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Geschrieben von Jalda am 11.02.2014 um 08:53:

  Islandpferdeverkauf - so schwierig.....?

Hallo,

ich muss mal meine Erfahrungsbericht zu Thema Privatpferdeverkauf loswerden.
Ich haben z.Zt. noch 3 Islandpferde, meine beiden Reitstuten und einen Jungwallach.
Leider möchte ich mich aus Vernuftgründen von ihm trennen. Mit Kleinkind und den anderen beiden Mädels bin ich leider völlig ausgelastet und ich habe auch alle in Vollpension stehen, was nur zu stemmen ist finanziell weil ich im Stall und Reitschule mithelfe.
Hedinn (Sohn meiner älteren Reitstute) war auch ursprünglich für meinen Mann gedacht, der aber das Interesse am Reiten verloren hat.

Nun soviel dazu, ich habe viele Anzeigen im Internet und Hof/Märkte und auch schon Interessenten und Probe(ritte)/Anschauen gehabt.
Dazu muss man wissen, Hedinn kann noch nicht wirklich viel, wird gerade leicht angearbeitet wieder seit einer Woche (vorher im Herbst 13 Beginn mit Bodenarbeit (war völlig roh), Putzen, Longieren, Spaziergänge, anbinden, Hufe geben usw)Kennt Sattel, Aufsteigen, Reitergewicht, einige Runden im Schritt - Winterpause.
Seit ca.1 Woche wird er wieder gearbeitet. Bald soll er als Handpferd mit in Gelände, zur Zeit Auffrischung des gelernten.
Im Umgang ist er schon total cool und echt geduldigt.

Leider ist es einfach so, das anscheind irgendwie jeder ein "günstiges" junges Islandpferd sucht, das aber schon alles können müsste.
Da werden so Anforderungen gestellt - das er z.B. schon tölten sollte, aber nur 3000€ kosten darf.
Den Leuten es einfach zu teuer (eigentlich unbezahlbar meinte die letzte Interessentin !)
ist in Beritt zu investieren, man noch einen Sattel dazumöchte,
die Leute ein Jungpferd für die erst kurz reitenden Töchter kaufen möchten, die die Pferde dann selbst ausbilden.
Auch hier ist die Selbstüberschätzung sehr groß.
Das Thema, das sich die Leute einfach dann nach Proberitten nicht mehr melden, oder per SMS/Whats app absagen oder einen hinhalten möchte ich hier auch ansprechen.
Ich frage mich jetzt - gibt es noch die Käufer die auch einen entsprechenden Preis zahlen für ein Islandpferd?
Meine Preisvorstellungen sind wirklich nicht hoch, aber ich verschenke ihn auch nicht -

Wie sind eure Erfahrungen im Pferdeverkauf, hat man eine Chance ein Jungpferd zu verkaufen? Angeritten?

Natürlich möchte ich nicht alle Käufer über einen Kamm scheren, aber so sind meine Erfahrungen, und musste irgendwie mal raus, weil ich schon etwas genervt bin von all dem.

lg



Geschrieben von hochelfe am 11.02.2014 um 09:15:

 

also ich befinde mich ja gerade auf der anderen Seite und suche ein Jungpferd ;-)
und ich muss sagen: deine Vorstellungen sind mehr als OK!
Wenn es zeitlich besser gepasst hätte mit dem Verkauf/Kauf, wäre ich mit Sicherheit mit ernsthaftem Interesse vorbeigekommen.
ich habe mir Pferde angeschaut, die gar nichts! können (was ich auch so akzeptieren würde; also nichtmal führen oder so), aber weitaus mehr kosten sollen (zb. 4500-5000€, und kein Sportpferd), das finde ich dann irgendwann zu abgehoben.
Aber ich muss auch sagen, privat scheint es echt schwer ein Pferd zu verkaufen. Meine Freundin hat das letztes Jahr durch und hat es letztendlich in Komission gegeben, weil sie es nicht verkaufen konnte.
Es gibt eben echt viele Pferde auf dem Markt und da muss erstmal der Mensch vorbeikommen, der genau das sucht, das scheint auch nicht sooo einfach zu sein.



Geschrieben von Svalin am 11.02.2014 um 09:20:

 

Es ist leider so, dass einige Leute versuchen, bei Privatverkäufern den Preis zu drücken, nach dem Motto: kommt nicht aus einem großen Stall, kann also nicht gut sein... Die führen mit dir Diskussionen, die sie sich bei Fam. Schenzel oder auf Elisenruh zB nicht erlauben würden...

