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Geschrieben von NuEpi am 19.04.2014 um 10:51:

  Tölt trainieren / fördern, ab wann?

Angeregt durch das Thema Rennpass trainieren möchte ich euch mal fragen, unter welchen Voraussetzungen ihr mit dem Tölttraining, bzw. dessen Förderung beginnt.

Mein Pferd wird 6 im April, ist seit Anfang Dezember unter dem Sattel und ist inzwischen schon ganz gut in Balance, kann aber noch besser werden.
Er geht die drei Grundgangarten auf beiden Händen etwa gleich gut, Galopp links muss noch besser werden, da kommen noch hinten gelaufene Phasen, die durch akzentuiertes Treiben aber sofort weg sind.

Ich hatte geplant, wenn er sich so weiter entwickelt, dass ich im Juni / Juli beginne den Tölt mehr zu fordern.
Er töltet von sich aus im Freilauf und zeigt auch Tölt unter dem Reiter, vor allem in Übergängen oder wenn das Tempo zu schnell wird auf gebogenen Linien. Noch unterbinde ich den Tölt, dh ich pariere durch und trabe wieder an, wenn er kommt.

Wann beginnt ihr denn mit dem Training am Tölt? Damit meine ich jetzt keine Zeitangabe, sondern welche Voraussetungen müssen gegeben sein?



Geschrieben von Lind am 19.04.2014 um 11:10:

 

Für mich ist neben der allemeinen Kondition die Durchlässigkeit sehr wichtig. Das Pferd muss sehr gut auf Gewichtshilfen reagieren und die Hinterhand gut einsetzen, bzw. die Hinterhand gut untertreiben lassen.
Grundsätzlich find ichs auch nicht verkehrt, wenn das Pferd die Seitengänge im Schritt kann. Damit kann man Hinterhand und Schulter gut kontrollieren. Das erleichtert die Töltarbeit sehr, finde ich.



Geschrieben von Velvakandi am 19.04.2014 um 11:48:

 

Ich nehm die Gänge grad am Anfang wie sie kommen. Durchparieren und Tölt unterbinden gäbs bei mir gar nicht erst Augenzwinkern Aber vielleicht bin ich da auch einfach "anders", ich reite Gangpferde freizeitmäßig, Trab spielt für mich sowieso nur eine untergeordnete Rolle, der ist mir für ein Reitpferd nicht einen Bruchteil so wichtig wie der Tölt.
In der Pferdegrundausbildung gibts auch keine "Stufenplan", grad für Isis nicht, die gangmäßig so unterschiedlich veranlagt sein können. Da muß nicht Schritt x abgehakt sein, um zu y überzugehen. Wenn dein Pferd Tölt von sich aus anbietet, dann freu dich dran und reite den auch.



Geschrieben von Lind am 19.04.2014 um 11:54:

 

Das was Velvakandi schreibt, sehr ich übrigens auch so. Wenn das Pferd Tölt anbietet, würd ich ihn auch einfach locker und ohne große Einwirkung laufen lassen. Aber bevor ich wirklich am Tölt arbeiten oder ein Pferd eintölten würde, würde ich auf gute Durchläsigkeit achten.



Geschrieben von NuEpi am 19.04.2014 um 22:10:

 

Also ich hab das heute mal so im Kopf gehabt, was ihr geschrieben habt und es ist nicht so, dass ich keinen Tölt reite. Nur wenn ich antraben möchte und er töltet an, dann pariere ich ihn durch, denn das ist dann ja nicht, was ich ihm vermitteln wollte. Ich möchte, dass er später schon unterscheiden kann, ob er traben oder tölten soll.

Ansonsten, wenn er antöltet, weil zB nach dem Galopp das Tempo noch zu hoch zum traben ist, dann lasse ich ihn laufen, bis er trabig wird und pariere dann durch.

Das klappt gut, habe ich heute nach dem Lesen hier mal bewusst drauf geachtet. Nach dem Galopp fiel er in guten Tölt. Ich habe ihn vorsichtig angenommen und leicht getrieben und er hat eine gute Runde durchgehalten in der Halle. Dann habe ich ihn durchpariert zum Schritt und ausgiebig gelobt. Auf der anderen Hand war es sogar noch einen Tick besser...

