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Geschrieben von AnnaW am 29.03.2014 um 19:08:
Kollektiver Muskelschwund - was ist da los?
Hallo zusammen,
ich bin im moment ein wenig verzweifelt, und hoffe dass ihr mir weiterhelfen könnt.
Vor einem Jahr bin ich mit meinen zwei Isis aus dem schönen Rhein-Main-Gebiet ins das genauso schöne Baden-Württemberg gezogen. Beide waren gut bemuskelt, gesund und schön
Doch seit ein paar Monaten kann ich zusehen, wie die Muskeln verschwinden und die beiden immer mehr abbauen.
Mein Wallach ist 20 Jahre alt. Figurlich war er immer top. Jetzt kippt die Mähne, am Rücken an der Kruppe und am Oberschenkel fehlen immer mehr die Muskeln. Ein großes Blutbild wurde gemacht, alles okay, bis auf einen Zink- und Selenmangel. Beide Präparate bekommt er nun zugefüttert. Ansonsten gibt es Schwarzhafer und Reformin. Er geht 3-5 Mal die Woche, überwiegend ins Gelände.
Meine Stute wird jetzt 6 und ist zart gebaut. Sie hat Gewicht verloren und sieht kantig aus. Auch die Muskel schwinden so langsam. Sie wird ca. 5 Mal die Woche bewegt, Gelände, Platz und Longe. Sie kriegt Schwarzhafer, Salvana und seit einiger Zeit eine riesen Portion Heucobs. Blut ist abgenommen, auf das Ergebnis warte ich.
Zähne sind bei beiden frisch gemacht. Die Heuportionen die an unserem Hof gefüttert werden, halte ich für angemessen.
Nun fällt mir aber auf, dass so einige Pferde an unserem Hof echt nicht gut aussehen. Und im Gespräch mit einigen Einstellern habe ich nun erfahren, dass es schon vielen aufgefallen ist, dass ihre Pferde an Muskeln verlieren.
Woran liegt das?? Ist es wirklich "nur" Selenmangel? Liegt es am Futter (Heu)? Kann es ein Infekt sein?
Was können wir jetzt tun??
Vielleicht hat jemand von euch ja ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich freue mich über Tipps.
Geschrieben von rivera am 29.03.2014 um 19:13:
was ist eine angemessene heumenge für dich?
kannst du kg pro pferd angeben? was für heu ist das? schnittzeitpunkt, was für flächen, qualität?
wenn etliche pferde dort abbauen, muss es ja ein gemeinsamer faktor sein, das heu liegt nahe. haben die pferde viel stress? haben sie ausreichend fläche zum selbstständig bewegen?
Geschrieben von Atli am 29.03.2014 um 19:23:
Habt ihr das Wasser untersuchen lassen?
Viele Grüße aus der Eifel
Astrid
Geschrieben von AnnaW am 29.03.2014 um 19:27:
Ich habe leider keinerlei Informationen über das Heu, da das die Hofbesitzer besorgen. Ich könnte natürlich mal nachfragen. Die Kilozahl weiß ich auch nicht, ich kann nur die Menge schätzen, die ich sehe und finde, dass es für die Pferde reicht. Vielleicht liege ich da aber auch daneben!?? Das kann natürlich auch sein!
Sie stehen in einem Offenstall, die qm kann ich leider nicht abschätzen.Sie können sich da schon gut die Füße vertreten, aber massig viel Platz haben sie definitiv nicht. Zum Toben reicht es nicht.
Aber so standen sie an meinem alten Hof im Winter auch. Und da haben sie nicht abgebaut.
Stress ist immer wieder in der Herde, weil wir in dem Jahr recht viel Fluktuation hatten. Das betraf aber eher die Offenställe nebenan. Seit dem Winter ist es sowohl in der Herde meines Wallachs, als auch in der Herde meiner Stute zu keinen Neuzugängen gekommen. Der Wallach hatte immer mal Stress mit dem Chef, das ist aber seit ca. einem Monat besser. Bei der Stute ist totale Ruhe in der Herde. Die Damen verstehen sich ausgezeichnet.
@ Astrid: Worauf testen lassen?
Geschrieben von Helmingur am 29.03.2014 um 19:37:
Wie lange stehen die Pferde ohne Heu?
(tagsüber und vor allem nachts)
Vielleicht mal was von dem Heu zur LUFA schicken?
Ohje, ich hoffe, du kannst das Problem finden und eliminieren!
Geschrieben von AnnaW am 29.03.2014 um 20:03:
Sie kriegen morgens (gegen neun glaub ich), dann nochmal gegen eins und abends gegen fünf/sechs.
Ich glaube das beste wird tatsächlich eine Trinkwasseranalyse und Futtermittelanalyse sein.
Wo muss was eingeschickt werden und wie hoch sind die Kosten?
Geschrieben von Zambezi am 29.03.2014 um 20:10:
Sind denn genügend Fressplätze vorhanden, dass ALLE Pferde genug Heu abkriegen? Wenn nicht, könnte es sein, das die Ranghohen sich die Bäuche vollhauen und für die Rangniedrigen nicht genug übrigbleibt.
Geschrieben von AnnaW am 29.03.2014 um 20:15:
Das Heu wird so verteilt, dass alle satt werden. Ich hab auch weniger das Gefühl, dass es an zu wenig Heu liegt. Mein Wallach ist ja z.B. nicht zu dünn ...
Geschrieben von Wisy am 29.03.2014 um 21:13:
Wie ist denn der Entwurmungsstatus deiner beiden Pferde und auch der der Herde?
