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Geschrieben von stechmuecke am 05.09.2014 um 11:44:

  KPU / HPU

So, ich habe hier mal ein neues Thema draus gemacht. Ich finde sowas ja doch immer recht spannend und denke, es sollte nicht in einem anderen Themenbereich untergehen.


Zitat:
Original von Stony Hill
Bei ständigem Zinkmangel würde ich echt mal einen Urintest auf HPU empfehlen. Ist bei leichtfuttrigen Pferden sehr weit verbreitet. Und wenn der positiv ausfällt muß man die gesamte Fütterung eh überprüfen und ggf ändern.

Ich habe drei (!) HPU-Pferde und füttere nur ein speziell auf diese Stoffwechselstörung abgestimmtes Mineralfutter....mit bioverfügbaren Komponenten.



Zitat:
Original von stechmuecke
Zitat:
Original von Wisy

HPU halte ich persönlich übrigens nur für ein Symptom einer Krankheit, nicht für eine eigenständige Krankheit selbst Schweigen


Kann durchaus sein. Heute hat ja eh alles einen Namen.
Die Tests sind wohl übrigens nicht so zuverlässig.

Stony Hill, was fütterst du dann?


Zitat:
Original von Stony Hill
Zitat:
Original von stechmuecke
Zitat:
Original von Wisy

HPU halte ich persönlich übrigens nur für ein Symptom einer Krankheit, nicht für eine eigenständige Krankheit selbst Schweigen


Kann durchaus sein. Heute hat ja eh alles einen Namen.
Die Tests sind wohl übrigens nicht so zuverlässig.

Stony Hill, was fütterst du dann?


Au contraire! HPU (Kryptopyrrolurie (KPU) oder Hämopyrrolaktamurie (HPU) )

behindert die Aufnahme exestenzieller Vitalstoffe ganz massiv und ist daher als URSACHE und nicht als Symptom zu sehen!
Headshaking...Kotwasser....ES.... chronische Rehe...Übergewicht.....chronische Verspannungen/Steifheiten...Schreckhaftigkeit- alles erscheint in anderen Licht, wenn man Bescheid weiß.
Und die Tests sind zuverlässig, wenn man sich an die Vorgaben hält....

Aber gut- ich bin dahingehend durch meine persönlichen Umstände befangen.

Bei mir jedenfalls wird jedes neue Pferd gestestet- das ist mir genauso wichtig wie eine AKU.
Wenn ich bedenke, wie viel Geld man sparen kann, wenn man gleich weiß, was nützt und was man getrost lassen kann.
Bei HPU-positiv zB sollte man ALLES Getreide aus der Fütterung verbannen....(und einige Dinge mehr)
Bei TA-terminen muß man wissen, welche Schmerzmittel vertragen werden und welche kontraproduktiv sind...man muß wissen, dass eine Sedierung oder Vollnarkose oft verzögert wirkt.... Stressmanagement spielt eine Rolle....



Wen's genauer interessiert:
http://www.naturheilpraxis-docritter.de/KPU_HPU.html


Zitat:
Original von Wisy
oh, das weiß ich nicht so genau, womit da gedüngt wird, ich kann aber gern mal fragen smile .

Bei HPU (oder KPU) finde ich blöd, dass das mittlerweile so oft als Grund für alle möglichen Krankheiten rangezogen wird und die Angst davor dann von (oft irgendwie dubiosen) "Heilern" ziemlich ausgenutzt wird. Es gibt ja so bestimmte Schlagwörter, die ganz plötzlich auftauchen und dann sofort für alles mögliche verantwortlich gemacht werden.

Ein Problem mit irgendwas im Stoffwechsel haben die so Diagnostizierten auf jeden Fall, sonst hätte man nicht gesucht. Ich finde es nur nicht gut, dass man bei wieder kehrenden Mängeln dann sagt "ach, das ist HPU", daraufhin behandelt und die eigentliche, vielleicht größere, Grunderkrankung dabei übersieht. Muss nicht so sein, kann aber. Deshalb denke ich, dass der Mangel an Pyridoxal-5-Phosphat (aktiviertes Vitamin B6, kurz P5P genannt), Zink und Mangan z.B. nur ein Symptom einer Krankheit ist und nicht die Krankheit selbst.


Zitat:
Original von Wisy
Huch, während ich schrieb, kam dein Beitrag, Stony Hill smile .

Genau die Dame, die du dort anführst als Referenz hat vor ca. 10 Jahren diese "Krankheit" vom Menschen auf das Pferd übertragen und damit einen Hype ausgelöst. Ich glaube, sie verdient damit nicht schlecht cool .

Ich will ja nicht sagen, dass da nicht viel Wahres dran ist, aber ich verstehe diesen Tunnelblick nicht. Guck mal, bei dir ist jedes neue Pferd gleich ein HPU-Kandidat, sobald er auch nur ein Unwohlsein zeigt. Vieleicht steckt ja aber auch was ganz anderes dahinter. Die Behandlungen, die du anführst :

- keine Getreidefütterung
- bestimmte Schmerzmittel meiden
- optimierte Sedierung
- gutes Stressmanagement

wirken sich doch meist positiv auf jedes Pferd aus, ob es krank ist oder nicht. Wenn diese Sachen also helfen, heißt das im Umkehrschluss nicht unbedingt, dass es HPU hat Augenzwinkern .