Also meint ihr auch, dass ich den Tölt annehmen sollte, wenn er ihn anbietet und dann eben dadurch fördern, dass ich insgsamt an Duchlässigkeit, Kondition und Balance weiter arbeite?
Ich habe etwas Angst, dass ich ihn überfordere, dass ich zu früh zu viel will... und das möchte ich gern vermeiden...



Geschrieben von Velvakandi am 19.04.2014 um 22:21:

 

Ich denke, wenn er den Gang freiwillig anbietet und du den nicht mit Hängen und Würgen erreiten mußt (und danach klingt es ja gar nicht), kannst du ihn gar nicht überfordern fröhlich Er bekommt durchs Tölten ja ebenfalls mehr Balance und Durchlässigkeit, du kannst ja im Tölt genauso Bahnfiguren reiten, die das fördern (gebogene Linien, große Wendungen, Zirkel verkleiner/vergrößern...). Und er baut dann eben auch die Muskulatur auf, die er zum Tölten braucht und wird dir den Gang immer besser und ausdauernder anbieten. Freu dich dran, dass er so schön natürlich töltet, das wünscht sich so mancher Isireiter. fröhlich

Ich finds gut, einerseits daran zu arbeiten, dass er klar auf eine Trabhilfe antrabt und auf eine Tölthilfe antöltet. Aber grad in Situationen wie du beschreibst, aus dem Galopp heraus etc. würd ich wirklich nehmen was da kommt und mich dran freuen.



Geschrieben von Zambezi am 19.04.2014 um 22:31:

 

Ich sehe ein bisschen die Gefahr, zu früh zu viel zu wollen. Das ist ein junges Pferd, der muss erst mal Spaß am Laufen bekommen und wenn zu viel korrigiert und an allen möglichen Dingen gearbeitet wird, geht dieser Spaß gerne mal verloren. Nur so ein Gedanke, ich kann es ja nicht wirklich beurteilen, dazu kenne ich Dich und Dein Pferd zu wenig.
Die Gänge würde ich auch erst mal nehmen, wie sie kommen. Wenn er antöltet, würde ich niemals durchparieren, aber ich würde darauf bestehen, dass er den Gang hält und nicht ständig vom Tölt in den Trab wechselt ... und wenn es nur eine Runde ist. Zwischen Antölten und Antraben zu unterscheiden, lernen die Pferde schnell, auch später noch, wenn beide Gänge besser sitzen.



Geschrieben von NuEpi am 20.04.2014 um 11:27:

 

Genau Zambezi, ich möchte, dass er die Freude am Laufen nicht verliert.
Aber für mich zählt eben zur Ausbildung auch, dass er die Hilfen für Traben und Tölten unterscheidet und sich nicht die Gangart aussucht, die ihm grade genehm ist. Darum nehme ich ihn in den Schritt zurück, wenn ich antraben möchte und er töltet. Passiert auch nur ganz selten, da er eingentlich sehr sicher trabt.
Antölten aus dem Schritt geht nicht, jedenfalls nicht ohne viel Druck und das mag ich nicht. Darum nehme ich den Tölt nach dem Galopp gern an und dann darf er auch solange weiter laufen, wie er den Gang halten kann.
Ich denke ja auch, je mehr er töltet, umso länger werden diese Strecken und dadurch dass er töltet baut er die entsprechenden Muskeln auf und kann besser durchhalten...

Alles in allem scheine ich ja nicht so falsch zu liegen mit meinem Vorgehen und freue mich schon auf weitere Fortschritte...

Frohe Ostern!