Geschrieben von AnnaW am 31.03.2014 um 20:13:
Letzte Wurmkur im Herbst. Die Pferde werden zweimal im Jahr entwurmt. Ich habe gestern mit den Hofbesitzern gesprochen. Die wollen das jetzt mal mit ihrem Tierarzt kläre und das Heu wechseln.
Geschrieben von Wisy am 01.04.2014 um 08:38:
Ich weiß, dass Entwurmung ein Thema ist, bei dem es viele Meinungen gibt. Ich bin der Meinung, da, wo viele Pferde zusammen kommen, sollte 4x im Jahr entwurmt werden.
Gab es im Winter keine WK gegen Dasseln? Die ist m.E. nach absolut zwingend.
Gut ist ja schon mal, dass die SB offenbar Kritikfähig und Gesprächsbereit sind. Ich würde mit dem TA über Verwurmung sprechen, evtl mal eine Sammelkotprobe machen und untersuchen lassen, kostet ja nicht die Welt.
Geschrieben von Baron am 01.04.2014 um 09:21:
lass den SB doch lieber das Heu mal zur Analyse wegschicken statt direkt zu wechseln.
Möglicherweise ist der "Nährwert" zu gering so das trotz eigentlich ausreichender Menge mehr gefüttert werden müsste.
Die Analyse (z.B. bei Lufa) dauert ca eine Woche und kostet rund 40 Euro. Dazu muss man nur aus jedem Ballen eine Hand voll Heu rausziehen und einpacken/wegschicken
Geschrieben von Glaumur am 01.04.2014 um 14:51:
Ich würde den Selenmangel nicht außer acht lassen. Gerade bei Muskelschwund. Vielleicht ist das Heu das ihr dort gerade habt, nicht so reichhaltig wie das vorher.
Wenn mehrere Pferde am Stall betroffen sind rückt die Leber in Verdacht. Heu- und Wasseranalyse wäre das erste was ich machen würde, zusätzlich zur Selensubstitution.
Geschrieben von Topsy am 01.04.2014 um 15:33:
In meinem jetzigen Stall wird auch nur 2x entwurmt. Mit dem Ergebnis, dass meine nach der Weidesaison ziemlich verwurmt war.... Jetzt entwurme ich selber zusätzlich zwischendurch....
Geschrieben von Svalin am 01.04.2014 um 16:01:
Aprilscherz?
ne - kann nicht sein, Thread ist vom 29.3.
Geschrieben von Atli am 01.04.2014 um 16:05:
@ Svalin - ich glaube, Anna findet das Ganze nicht lustig und macht sich echte Sorgen
Viele Grüße aus der Eifel
Astrid
Geschrieben von Topsy am 02.04.2014 um 13:16:
Wenn ich darüber nachdenke, glaube ich (auch), dass es am Heu liegen kann.
Wie ich schon oft erzählt habe, war Topsy ja letztes Jahr 2 Wochen auf einem Isländer-Reiterhof.
Sie hat "eigentlich" richtig viel Heu bekommen, aber trotzdem tierisch abgenommen, bis ich ihr extra energiereiche Kraftfutterpellets hinzugefüttert habe.
Gründe: Weide völlig abgeweidet. Vom selbstproduziertem Heu weiss ich, dass ein grosser Teil von sauren Moorwiesen (Hochschwarzwald...) stammte, das sie gar nicht erst angerührt hat, nur eher aus lauter Verzweiflung, weil es nichts anderes gab. Die anderen Heuballen danach stammten nicht von einer Moorwiese, aber müssen um einiges energie-ärmer gewesen sein, als was es sonst so gibt, denn wie gesagt ohne spezielles superenergiereiches Kraftfutter hat sie mir in einer Woche voll abgebaut (ich habe sie ja auch noch jeden Tag gut geritten....).
Würde also auch sagen, dass das Heu dort vielleicht sehr energiearm ist, auch wenn es vielleicht gut aussehen und riechen sollte (ok, das Moorheu hat auch für mich scheusslich gerochen, total sauer....).
Geschrieben von Mrs.Mogli am 02.04.2014 um 14:01:
Mir ist es auch schon mal passiert, dass ich Heu hatte, dass kaum Gehalt in sich trug (war ich noch sehr unerfahren)
Die Mengen sind dann okay, aber es ist nicht genug nahrhaftes drin.
Beifüttern, beifüttern, beifüttern.
Wenn die Muskulatur schon schwindet, ist es mit dem abschlanken lassen (viele Hofbetreiber schauen danach) übers Ziel hinaus geschossen.
Dann ist das Pferd aber auch dünn ! Beim älteren können aber Wassereinlagerungen täuschen. Starker Wurmbefall mit solchen Auswirkungen, wie auszehren, müßte der deutlich sichtbare Wurmbauch da sein.
Bei Leberbeteiligung, die schon Muskulatur zehrt, sind die Pferd schlapp - da wäre ein Ausritt nicht mehr möglich.
Du musst Dir mal in der Woche einen Tag frei nehmen und auch schauen, was wirklich und wie oft gefüttert wird
lg elke
Geschrieben von Wisy am 02.04.2014 um 15:08:
Bei Magendasselbefall gibt es nicht unbedingt zwingend den Wurmbauch!
Geschrieben von Topsy am 03.04.2014 um 09:48:
Wenn man nicht unbedingt mehr Kraftfutter beifüttern will, kann man sich Heulage kaufen. Das stärkt auch, ist aber "gesünder" als "nur" zusätzliche Kraftfutter-Erhöhung.
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