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Geschrieben von Slauni am 22.11.2013 um 20:46:

  Futtermangel in der Wachstumsphase

Habe vor fast genau einem Jahr eine Jährlingsstute verkauft. Im Sommer hört ich dass sie wieder zum Verkauf steht. Im Herbst wandten sich potentielle Käufer an mich, weil sie wissen wollten ob das Pferd einen schlechten Start hatte, oder einen schlechten Sommer.
Man hat sie dann freigekauft, weil man sie nicht weiter leiden sehen konnte. Ein abgemagertes, lebensunlustiges 2jähriges Pferd, ein Häufchen Elend. Mittlerweile ist sie wieder bei mir. Sie wurde von ihren Rettern bestens aufgepäppelt und sie tobt wieder über meine Wiesen.
Nun zu meiner Frage

Wie viel Schaden kann sie davon genommen haben? Holt sie das wieder auf?
Sie steht jetzt da wie ein Jährling, nicht wie eine 2jährige. Ist entwurmt und durchgecheckt. Nimmt zu und hat wieder Lebensfreude. Meint ihr, dass man dass ein Lebenlang bemerkt?



Geschrieben von litla am 22.11.2013 um 21:52:

 

Hallo Slauni! Du kennst ja vielleicht von Fotos meinen Schecken - der sah 5jährig aus wie ein dreijähriger - ich weiß nicht, wie er in Island aufgewachsen ist, aber ideal ist anders...

klein ist er halt (obwohl das auch genetisch sein kann), aber mit fast 27 immer noch voll reitbar und ein tolles, bis auf eben das COB, das mit 20 kam, und etwas Ekzem immer gesund, Pferd mit Knochen und Sehnen aus Beton Augenzwinkern

Ich denke, wenn sie jetzt gut versorgt wird, und noch keine jetzt sichtbaren, irreperablen Schäden hat, dann wächst sich das aus.

Um 21:51 sage ich auch nochmal Hut ab, dass du sie zurückgekauft hast!



Geschrieben von Slauni am 23.11.2013 um 07:43:

 

@litla, danke, hab lange mit mir gehadert. Hatte mir geschworen dass ich sowas nie mache (man kann ja nicht alle retten), aber die Kleine lies mir keine Ruhe. Und jetzt ist es so als wäre sie nie weggewesen. Die 2 "alten" regierten kaum bei der Ankunft, nur so "ach bist wieder da" die 2 Jüngeren kannten sich nicht mehr aus großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen "eine Fremde,.... nein, wir kennen dich... ah, da ist die Fremde,... nein, dich kennen wir ja." Das ging eine ganze Zeitlang bis die sich beruhigt hatten. Hilling hingegen tat als wär sie nie weggewesen. Die einzig unbekannte in der Herde dreht ihr einmal kurz den Hintern zu und danach war alles friedlich.

Ja, deinen Kleinen Schecken kenn ich ganz gut (von Bildern) muß aber gestehen, dass ich mir nie Gedanken gemacht habe, warum er so klein ist und mir entging echt dass er mittlerweile schon 27 ist, wow.
Hilling bekommt jetzt alles was sie braucht, Gutes Heu, Mineralfutter, Luft, Liebe und Spielgefährten. Wenn sie klein bleibt, ist es für mich nur halb so schlimm, denn sie ist pfiffig und kess, damit macht sie ihre Größe sicher wett
Ihr Halbbruder (auf den Tag gleich alt, selber Vater) ist 16 cm größer und ihr Halbbruder mütterlicherseits (ein Jahr jünger) sie laut aussage älter aus wie sie.

Meine TA hat sie aufn Kopf gestellt, sie hat nicht mal einen Mangel lt Blutbild. Das hört sich doch gut an, oder?



Geschrieben von Felischa am 24.11.2013 um 01:28:

 

Ist schwierig das zu beantworten, die Frage ist ja auch wodurch sie so aussah, Krankheit, Parasiten, Futtermangel oder sogar alles zusammen.

Schaden hat sie auf jeden Fall genommen sonst würde sie nicht so aussehen.
Evl bleibt sie etwas kleiner weil ihr vieles in der wichtigsten Wachstumsphase fehlte, evl braucht sie in Jahr länger um es aufzuholen und vielleicht wird sie nur 45 statt 48 Jahre Alt... wer weiss das schon.

Die evl inneren Schäden sieht man ja leider nicht.
Ich würde mir da jetzt keine Gedanken machen, aber falls mal Probleme auftauchen das immer im Hinterkopf haben.



Geschrieben von Slauni am 24.11.2013 um 06:40:

 

Danke.

Die Frage zu dem "Warum" ist einfach zu beantworten. Purer Futtermangel, Futtermangel und noch mal Futtermangel.