Versteh mich nicht falsch, ich will dich nicht kritisieren, dir was anderes einreden oder sonstwas, nur den Blick dafür schärfen, dass nicht jedes Problem, dass ein Pferd zeigt oder hat, unbedingt durch eine bestimmte Krankheit ausgelöst wird. Manchmal ist es auch harmlos oder es steckt eine andere Krankheit dahinter.

Dieser Dame stehe ich normalerweise sehr kritisch gegenüber, aber den Artikel, den sie über HPU schrieb, finde ich, für ihre Verhältnisse, überraschend neutral. Vor allem den Abschnitt über "Fütterung" finde ich logisch und nachvollziehbar. Falsl jemand mal die "Gegenseite" lesen möchte Augenzwinkern .

Seine Schlüsse muss jeder selbst draus ziehen.


Zitat:
Original von Stony Hill
Ich verstehe, was du meinst und fühle mich nicht angegriffen.

Ich seh das halt genau umgekehrt- für mich ist der Stoffwechsel die unterste Ebene- das Fundament auf dem die ganze gesundheit aufbaut.
Ich stamme selbst aus einer stark HPU betroffenen Familie und musste mitansehen, wie meine mom bis zu ihrem kürzlichen Tode leiden musste- SIE glaubte auch nicht an HPU...dafür lieber zig Ärzten, die sie letztlich nur vollgepumpt haben, ihr aber nicht helfen konnten. Sie wurde über Jahrzehnte auf zig Krankheiten hin behandelt. Doch wenn das Fundament (der Stoffwechsel) nicht stabil ist, kann keine Behandlung dauerhaft nutzen.
Ich habe ihr Depyrrol spendiert und plötzlich ging es ihr besser- leider war sie sehr knauserig und setzte es dann wieder ab, weil die KK das nicht übernahm.

Bei mir ist HPU geerbt und erworben, bei meinem Mann erworben und bei den drei Pferden vermutlich auch vererbt.

Und nein...Doc Ritter verdiehnt kaum daran, denn sie behandelt nur noch im Humanbereich.....für die Pferde hat sie gar keine Zeit mehr bzw ist hier nur beratend tätig.

Für mich war die Studie damals ein Seegen, denn seither geht es mir um Welten besser, mein Headshaker ist wieder reitbar, und aus dem schreckhaftzen nervenbündel ist eine wirklich coole Socke geworden!

LG Andrea


Zitat:
Original von Wisy
Stony Hill, mit der eigenen Chronik im Hintergrund verstehe ich absolut und vollkommen deinen Standpunkt, hätte ich wahrscheinlich genau so Ja .

Tut mir leid, dass du schon so viele schlimme Erfahrungen damit machen musstest.



Geschrieben von stechmuecke am 05.09.2014 um 11:57:

 

Stony Hill: mit dem Hintergrund ist das natürlich nochmal was ganz anderes. Da sieht man die Dinge immer aus einer anderen Perspektive.

Hast du denn gerade zu Pferden noch irgendwelche guten Internetseiten, auf denen man sich schlau lesen kann?

Und was fütterst du denn jetzt deinen Pferden?

Die Überlegung stand bei meinem lieben Tierlein ja auch schon an, ob sie das nicht haben könnte. Letztendlich habe ich dann aber beschlossen, dass sie das nicht hat großes Grinsen Vielleicht sollte ich mich aber doch noch weiterinformieren. Ein Stoffwechselproblem hat sie definitiv. Aber ich habe noch keinen wirklich guten Lösungsansatz dafür gefunden. (Getreide bekommt sie seit Jahren nicht mehr, Schmerzmittel habe ich immer gemieden, wo es nur ging und musste aber trotzdem nochmal feststellen, dass sie mit krassen Nebenwirkungen auf die bisher ausprobierten reagiert, Stress vermeide ich, Sedierung gibts auch nur ganz, ganz selten, wobei ich da auch schon festgestellt habe, dass das kaum wirkt bzw nur in Hochdosierung).
Cushing und EMS sind eigentlich ausgeschlossen (für die TÄ durch Bluttest). Zinkmangel im Blut war bisher noch nie, dafür Selen.



Geschrieben von Stony Hill am 05.09.2014 um 12:10:

 

Cushing und EMS gehen ja auch oft Hand in Hand mit HPU....

Ich selbst hab derzeit zB Nebennierenschwäche- quasi das gegenteil von Cushing.
Grund: Wechseljahre in Verbindung mit der HPU....

Die beiden Seiten die oben erwähnt wurden sind ganz gut zu dem Thema...und: http://www.kpu-pferd.de/Startseite.html

oder wenns um den Humanbereich geht ist www.keac.de sehr empfehlenswert.