Geschrieben von Zambezi am 20.04.2014 um 17:33:

 

Du schreibst, dass Antölten aus dem Schritt nicht geht ... aber ab und an scheint er es ja zu machen und dann parierst Du ihn durch, wenn ich das richtig verstehe, oder?
Nachdem er ja irgendwann aus dem Schritt antölten soll, würde ich ihn nicht durchparieren, sondern feste loben, wenn er antöltet ... vielleicht würde er es dann öfter mal machen Augenzwinkern
Aus meiner Sicht ergibt es keinen Sinn, den Tölt jetzt wegzureiten und zu korrigieren, um ihn dann später wieder "daran zu arbeiten". Alles, was leicht und spielerisch geht und was mir das Pferd von selber anbietet, nehme ich an, wenn ich es auf lange Sicht haben will.
Die Unterscheidung der Trab- und Tölthilfen erscheint mir wenig sinnvoll, solange nicht beide Gänge sicher sitzen. Und wenn sie das tun, lernen Pferde die Unterscheidung ruck, zuck. Solange nur eine Gangart da ist, gibt es ja nix zu unterscheiden. smile

Dir auch schöne Osterfeiertage!



Geschrieben von Velvakandi am 20.04.2014 um 20:18:

 

Ich denke, er würde sich im Gelände da auch leichter tun, da kann man ja zum Tölten leicht abfallende Wege nutzen etc. und es dem noch jungen Pferd damit viel leichter machen. Reitest du ihn immer noch nicht raus?



Geschrieben von Helmingur am 20.04.2014 um 20:52:

 

Wenn er den Tölt anbietet, würde ich ihn auch nehmen, eine gewisse Strecke reiten (muss ja gar nicht lang sein), dann durchparieren und nochmal den Trab suchen - Pony "abwürgen" würde ich nicht.
Wenn er so viel Tölt hat, würde ich das nutzen und fördern!
Der Tölt geht durch "Nicht-Reiten" nicht weg (ich habe bei meinem Schwarzen sehr lange den Tölt weggelassen, weil er ihn nur mit Verspannung und Rennen in Verbindung brachte, aber der hat viiiiiel Tölt!), aber wenn mir ein junges Pferd den Tölt so schenkt...

Mein Herr Rot trabt zuverlässig an, bietet mir (bergab oder nach dem Galopp) den Tölt allerdings immer mal an, das finde ich toll, dann tölte ich ein paar Meter, lobe kräftig und pariere durch.
Das werde ich versuchen, auszudehnen, antölten aus dem Schritt mache ich mit ihm kaum.



Geschrieben von NuEpi am 20.04.2014 um 22:54:

 

Velva: Nein, ausreiten haben wir nach dem Durchgehen nicht wieder versucht, weil meine RB dann einen Unfall hatte (Augenhöhlenbodenfraktur nach Kuhtritt) und immer noch nicht wieder reiten darf. Ich finde auch keinen anderen Mitreiter zur Zeit, bzw. sind meine Stallzeiten und deren nicht kompatibel grade.
Und zum Schluss habe ich leider immer noch Kopfkino... ich bin schon froh, dass ich mich allein auf die Bahn traue, wo ich aber leider nicht locker und entspannt sein kann zu Beginn...

Ausserdem haben wir in Hofnähe auch nicht unbedingt geeignete Wege, da müssen wir erst durchs Dorf in den Staatsforst und das trau ich mir mit Lakki noch nicht zu.

Sobald meine RB wieder fit ist und auch wieder etwas im Training soll sie mit ihm rausgehen. Klingt sicher komisch für einige, aber ehe ich Lakki durch meine Angst verunsichere, begleite ich ihn lieber auf einem braven Pferd und meine mutige RB reitet ihn ohne Angst... ich habe damit kein Problem.



Geschrieben von Velvakandi am 20.04.2014 um 23:32:

 

Ach Nuepi, bleib doch mal ehrlich zu dir selbst Augenzwinkern Er ist dir nicht durchgegangen. Er hat sich erschrocken und ist mal ein Stückchen galoppiert Augenzwinkern Das passiert doch auch mit einem 20 jährigen Pferd mal, er hat sich sofort runterregeln lassen und war direkt wieder "bei dir". Nichts, aber auch gar nichts, deutet drauf hin, dass euch das beim nächsten Ritt wieder passiert. Und selbst wenn, ein paar Meter Galopp werfen dich ja nun auch nicht gleich aus dem Sattel (was auch wiederum kein Weltuntergang wäre).

Ich bin ja bekenndermaßen kein Angstreiter und hab wenig Basis um sowas nachzuvollziehen. Verzeih mir, wenn ich hier ein bißchen unsensibel rüberkomme, denn das ist nicht meine Absicht. fröhlich Aber euch ist doch gar nichts passiert und euch wird auch beim nächsten Ritt nach draußen nichts passieren.