Du brauchst einen langen Atem - irgendwann kommt der Richtige.
Hab ich auch schon gehört: ach neiiin geschockt - so teuer? Ich dachte so an 1000 bis 1500 € - soll ja nur für's Kind sein zum Ausprobieren.
So was macht mich richtig böse - da kommt dann schon mal die Antwort: damit mein Pferd nicht als Spielpony endet, kostet es 6.800 € großes Grinsen

Es ist definitiv nicht einfach, ein Jungpferd zu verkaufen - bereits geritten wird es einfacher, obwohl der Preis natürlich steigt.
Aber das sehen die Leute dann eher ein.



Geschrieben von Wisy am 11.02.2014 um 13:32:

 

nee, lieber nicht Augenzwinkern



Geschrieben von walkaloosa am 11.02.2014 um 13:55:

 

Ich war auch schon mal in dieser Situation und ich weiß was du meinst. Ich habe mir geschworen nie wieder ein Pferd zu verkaufen, das zehrt zu sehr an den Nerven. Ich denke der Isländermarkt ist gut gefüllt, daher ist es natürlich noch schwieriger als bei Exoten. Man bekommt eben auch für wirklich kleines Geld einen jungen Isländer, warum dann mehr investieren. Neulich habe ich erst eine Reportage gesehen, da haben die die Jungpferde echt verscheuert, weil niemand einen ordentlichen Preis zahlen wollte, da waren grad mal die Kosten der ersten paar Monate gedeckt...

Ich denke du hast drei Optionen, entweder du hast viel viel Zeit und kannst es dir erlauben zu warten bis der richtige Käufer kommt oder du hast Glück und es kommt jemand der jetzt genau dieses Pferd möchte oder aber du wirst wohl oder Übel den Kleinen "fast verschenken" müssen (so ging es mir damals)...traurig aber wahr...



Geschrieben von Ástrida am 11.02.2014 um 15:55:

 

@walkaloosa
wie definierst du denn "fast verschenken"?

Und, habe ich jetzt überlesen, was es für ein Preisvorstellung gibt?



Geschrieben von walkaloosa am 11.02.2014 um 17:46:

 

Wir wissen ja alle was so ein Pferdchen kostet. Wenn ich nun ein Jungpferd von Anfang an aufziehe also Decktaxe, Tierarztkosten bist das Fohlen überhaupt da ist und wenn das Fohlen geboren ist dann brauche ich TA, Hufschmied, Stallmiete, Futter etc. die Zeit die man reinsteckt kann man ja eh nicht in Geldbeträgen ausdrücken...wenn man hierfür einen realistischen Preis möchte, dass zumindest diese Kosten gedeckt sind, dann kommt man schon auf eine ordentliche Summe und dann hat man nichts dran verdient... gut viele Hobbyzüchter machen das ja nicht um Geld zu verdienen, aber trotzdem...
Wenn ich mir dann anschaue was man wirklich für ein ungerittenes Jungpferd bekommt, dann sind da vielleicht gerade mal die Kosten für das erste Lebensjahr abgedeckt, wenn überhaupt. Das ist in meinen Augen "fast verschenkt".

Nein eine Preisvorstellung habe ich auch nicht gelesen...



Geschrieben von Shay am 11.02.2014 um 18:40:

 

Ich wünsche dir viel Glück und einen langen Atem.
Aus Erfahrung weiß ich, dass das dauern kann. Jetzt im Winter läuft eh nix. Warte mal den Frühling ab, dann wird das schon besser.
Bei unserm letzten hat es auch fast 1 1/2 Jahre gedauert. Und unser aktuelles Verkaufspferd "steht" seit September. Die ist allerdings schon fertig und entsprechend teuer. Wir haben uns zum Prinzip gemacht, "Der der den Preis (plus/minus) nicht zahlen will, ist unser Pferd nicht wert."



Geschrieben von Smartie am 11.02.2014 um 19:28:

 

Zitat:
Der der den Preis (plus/minus) nicht zahlen will, ist unser Pferd nicht wert."

Das denke ich mir auch!!!



