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Geschrieben von Jalna am 25.11.2013 um 12:47:

  Regenwasser zu Trinkwasser machen?

Da wir unsere Pferde nicht mit Regenwasser tränken wollen, fahren wir Leitungswasser in Kanistern. Bei dem Herbstwetter der letzten Tage kommt man aber doch ins grübeln, ob es nicht auch anders geht. Habt ihr Erfahrugnen damit gemacht, ob man Regenwasser so aufbereiten kann, dass man es als Trinkwasser für die Pferde nutzen kann? Reicht da schon ein Filter aus dem Outdoorshop oder braucht man da eine ganze Anlage dazu?



Geschrieben von inger am 25.11.2013 um 13:03:

 

Äh... unsere Pferde trinken aus Bächen, Pfützen und Co und fressen Schnee. Also im weitesten Sinne trinken sie (auch) Regenwasser. Einfach so, wie es vom Himmel kommt. Unaufbereitet.

PS: Auch in Deutschland haben unsere Pferde aus Pfützen getrunken... und Regentonnen, wenn sie dran kamen. Und Regen, der in Eimer geregnet ist, die herumstanden, den haben sie auch getrunken. Sind nicht dran gestorben. smile



Geschrieben von Zambezi am 25.11.2013 um 13:15:

 

Das Regenwasser selbst ist sicher kein Problem. Wenn man Dachrinnenwasser verwendet, kommt natürlich der ganze Dreck vom Dach mit runter.
In einem Stall bei uns in der Gegend erkrankte der halbe Bestand an Leptospirose, weil ein totes Eichhörnchen in der Dachrinne lag .... Pferde schwer krank und pro Pferd hunderte von Euro an Tierarztkosten ... unglücklich
Vielleicht hat ja jemand eine zündende Idee, wie man dieses Risiko ausschalten könnte.



Geschrieben von isparo am 25.11.2013 um 13:17:

 

Für meine Pferde habe ich ein Wasserfaß mit Trinkwasser. Meist verbrauche ich das Wasser davon auch in ca 1 Woche - es regnet ja auch nicht immer...
An den Dachrinnen habe ich diese blauen Fässer stehen, eigentlich zum Putzen, Eimer auswaschen etc. gedacht. Hat es aber geregnet, trinken alle aus den Regenwasserfässern und lassen das Trinkwasser stehen. Allerdings leere ich das Regenwasser nach 3 Tagen aus und mache die Fässer wieder sauber, damit nichts veralgt und auch wegen der Mücken/Schnakenlarven im Wasser.
Das funktioniert seit 25 Jahren gut und bisher hat es noch keinem meiner Vierbeiner (auch Hunde) geschadet smile



Geschrieben von Jalna am 25.11.2013 um 13:32:

 

Zitat:
Original von Zambezi
Das Regenwasser selbst ist sicher kein Problem. Wenn man Dachrinnenwasser verwendet, kommt natürlich der ganze Dreck vom Dach mit runter.

Ja, so war das gemeint! Mir geht es nicht um Regenwasser an und für sich, sondern um den Dreck, der über die Regenrinnen mit rein kommt. Sorry, was blöd ausgedrückt.



Geschrieben von Escapada am 25.11.2013 um 13:40:

 

Naja, es gibt ja sowas wie Gitter über den Regenrinnen - tote Eichhörnchen sind damit definitiv ausgeschlossen...



Geschrieben von Zambezi am 25.11.2013 um 13:43:

 

Über den Dreck vom Dach würde ich mir gar nicht allzu viele Gedanken machen, der sinkt ja normalerweise nach unten. Wenn man die Wassertonne regelmäßig reinigt, sollte das nicht allzu wild sein. Wenn es wochenlang trocken ist und sich sehr viel Schmutz auf dem Dach ansammelt, würde ich das erste Regenwasser vorsichtshalber wegkippen. Im Sommer hat man eher das Problem, dass sich schnell Algen bilden, die je nach Algenart nicht unbedingt gesund sind, aber dann muss man halt öfter gründlich die Tonnen mit einer Bürste reinigen.

Das Risiko mit den Leptospiren wäre mir aber definitiv zu hoch und bisher hat mir noch keiner einen Tipp geben können, wie man es ausschalten kann. Kein Stallbesi dürfte die Zeit und die Lust haben, jeden Tag die Dachrinne zu kontrollieren, ob da ein totes Nagetier drinliegt.