Wenn er sich morgen in der Halle erschrickt und mal ein paar Meter weggaloppiert, reitest du ihn dann gar nicht mehr? Was hemmt dich denn so, mal über deinen Schatten zu springen? Führ ihn halt durchs Dorf und steig erst im Wald auf, keiner wird lachen oder blöde Sprüche ablassen, wenn man ein junges Pferd an der Straße erstmal zu Fuß begleitet. Und dann steigst du auf, wenn es sich richtig anfühlt. Oder gehst wenigstens mit ihm an der Hand raus (vielleicht mit Sattel drauf, dann kannst du dich spontan draufsetzen, falls es euch "packt"). Aber das stetige Reiten in der Halle, weil ihr euch noch nichtmal auf die Bahn traut wenn dort ein Trekker rumfährt (ehrlich? Dann steig halt ab, zeig ihm den Trekker, steig wieder auf wenn er sich beruhigt hab, aber flüchte nicht gleich in die Halle) - sorry, das ist nicht gut für ein junges Pferd. Und das meine ich wirklich nicht böse, aber du hast dir nunmal dieses junge Pferd gekauft und dir zum Ziel gesetzt, es selbst auszubilden. Dann bilde ihn aber doch auch aus. Konzentrier dich nicht so sehr auf Feinheiten wie "wenn ich Antrabe und Tölt kommt, korrigier ich das". Das ist für ein Pferd was gerade ein halbes Jahr mehr oder minder regelmäßig geritten wird nicht wichtig. Wichtig ist, dass ihr zusammen eine Einheit werdet und dass er lernt, dass Arbeiten mit dir immer spaßig und abwechslungsreich ist. Und ich weiß, ihr macht viele unterschiedliche Dinge zusammen. Aber das ersetzt in meinen Augen nicht die Ritte im Gelände, vor allem nicht wenn du jetzt merkst, du würdest eventuell gern an der Gangtrennung feilen. Klar, man kann das auch in der Halle machen. Aber es ist für euch beide so unendlich viel schwieriger.

Du verläßt dich da auf deine RB, der gehts aber vielleicht auf Monate hinaus nicht gut genug, um wieder zu reiten (Schädel-Hirn-Traumata laufen ja nicht unbedingt immer nach Textbuch ab). Er ist doch dein Pferd, du hast ihn gesehen und hast sofort gespürt, dass er zu dir gehört. Warum kannst du ihm denn nicht vertrauen? Das ist doch kein A...loch, was dich an der nächste Ecke absetzt und auf Nimmerwiedersehen verschwindet?

Schnapp dir dein Pony, mach Sattel und Trense drauf, nimm deinen Helm mit und wander los in den Wald. Wenn du Fuß bleibst, bleibst du zu Fuß. Kein Weltuntergang. fröhlich Wenn du 50 m reitest und danach lieber wieder absteigen willst, auch egal. Sing ein Lied, erzähl ihm von deinem Tag, verbring einfach mal Zeit mit ihm draußen in der Natur, um zu sehen wie er auf verschiedene Dinge reagiert, damit du einschätzen lernst, ob er rennt, oder springt oder einfach nur cool bleibt. Das gibt dir doch Sicherheit, wenn du ihn dann mal reitest. Mach einfach irgendwas mit ihm draußen.
Aber nimm den Kerl mit raus aus der Halle und runter vom Hof und mach das möglichst ohne zweites Pferd, denn er soll ja DIR zuhören und nicht mit den Gedanken immer beim Zweitpferd sein.

Und ich mein das wirklich nur freundlich, auch wenn ich mir selbst grad vorkomme, als würd ich dir hier den Kopf waschen. Aber du hast dir dieses junge Pferd zugetraut und ich denke, das liegt alles nicht außerhalb deinen Möglichkeiten. Du mußt dich nur endlich mal trauen! fröhlich



Geschrieben von NuEpi am 21.04.2014 um 00:09:

 

Nein Velva, alles gut. Augenzwinkern
Ich reite nicht nur in der Halle, ich gehe auch auf den Platz und mit anderen Reitern auch auf die Bahn.
Und für mich war es ein Durchgehen... das ist für mich auch ein kurzzeitiger Kontrollverlust, wenn ich mein Pferd nicht mehr "bei mir" habe. Für mich ist es ein schlimmes Gefühl, anderen sehen es nicht so eng, solange nichts passiert. Ist doch ok so.