Geschrieben von Hoan am 11.02.2014 um 19:37:

 

Auch wenn den Züchtern das Herz blutet: Der Markt für ungerittene/angearbeitete Islandpferde ist mehr als gesättigt. Und nun ist es eben so, dass die (geringe) Nachfrage den Preis bestimmt, der leider dann auch oft nicht die Kosten deckt. Da muss man für sich abwägen: Verkaufen und den bisherigen Verlust wegstecken oder nach dem Prinzip Hoffnung erst mal weitermachen und auf Besserung hoffen.
Ich gucke mir aus Interesse immer wieder mal die einschlägigen Verkaufsanzeigen an und finde z.T. die Präsentation der zu verkaufenden Jungpferde mehr als abenteuerlich:
blumige Beschreibung eines liebenden Besitzers, keine Fohlen- oder Jungpferdeprüfungsnoten (die bei allen Unwägbarkeiten zumindestens eine gewisse Aussagekraft haben), oft kein Foto und auch keine vollständige Abstammungsangaben.
Wer um Himmelswillen soll sich für dieses einzelne Jungpferd interessieren? Und fährt man dann doch hin, so ist das 1,40m Stockmaß doch "nur" 1,35 m und das kräftige Jungpferd ein Spargeltazan.
Was ich damit sagen will: Nicht nur die Käufer sind am schleppenden Verkauf "schuld"!



Geschrieben von vafi am 11.02.2014 um 20:45:

 

Zitat:
Original von Hoan
Ich gucke mir aus Interesse immer wieder mal die einschlägigen Verkaufsanzeigen an und finde z.T. die Präsentation der zu verkaufenden Jungpferde mehr als abenteuerlich:
blumige Beschreibung eines liebenden Besitzers, keine Fohlen- oder Jungpferdeprüfungsnoten (die bei allen Unwägbarkeiten zumindestens eine gewisse Aussagekraft haben), oft kein Foto und auch keine vollständige Abstammungsangaben.
Wer um Himmelswillen soll sich für dieses einzelne Jungpferd interessieren?


Das wundert mich auch immer wieder. Gute Fotos sind so wichtig und selbst wenn man nicht züchten will, ist die Abstammung interessant. Da will man nicht alles bei stormhestar nachgucken müssen.



Geschrieben von Pelle am 11.02.2014 um 20:48:

 

Ich hab monatelang versucht, eine angerittene Stute zu verkaufen für einen moderaten Preis. Nichts. Hab dann irgendwann gesagt "nee, so nicht" und hab 1000 Euro draufgehauen und innerhalb von drei Tagen war sie verkauft.
Dasselbe ist meiner Freundin in DK auch schon passiert. Echt schräg.



Geschrieben von Mósa-mín am 11.02.2014 um 23:53:

 

"Islandpferdeverkauf - so schwierig.....?" ---> JA!

Besonders auch die Gradwanderung der richtigen Preisfindung. Zu teuer schränkt den Interessentenkreis ein, zu günstig erweckt den Eindruck von "Billigware". Dabei können schon mal läppische 500€ zu viel oder zu wenig ausschlaggebend sein.
Wobei ich sagen muss, dass ich in dem Preis-wirr-warr eh nicht mehr durchblicke... Zumindest nicht auf Island. Da gibt es nette, gerittene (!) Pferde mit solider Abstammung für umgerechnet unter 1000€, andererseits Fohlen/Jungpferde aus No-Name-Zuchten für die fast 2500€ verlangt wird Augen rollen Und selbstverständlich suchen alle das eierlegende Wollmilchsau-Bewegungswunder, wollen aber möglichst nichts dafür zahlen Augen rollen
Pferdeverkauf macht KEINEN Spaß!



Geschrieben von Jalda am 12.02.2014 um 07:15:

 

..Preisvorstellungen lagen erst so bei 4000€ bin dann runtergegangen auf 3500€..
wobei ich auch nochmal mit mir handeln lassen würde....vll. doch zu "billig"...



Geschrieben von Zambezi am 12.02.2014 um 08:23:

 