Geschrieben von stechmuecke am 24.11.2013 um 09:54:

 

ich würde mir da nicht so viele Gedanken machen. Viele Importpferde haben auch lange zu kämpfen, wenn sie in jungen Jahren so einen Transport mitmachen müssen. Zeit heißt da das Wunderwort. Auch muss man sich mal Pferde aus manch anderem Land angucken. Da sind die Aufwuchsbedingungen etwas karger und die Pferde leben trotzdem ihr Leben. Außerdem sehe ich das auch so: heutzutage werden viele Pferde überversorgt. - hm ja, da macht sich aber kaum jemand Gedanken darüber. Warum ist der Jährling schon so groß? - Der wird halt gut versorgt! (dass damit aber auch Knochenstruktur, Sehnen und Bänder drunter leiden können und dass auch Stoffwechselprobleme (mit)bedingt werden können sehen viele nicht).
Und ja, durch Mangelversorgung können schon Schäden entstehen. Das kommt aber auch wirklich auch darauf an, wieviel sie letztendlich zum Fressen bekommen hat. charakterlich wird sie dieses Jahr sicher auch geprägt haben. Als Jungtier in der sensiblen Phase ist das jetzt sicher nicht optimal gewesen, auf der anderen Seite hatte sie ja einen guten Start ins Leben und wird jetzt wieder gut versorgt. Ein Jahr ist da nicht so viel. Andere leben länger in so katastrophalen Verhältnissen.



Geschrieben von Funny_Girl am 24.11.2013 um 17:21:

 

@Slauni: Unsere Stute kam mit eineinhalb Jahren zu uns, viel zu mager und auf Grund ihrer schlechten Erfahrungen ging sie erst einmal auf alles los, was auf sie zukam.
Als wir sie zu uns holten, war sie 1,32 und jeder im Ort meckerte, was für ein rachitisches Pferd wir uns da gekauft hätten, aus der würde nie etwas.
5jährig auf der Zuchtschau wurde sie dann offiziell mit 1,43 m Stm gemessen, leider blieb ihre Brust sehr schmal und um diese auszugleichen, steht sie vorne zehenweit.
Auch ihr Halsansatz ist alles andere als optimal.
Anhand ihrer Elterntiere hätte sie ~ 1,48 werden können.

Wie auch immer - dieses Pferd ist nun 28 1/2 Jahre alt, topfit, war (bis auf zwei kleinere Koliken und Impfstoffallergie) nie ernsthaft krank und läuft und läuft und läuft.



Geschrieben von Hoan am 25.11.2013 um 15:41:

 

@Slauni - Mach dir keine Sorgen, früher gab es sogar den Spruch, dass man junge Pferde "grosshungern" müsse. Man war der Auffassung, dass sie insbes. im 2. Lebensjahr bloss nicht zuviel zu fressen bekommen sollten. Interessanterweise hat eine Studie bei Großpferden dies indirekt bestätigt und deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang Überernährung- Chipentstehung gezeigt.



Geschrieben von Nýpa am 25.11.2013 um 16:48:

 

Oh je die Arme! Ich hoffe es geht ihr dann bald wieder besser - ob es nachher Auswirkungen haben wird, wisst ihr wahrscheinlich erst hinterher.

Wenn ich allerdings bedenke wie viel meine Kleine allein durch Wachstum an Futter braucht und trotzdem dachte ich im Sommer zwischendurch mal, dass sie bitte was langsamer wachsen soll, weil sie offenbar mit dem futtern (und es gab immer mehr als ausreichend) nicht nachkam.

Insofern finde ich es schon schlimm, wenn gerade in der Zeit, wo sie eh oft so schlaksig aussehen, viel wachsen usw. die Versorgung nicht optimal ist. Ich drücke die Daumen für eure Kleine!



Geschrieben von Atli am 25.11.2013 um 18:59:

 

Zitat:
Original von Hoan
@Slauni - Mach dir keine Sorgen, früher gab es sogar den Spruch, dass man junge Pferde "grosshungern" müsse. Man war der Auffassung, dass sie insbes. im 2. Lebensjahr bloss nicht zuviel zu fressen bekommen sollten. Interessanterweise hat eine Studie bei Großpferden dies indirekt bestätigt und deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang Überernährung- Chipentstehung gezeigt.

Den Spruch gibt es auch noch heute cool

Damit gemeint ist aber kein wirkliches Hungern durch mangelndes Raufutter - Gras/Heu sondern z.B. der beliebte Fohlenstarter oder sonstiges eiweißreiches Zufutter in großen Mengen. Teilweise wird sogar Kälberfutter o.ä. den Fohlen gegeben Augen rollen

Groß dürfen sie ruhig sein, aber nicht fett, denn die überzähligen Kilos belasten die Knochen. Sehnen und Bänder unnötig. Meine alte Tierärztin, die aus Norddeutschland kam, meinte immer, dass die Jungpferde eher ramm aussehen müssen. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Rippen beim bloßen Hinschauen gezählt werden können ...

Meine Fohlen bekommen im 1. Winter als Absetzer täglich ein gutes Kraftfutter (kein Fohlenfutter) und ab dem Tag, an dem sie es nehmen Mineralfutter jeden Tag das ganze Jahr hindurch. Ansonsten ab Jährling ausreichend Gras und im Winter gutes Heu ad libitum. Kraftfutter gibt es erst wieder als Reitpferd, wenn wirklich gearbeitet wird cool

@ Slauni - ich kann mir vorstellen, dass sie kleiner bleibt, sich aber ansonsten noch gut entwickelt. Entstandene Spätschäden sind spekulativ ...

Viele Grüße aus der Eifel
Astrid


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