Geschrieben von Stejnar am 25.11.2013 um 14:43:

 

Das mit dem Regenwasser sieht Ingolf Bender allerdings etwas anders.
Er schreibt, dass nicht aufbereitetes Regenwasser in größeren Mengen, also nicht mal nur so ein Schluck zwischendurch, für Pferde ungeeignet sei.
Nachzulesen HIER



Geschrieben von Zambezi am 25.11.2013 um 15:35:

 

Zitat:
Original von Escapada
Naja, es gibt ja sowas wie Gitter über den Regenrinnen - tote Eichhörnchen sind damit definitiv ausgeschlossen...


Dieser Vorschlag geht leider völlig am Problem vorbei ... es geht nicht um das tote Tier an sich, es geht darum, dass tote Nagetiere Wirte für LEPTOSPIREN sind. Das sind Bakterien, die eine schwere akute oder chronische LEPTOSPIROSE auslösen. Schädigungen des Muskelgewebes und der inneren Organe (Herz, Nieren, Leber) sind die Folge. Die Leptospiren stehen ebenfalls im Verdacht, Verursacher der periodischen Augenentzündung zu sein. Also das ist nicht mal eben so eine kleine Infektion, sondern eine schwerwiegende Erkrankung, die im akuten Stadium tödlich verlaufen und im chronischen Stadium ein Pferd zum Pflegefall machen kann!!
Wer das einmal miterlebt hat, will das ganz sicher nicht nochmal haben. Verglichen damit ist das bisschen Dreck im Wasser relativ harmlos ...


ZItat Ingolf Bender: Tränkwasser mit unnatürlichem Geruch oder Geschmack, zum Beispiel ... mit sonstigen auffälligen organischen oder anorganischen Beimischungen wie Regenwasser, ist generell ungeeignet und wird von Pferden nur bei extrem großem Durst aufgenommen (Zitat Ende)

Da ist meine Erfahrung eine andere. Die meisten Pferde trinken Regenwasser viel lieber als das gechlorte Leitungswasser. Ich hätte mir hier eine genauere Aussage gewünscht, welche "Schadstoffe" genau im Regenwasser vorhanden sein sollen.



Geschrieben von Stejnar am 25.11.2013 um 17:00:

 

@ Zambesi
Wir fragen Bender einfach noch mal explizit nach den Schadstoffen im Regenwasser.
Ich schau mal, dass ich mit dem TöltKnoten WeihnachtsUpdate eine Antwort veröffentlichen kann.



Geschrieben von Zambezi am 25.11.2013 um 17:43:

 

Ja, das wäre super, vielen Dank!

Mein Fino ist nämlich auch ein passionierter "Pfützenleertrinker" und bisher hab ich mir dabei eigentlich nichts gedacht.



Geschrieben von lusitanolady am 25.11.2013 um 18:23:

 

Ich hatte meine Pferde auch 15 Jahre mit Regenwasser getränkt. Krank wurde keines davon. Gestorben sind sie dann an Altersschwäche (über 30 Jahre).
Leptospirose kann nicht nur über ein totes Eichhörnchen in der Dachrinne übergtragen werden. Ich kenne ein Pferd, das hat nie Regenwasser getrunken und Leptospirose bekommen. Das kann auch durch Mäusekot ö.ä. im Heu oder Stroh übertragen werden.



Geschrieben von Stejnar am 25.11.2013 um 19:12:

 

Ich vermute, das Bender wirklich dauerhaftes Tränken mit Regenwasser meint.
Und nicht ab und an an einer Pfütze schlabbern.
Und es kann ja auch regionale Unterschiede geben.
Aber ich kümmere mich drum. Das interessiert mich jetzt auch.

Das Argument: Das haben wir schon immer so gemacht und alle unsere Pferde werden 30 Jahre alt, kenne ich natürlich auch. Ist ja wirklich sehr schön,,wenns so ist.
Und in Trockenzeiten, die es ja immer wieder gibt, erledigt sich das ja auch von selber mit dem Regenwasser.

ot: Dieses Argument wird auch sehr gerne mal vorgetragen, um suboptimale Fütterung und riesige Karenzzeiten zu rechtfertigen. Da höre ich das dann nicht wirklich gerne. Denn Pferde sind ja schon oft echt hart im nehmen. großes Grinsen



Geschrieben von inger am 25.11.2013 um 19:50:

 

Hätte bitte gerne eine zweite Expertenmeinung zum Thema Regenwasser, denn auch hierzulande wird nahezu ausschließlich mit Regenwasser getränkt. EIN Experte, möge er noch so gut sein, ist immer eine heikle Angelegenheit.