Ich finde Deine Preisvorstellung völlig in Ordnung.
Die Erfahrung, dass es schwer ist, Pferde privat zu verkaufen, hab ich auch schon gemacht. Eines kam relativ schnell im Bekanntenkreis unter, beim anderen hat es sich recht lange hingezogen und mir war es wichtiger, dass es an einen guten Platz kommt, daher habe ich beim Preis Abstriche gemacht.
Auch beim Kauf von Privat habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Die Beschreibungen sind oft sehr optimistisch und wenn man dann durch halb Deutschland fährt, um ein Pferd anzuschauen, das völlig anders ist als beschrieben, ist man dementsprechend enttäuscht. Auf größeren Gestüten sind die Preise zwar höher, aber Profis können ein Pferd in der Regel ganz gut einschätzen (gut, auch nicht alle, aber die Beschreibungen, die ich da bekommen habe, waren meistens realistisch) und haben natürlich auch ein anderes Ambiente und bessere Möglichkeiten, das Pferd vorzustellen. Die Pferde sind ihren Möglichkeiten entsprechend trainiert und man hat als Käufer eine größere Auswahl.
Bei einem jungen Isi, der freilaufend nur die Grundgangarten zeigt und eingetöltet werden muss, ist es für einen Käufer oft sehr schwer einzuschätzen, ob und wie viel Gangveranlagung das Pferd überhaupt mitbringt. Und der Preis von Isländern steht und fällt nun mal mit der Töltveranlagung ... Unter Umständen ist es dann gescheiter, das Pferd erst mal einige Monate in Beritt zu geben und es eintölten zu lassen und es dann zu einem höheren Preis anzubieten.

Hast Du das Pferd schon hier im Forum angeboten? Wenn nicht, wäre das auch eine Möglichkeit, eine Verkaufsanzeige zu veröffentlichen. Und hier bekommst Du auch ein ehrliches Feedback, ob Deine Beschreibung gut und vollständig ist und die Fotos aussagekräftig sind.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück dabei und dass das Pferdchen einen schönen, passenden Platz bekommt smile



Geschrieben von Vinja am 12.02.2014 um 08:26:

 

Hallo,
bei Hedinn kommt glaube ich eins zum anderen. Er ist "nur" ein Rappe ( somit fallen schonmal die Farbkäufer weg ), er hat keine besondere Abstammung ( nicht böse gemeint) und er kann noch nicht viel-vorteilhaft ist seine Größe. Wenn du es finanziell und zeitlich hinbekommst würde ich ihn an deiner Stelle noch weiter ausbilden und dann für einen anderen Preis anbieten.

Das guter Beritt immer teurer wird stimmt und da kann ich verstehen, dass Käufer von Jungpferden Abstand nehmen, es sei denn sie können selber ausbilden.



Geschrieben von isigoing am 12.02.2014 um 09:57:

 

Ich kann Hoan und Vafi nur zustimmen! (Und das nicht nur in Bezug auf Jungpferde-Verkäufe Augenzwinkern )

Ich gucke gerne und oft in die Verkaufsbörsen für Isis, die es so im Netz gibt. Man könnte da jeweils eine Sammlung von "Die 10 schrecklichsten Bilder für eigentlich schöne Pferde" zusammenstellen.

Aber back to Topic: Hast Du verschiedene Fotos oder evtl. sogar ein Video, das zu zusenden kannst? Wie beschreibst Du das Pferd? Vielleicht lässt sich daran noch etwas verändern so dass es eindeutiger ist?



Geschrieben von Blesa am 12.02.2014 um 10:02:

 

Pferdeverkauf kann wirklich sehr nervig sein, da versucht man schon, das Pferd wirklich möglichst ehrlich zu beschreiben, bsp. "beherrscht auf dem Platz große gebogene Linien" und dann kommen Interessenten und beschweren sich, dass das angerittene junge Pferd keine Seitengänge beherrscht, noch nicht auf dem Platz galoppieren kann, den Trab noch nicht konstant halten kann (obwohl in der Anzeige steht, dass das seine schlechteste Gangart ist und er noch gerne wechselt) etc.



Geschrieben von Jalda am 13.02.2014 um 10:03:

 

Ich denke das ich ggf. nochmal bessere Bilder machen müsste.Das ist ein guter Tipp, habe glaube ich nur ein gutes Bild, und da sieht man die lange Mähne nicht.

Vll. auch freilaufende Gangbilder? Oder Reitbilder? Ist halt noch nicht viel zu sehen...

Morgen habe ich eine Interessentin da, die ein Jungpferd sucht. Bin mal gespannt. cool

Ich habe jetzt auch immer die Ausbilderin/Trainerin von Hedinn mit dabei, die reitet ihn dann vor (im Schritt) und zeigt ihn vorher freilaufend
Ansonsten lass ich die Interessenten Hedinn holen aufhaltftern, Putzen und Satteln..

Hier im Forum habe ich auch eine Anzeige, leider habe ich das mit dem Bild reinstellen nicht hinbekommen, Format oder Gr. haben immer nicht gestimmt... muss ich nochmal ran..


Lg



Geschrieben von Lexi am 13.02.2014 um 10:13:

 

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