht beschlagen. Sie war es
nicht, als ich sie auf dem Gestüt proberitt und sie braucht es auch nicht.
Schließlich ist sie null empfindlich.
Ich finde es ehrlich gesagt Quatsch, ein Pferd oder Pony beschlagen zu lassen,
wenn es barhuf keine Probleme hat.



Geschrieben von Nariz am 20.01.2013 um 16:36:

 

@ naggur: Deiner Aussage, nur vorne zu beschlagen sei nicht zulässig, muss ich leider widersprechen. Vielleicht ist das bei der ipvz so, das weiß ich nicht, aber bei der IGV ist das definitiv nicht so. Ich geh seit 3 jahren mit meiner Stute auf Turniere und habe sie nur vorne beschlagen. Da hat nie jemand was gesagt.

Allgemein ist es bei der IGV so, dass es natürlich erlaubt ist auch barhuf zu starten. Die Pferde heben natürlich mit Eisen die Beine höher, deshalb beschlagen viele Leute. Ich persönlich lasse mein Pferd in der Turniersaison vorne beschlagen, weil manche Ovalbahnen halt sehr hart sind und manchmal nur Rollsplitt auf der Bahn ist. Da läuft sie ohne eisen fühlig.

Was nicht erlaubt ist, sind Hufglocken, die ein bestimmtes Gewicht überschreiten.

@ Smokey: Also, ich denke wenn Deine Freundin ein Pferd mit guten Hufen hat, sollte sie ruhig ohne Eisen auf dem Turnier starten. Wo startet sie denn? Bei den Handorfer Islandpferdetagen?



Geschrieben von Naggur am 20.01.2013 um 17:41:

 

@nariz - Danke für die Korrektur. Die Regel das beschlagene Pferde vorne und hinten beschlagen sein müssen gilt für den IPZV.

@Ninja - Bei der IGV ist geklebter Hufschutz zulässig, beim IPZV nicht explizit verboten. Ich kenne zwar den aktuellen Stand nicht (Tochter 1 reitet keine IPZV Turniere mehr und Tochter 2 reitet wg. allergischem Asthma praktisch gar nicht mehr), aber da in der IPZV Prüfungsordnung nur von 'Eisen' die Rede ist, waren bis vor ein paar Jahren Kunststoffbeschläge, Verbundhufeisen oder geklebte Beschläge nicht zulässig. Ob dies immer noch so ist, darüber müssten die Sportwarte des IPZV Auskunft geben können.

@smokey - Als unfair würde ich das nicht bezeichnen - bei Sportprüfungen für Gangpferde ist die gezeigte Gangmechanik nun mal ein wesentliches Bewertungskriterium. Es steht ja jedem frei mitzumachen oder es zu lassen. Mich hat in der Vergangenheit mehr geärgert, das ich mich auch in Prüfungen, bei denen die Vorhandbewegung gemäß Prüfungsordnung explizit keine Rolle spielen sollte, des Eindruckes schwer erwehren konnte, das dies eben doch der Fall war.
Wenn deine Stallpartnerin nicht nur 'just for fun', sondern mit gewissem Ehrgeiz in IPZV-Gangprüfungen starten möchte, ist das ohne Beschlag kaum möglich.
Ich selbst reite zwar auch viel barhuf, aber Ovalbahnschottern ohne Beschlag würde ich selbst unserer Superhuf-Stute nicht unbedingt zumuten wollen.



Geschrieben von Funny_Girl am 20.01.2013 um 17:44:

 

Zitat:
Original von Nariz


Was nicht erlaubt ist, sind Hufglocken, die ein bestimmtes Gewicht überschreiten.



Schade, dass diese manipulativen Dinger immer noch erlaubt sind.



Geschrieben von Aeuto am 20.01.2013 um 17:54:

 

Regelungen bei

IGV:
erlaubt ist barfuß
oder Eisen bis 10 mm - darüber hinaus auch Kunststoffbeschläge (egal ob genagelt oder geklebt).

Glocken, Boots, Gamaschen u.ä. dürfen maximal 300 Gramm haben.

Hufschuhe dürfen maximal 500 Gramm wiegen und die Pferde dürfen nicht mit weiteren Glocken, Boots etc. ausgestattet werden.

IPZV:
barfuß oder wenn beschlagen, dann alle 4 Hufe - die Eisen müssen hinten offen sein und aus dem selben Material sein - maximal bis 10 mm dicke

Glocken, Boots, Gamschen (Schutzmaterial) darf 250 Gramm nicht überschreiten



Geschrieben von uliact am 20.01.2013 um 21:56:

 

ich habe mal einen turnierisi reiten dürfen, war schon toll, wie der getöltet ist! großes Grinsen war natürlich beschlagen und ich hab die besi draufangesprochen. sie sagte, das wär nur fürs turnier wegen der aktion. fürs freizeitreiten wär das (je nach boden halt) wg des töltens nicht nötig! hört, hört. trotzdem hatte meine kundin dort das einzige barfusspferd. da wird auch oft was nachgemacht, weil es die anderen auch machen... (aber das gibts ja woanders auch...)