Es war kein Trecker, die machen ihm nichts, es war ein lauter stinkender Aufsitzmäher, den er bisher noch nicht kannte. Das mochte ich nicht riskieren.
Den zeige ich ihm erst mal am Boden.

Alleine würde ich aber nun mal gar nicht mit ihm ins Gelände gehen, das macht mein Nervenkostüm nicht mit. Spazieren gehen machen wir doch schon, klappt auch hervorragend. Darum war der Plan, sobald meine Freundin wieder zeitlich mit mir kompatibel ist, das wir zusammen losziehen mit Sattel drauf und wenn alles so entspannt ist, wie vorher, dann steige ich auf.

Meine RB wird, wenn alles gut geht in 2 Wochen wieder aufs Pferd dürfen. Das stehen wir auch noch durch, zumal im Moment die Turniervorbereitung ansteht und mir so eh weniger Zeit zum reiten bleibt.

Irgendwie sind wir hier OT, aber macht nichts fröhlich Ich geh jetzt ins Bettchen. Gute Nacht.



Geschrieben von ALF am 21.04.2014 um 09:09:

 

Zitat:
Original von NuEpi
Für mich ist es ein schlimmes Gefühl, anderen sehen es nicht so eng, solange nichts passiert. Ist doch ok so.


Ich bin da ganz bei Velvakandi und für dein junges Pferd ist das natürlich überhaupt nicht ok.

Ein junges Pferd gehört beim Einreiten weder in die Halle, auf den Platz noch auf die Bahn, sondern ins Gelände! Wenn man sich das als Reiter nicht zutraut (was keineswegs abwertend gemeint ist), sollte man tunlichst die Finger vom Einreiten lassen.

Schließlich muss man nicht alles können. Mir reicht es z.B. vollkommen, mein Auto fahren zu können. Ich hatte nie den Ehrgeiz, es selbst zusammenzubauen.... Zunge raus

Fröhliche Grüße

ALF cool



Geschrieben von Rezo am 21.04.2014 um 09:42:

 

nuepi, ich kann dir zwar mit deinem töltproblem nicht wirklich weiterhelfen, aber sehe es ähnlich wie andere hier: verlange nicht zu viel von dem jungen burschen. seit einem halben jahr unterm sattel und du übst schon an feinheiten? der wird damit ziemlich sicher überfordert sein, denn momentan muss der sich noch fest darauf konzentrieren, in balance zu bleiben. das ist für so einen jungen nicht so einfach!

und der grund, weshalb für MICH solch ein junges und ungeübtes reitpferd praktisch nur nach draussen gehört ist folgender: es braucht ziemlich viel,in der bahn reiten zu können, jede ecke korrekt ausreiten, überhaupt die zirkel korrekt gehen können in allen gangarten (auch schritt!), wissen, wann das pferd an die wand gehört und wann das pferd es noch ohne wand können muss, etc! die ganze bahn ist ja eig. ein kreis und das ist widernatürlich für die tiere.

und je mehr man etwas "falsch" reitet, desto mehr speichert sich dieses muster und ist je länger je schwerer zu korrigieren. und mit einem jungpferd kann man dies einfach noch nicht korrekt und das darf man auch nicht verlangen!

abgesehen davon kanns auch schädlich sein, da die sehnen und bänder noch nicht gefestigt sind.

deswegen am liebsten zu anfang so wenig wie möglich in der bahn, und erst je länger je mehr da rein, und dafür wird das pferd von anfang an dort korrekt ausgebildet.