"Haben wir schon immer so gemacht" ist natürlich kein gutes Argument. "Sagt Experte XY" aber genauso wenig.



Geschrieben von Stejnar am 25.11.2013 um 20:14:

 

Gute Idee eine zweite Meinung einzuholen.
Mach das doch mal.

Dann kann man Ergebnisse und Werte vergleichen.



Geschrieben von Tess am 25.11.2013 um 20:31:

 

ich denke mal, es geht vor allem darum, dass Regenwasser
a) einen sehr geringen Mineralgehalt hat und man zusehen muss, dass es da (wenn man ausschliesslich Regenwasser tränkt) nicht zu Mangelerscheinungen kommt
b) ggfs. ordentlich Schadstoffe aufgenommen hat - entweder noch in der Luft in Gebieten mit hoher LUftverschmutzung oder eben auf den Auffangflächen (Staub oder Material der Auffangfläche, z.B. Teerpappe und Co.)



Geschrieben von Akino am 25.11.2013 um 21:17:

 

Ich könnte mir vorstellen, dass es unter Umständen einfach nicht regelmäßig genug regnet (und das kann dann auf Island durchaus anders sein) Das Wasser steht dann ewig rum (falls man überhaupt in der Lage ist ausreichend Wasser aufzufangen) und dann können sich unabhängig von toten Eichhörnchen natürlich Keime aller Art ganz wunderbar vermehren.

Leitungswasser das mehrere Wochen steht, würd ich auch nicht mehr zum trinken geben, aber dazu kommts ja in der Regel nicht.

Und das Regenwasser via Luftverschmutzung oder den entsprechenden Auffangflächen Schadstoffe aufnehmen KANN, kann ich mir auch vorstellen. Leitungswasser ist halt dagegen das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt (in Deutschland), wenn da Keime drin sind kriegt man das auf jeden Fall mit, weil die Stadtwerke rotieren und sämtliche Lokalzeitungen drüber schreiben (so wie in Halle gerade...)



Geschrieben von Velvakandi am 25.11.2013 um 22:34:

 

Zitat:
Original von inger
Hätte bitte gerne eine zweite Expertenmeinung zum Thema Regenwasser, denn auch hierzulande wird nahezu ausschließlich mit Regenwasser getränkt. EIN Experte, möge er noch so gut sein, ist immer eine heikle Angelegenheit.


Ist das so? Bei "mir" im Eyarfjörður haben die Bauern alle ihre eigene Quelle irgendwo auf dem eigenen Land gehabt, die dann angezapft wurde. Bei uns ging zum Beispiel ganz unspektakulär ein Stückchen oberhalb von Haus ein Rohr in den Bach kurz hinter der Quelle und durch das Gefälle ist das Wasser direkt ins Haus gelaufen. Bachwasser/Quellwasser ist ja nun kein Regenwasser, das ist ja durch die verschiedenen Gesteinsschichten durch die es durchgeflossen ist gefiltert. Das haben die Pferde und wir getrunken, sehr lecker, nie dreckig, auch nicht wenns viel geregnet hat (weil der Einlauf eben sehr quellnah war).



Geschrieben von inger am 25.11.2013 um 22:50:

 

Ja, nicht im Sommer, aber im Herbst, Winter und Frühjahr, wenn die Pferde am Stall sind. Schau' einmal in die Pferdestädte. Da stehen auf jedem Paddock an jedem hesthús die Regentonnen, in denen sich das Wasser sammelt, das die Pferde tagsüber trinken.



Geschrieben von Velvakandi am 25.11.2013 um 23:59:

 

Okay, in den Pferdedörfern war ich immer nur mal auf Besuch, da hab ich mich mit der Bewässerung nicht beschäftigt...

Unsere "Wasserleitung" funktionierte rund ums Jahr, die Quelle war auch im Winter offen.


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