Geschrieben von Intiwasi am 21.01.2013 um 04:14:

 

Gut das Ihr in Deutschland lebt ;-)
Hier in Peru sind Eisen grundsaetzlich auf den Turnieren verboten!!! Ganz egal wie schwer, dick etc. da ist nur Barhuf erlaubt und eigentlich finde ich das auch gut so.



Geschrieben von uliact am 21.01.2013 um 09:00:

 

das find ich ja stark!!! da gehts dann aber wirklich darum, was das pferd kann und nicht der schmied! fröhlich toll!



Geschrieben von Smartie am 21.01.2013 um 10:00:

 

Wie schon geschrieben, für Europa wurde extra eine Barhufklasse bei den TWHs "erfunden"!.
Sowas gibt´s im Ursprungsland USA nicht.

Vielleicht sollten sich andere Gangpferde-Turnier-Veranstalter auch einmal überlegen solche Klassen einzuführen?

Es muss natürlich klar sein, dass insofern auch Bedarf bei den Teilnehmern besteht ...



Geschrieben von Topsy am 21.01.2013 um 13:24:

 

@Smartie:
das mit der Barhufklasse ist schon toll, aber bei nur einer Barhufklasse im Programm, wo es .... zig Klassen gibt, ist das wiederum ein Witz.

Allerdings haben die ganzen Barhufpferde trotz Barhuf auch immer trotzdem bei den anderen Klassen mitgemacht, so gesehen kann man natürlich über den Sinn einer Barhufklasse wieder diskutieren..... außer, dass es weniger Teilnehmer gibt und die Barhufpferde eher eine Chance haben, zu gewinnen....

Was ich richtig doof finde ist, und das betrifft ausschliesslich das TWHBEA Turnier der DM im Mai:
der Boden der Ovalbahn, bei dem die normalen Klassen stattfinden, ist so was von bretthart und schottrig mit kleinsten Steinen, dass Barhufpferde da im Grunde fast nicht laufen können, bzw. letztes Jahr ist sogar meine Topsy gerne auf das Gras in der Mitte ausgewichen, wenn ich sie nicht zurückgehalten habe, obwohl sie da vorne beschlagen war (ist halt weicher).
Nur die Barhufklasse fand in der Halle auf gutem Sandboden statt.

Jetzt sind aber nur Hufeisen erlaubt und keine Hufschuhe.... Ich möchte meine Topsy aber nicht mehr beschlagen lassen (war ja nur wegen dem anderen Offenstall, dass das passieren musste), und Topsy bräuchte auf diesem Untergrund dringend wenigstens Hufschuhe. Der Witz ist, dass z.B. in der Plantation Class superschwere Hufeisen erlaubt sind, aber Hufschuhe generell gar nicht. Ich finde, das ist unlogisch und geht gar nicht!

Bei der EM in Steinhagen findet das gesamte Turnier auf schönstem Reitplatzboden statt, da hätten wir dieses Problem nicht, aber für mich ist es halt super schwierig von der Entfernung, dort mit Topsy hinzukommen....



Geschrieben von Smokey am 21.01.2013 um 14:03:

 

@Intiwasi: das find ich klasse! So zeigt sich das Pferd wie es von Natur aus ist. Ich hasse es dass der Mensch übrall reinpfuschen muss um es noch besser u. noch toller zu kriegen... warum kann ich es nicht akzeptieren wie es ist?!



Geschrieben von Aeuto am 21.01.2013 um 19:28:

 

ABER

man kann ja nicht alle über einen Kamm scheren - nach dem Motto - Eisen auf einem Turnier - nur um die Aktion zu verbessern.

Mein Isi, mit dem ich auch schon Turniere gegangen bin, MUSS beschlagen werden, da er zu wenig Hufsubstanz hat um barfuß zu gehen.

An seiner Aktion ändert der Beschlag gar nichts!!! smile

Klar kann man durch Gewichte, oder Plattenbeschläge etwas an der Aktion ändern, aber dafür sind die Schutzmaterialien gar nicht erfunden worden.

Ein normaler Beschlag ändert nicht wirklich was im Gangbild - meiner Meinung nach.



Geschrieben von uliact am 21.01.2013 um 21:47:

 

doch, ich denke schon, dass durch das zusätzliche gewicht die bewegung anders ist. (ausnahmen wird es sicher geben). das heisst ja nicht, dass das immer der hintergedanke beim beschlag ist.


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