ich bin daher auch voll und ganz velvas und alfs meinungsmile

ich weiss, wie es ist, angst zu haben. glaub mir, noch vor einiger zeit hätte ich das von dir beschriebene als blanker horror empfundenunglücklich tu ich auch, auf IRGENDEINEM pferd. aber nicht auf ourgon. auf ihm fühl ich mich soo wohl und sicher, der passt auf mich auf. ist aber trotzdem noch ein pferd, das sich erschrickt und das auch darf. trotzdem vertraue ich ihm. du musst mit deinem lakki nur an diesen moment kommen, wo du ihm wirklich vertraust, dann wird alles gutsmile geh weiter mit ihm spazieren usw, das kommt schon noch. ideal für die jungpferdeausbildung ist es natürlich nicht, aber das weisst du ja sicher auch und es ist, was es ist.smile



Geschrieben von stechmuecke am 21.04.2014 um 13:22:

 

ich denke da wie Rezo, dir muss es irgendwie gelingen, an den Punkt zu kommen, an dem du deinem Pferd wirklich vertraust. Und an dem du dann über so kleine Sprints und Hüpfer lachst. Weil wie oben auch schon die anderen geschrieben haben, kann dir sowas auch mit einem 20jährigen Pferd passieren. Außer einem Holzpferd fällt mir da kein Pferd ein, bei dem das nicht passieren kann.
Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass du das irgendwann schaffst fröhlich



Geschrieben von Zambezi am 21.04.2014 um 13:37:

 

Seh ich auch so ... wenn das Vertrauen da ist, ist es nicht notwendig, das Pferd ständig "unter Kontrolle" zu haben. Das ist sowieso nicht möglich, denn auch das brävste Pferd macht mal einen Hüpfer und das ist ja auch normal und nicht weiter schlimm. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als das so zu akzeptieren.
Genau genommen haben wir nie die Kontrolle über irgendwas ... das Leben ist ein einziger Kontrollverlust smile



Geschrieben von NuEpi am 21.04.2014 um 13:56:

 

Wisst ihr, es ist gut und schön,dass ihr meint ein junges Pferd gehört ins Gelände... mag ja auch gut und richtig sein. Aber was, wenn das Gelände es zB nicht hergibt oder die Gegebenheiten es nun mal nicht immer zulassen?
Soll ich Lakki jetzt weggeben, weil ich mich noch nicht raustraue mit ihm? Auch keine Lösung, oder?

Ich will ja raus mit ihm, aber nicht Hau Ruck mäßig...

Vermutlich habe ich mich wirklich falsch eingeschätzt. ich dachte schon, ich sei in der Lage ein junges Pferd anzureiten und auszubilden und hätte nie gedacht, dass es an so kleinen Dingen schon hakt...
Aber jetzt habe ich ihn und ich kann nun mal nicht raus mit ihm... was soll ich machen? Ideen? Anregungen?

Handpferdereiten scheidet aus, da mir auch da die Begleitung fehlt. Ich kann ihn nicht als Handpferd nehmen, da mir das passende Reitpferd fehlt... sonst bin ich für jeden Gedanken dankbar...

Vielleicht sollten wir diese Diskussion in meinen Ausbildungsthread verschieben?



Geschrieben von tryggvi am 21.04.2014 um 14:11:

 

hmmmm... irgendwie seh ich mich in NuEpi wieder und heute würde ich einiges anders machen, wenn ich mir nochmal ein junges Pferd kaufen würde.

gehört zwar nicht zum Thema Tölt, aber lass ihn Spass haben.... arbeiten, arbeiten,. arbeiten... irgendwann "kotzt" er und ist nicht mehr der nette Kerl.... dann sucht er sich unarten in der Halle, auf der Bahn etc und dann gehts du wahrscheinlich gar nicht mehr raus

Spring über Deinen Schatten, arbeite an Dir und Deiner Angst....

Ich hab auch Tage, an denen ich ein schlechtes Gefühl habe, wenn ich raus gehe, dann wird es halt mal nur ne Schritt runde oder nur mal 20 Minuten oder ich steig nach 10 Minuten aber. Aber wenn man es will, dann schafft man es.

Meine Freundin sagt immer, mein Pony müsste so sauer auf mich sein, dass ich ihm so wenig vertraue, aber ich weiß ja, dass es an mir liegt und nicht an ihm.

Ich würde weg von den Feinheiten und ihn erstmal Spass haben lassen, Dinge machen, wo du ihn nicht überforderst, sondern wo er nen ganz großer Held für Dich ist


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