Ich füttere nur das spezielle Mineralfutter mit hochdosiertem Zink und aktivem B-Vitaminen von der Heidelberger Chlorella und ergänzend am WE das Mikro-Vital von St. Hippolit....Ich mische das Pulver in ne kleine Handvoll Wiesenflakes...

Ansonsten nur Heu, Wasser und Natursalzstein.
Im Sommer geht auch wieder 24h Wiese (mager)



Geschrieben von Wisy am 05.09.2014 um 12:23:

 

Stony Hill, spricht was dagegen, Vitamin B6 direkt zu füttern / selbst zu nehmen? Hat die Vorstufe irgendwelche Vorteile?



Geschrieben von Stony Hill am 05.09.2014 um 16:08:

 

Ja, hat sie...aber ich nehm auch manchmal aktives Vit. B6...B12 bzw Methylkobalamin sowieso...

Nach die Details darfst du mich aber nicht fragen- ich bin kein Mikrobiologe..... Wenns darum geht, wäre ein Buch besser!

Es gibt derzeit zwei deutsche Bücher über HPU....dann noch ein interessantes:"Engpass Genick" oder so ähnlich.... da gehts um die erworbene Hpu.
Und absolut empfehlenswert ist "Einblicke in die Welt der Mikronährstoffe".

Einfach so drauflos was nehmen würde ich keinesfalls, denn die Vitalstoffe entgiften auch und zwar auf verschiedenen Stufen....wenn man das falsch macht gibts böse Nebenwirkungen!
Also zB nimmst du Vitalstoff X...der löst Gift aus den Hirnzellen...das kursiert dann munter im Kreislauf und wird nicht ausgeleitet, weil Stufe Y oder Z fehlt. Migräne wäre dann noch eine vergleichsweise harmloser Nebenwirkung....



Geschrieben von Pika am 05.09.2014 um 18:16:

 

Wenn man dem Artikel Glauben schenken darf (und ich das richtig verstanden habe), ist die HPU / KPU beim Pferd heilbar und man geht nicht von einer genetischen Komponente aus, sondern von einer desolaten Darmflora.

"Wo liegen beim Pferd die Ursachen für KPU?
Im Gegensatz zum Menschen ist beim Pferd keine genetische Komponente zu vermuten. Menschen, die mit KPU/HPU diagnostiziert sind, benötigen ihr Leben lang Mikronährstoffe, um das Entgiftungsdefizit zu kompensieren. Wenn hingegen die Pferde wieder in ihr Gleichgewicht gebracht werden, läuft der Entgiftungsprozess von da ab normal und die Mikronährstoffe können abgesetzt werden.

Hier liegt der große Unterschied zur KPU beim Menschen: Sobald man den Darm des Pferdes dahingehend saniert, dass die Darmflora sich regeneriert und wieder normal arbeitet, verschwindet auch die KPU, weil die Darmflora wieder ausreichend P5P bereitstellt. Nur wenn die Darmflora gestört ist, kommt es also zum Auftreten von KPU. Und das ist leider bei sehr vielen Pferden unter den heutigen Haltungsbedingungen der Fall. ....."

"....
Darmflora – Produzent von P5P
Das Pferd verwertet in seinem Darm hauptsächlich Cellulose, um Energie zu gewinnen. Cellulose ist der Baustoff von Pflanzenzellen, der beim Menschen als Ballaststoff wieder ausgeschieden wird. Pferde siedeln schon als Fohlen in ihrem Darm gezielt Mikroorganismen an, die diese Cellulose verdauen. Dazu gehören Bakterien, aber auch Pilze und Protozoen.

Diese Darmsymbionten produzieren nebenbei auch essentielle Aminosäuren, die das Pferd aufnimmt, sowie die Vitamine vom K- und B-Komplex. Der wichtige Punkt hier ist, dass die Darm­flora das Vitamin B6 (und auch andere Vitamine) bereits in aktivierter Form, also als P5P, bereitstellt. Aus diesem Grund hat das Pferd seine Fähigkeit, Vitamin B6 in der Leber zu P5P zu aktivieren, im Laufe der Evolution weitgehend verloren. Das ist auch kein Problem, solange eine intakte Darmflora vorhanden ist. Kommt es aber zu Störungen der Darmflora, kommt es auch unweigerlich zu einem Mangel an P5P. ..."
http://www.artgerecht-tier.de/kategorie/pferde/beitrag/kpu-kryptopyrrolurie.html


Das läßt doch hoffen!

Gruß Hilke



Geschrieben von stechmuecke am 06.09.2014 um 02:29:

 

naja, das ist ja eben EINE Meinung. Eben die dieser Autorin. Sicher hängt viel an der Darmflora. Aber selbst wenn das der einzige Grund wäre, so muss man es ersteinmal schaffen, das so aufzubauen, dass es wieder funktioniert.
Manche Leute glauben auch dran, dass Hufrehe heilbar wäre, weil es nur von einer gesunden Darmflora abhängt. Das wäre schön. Aber wie schafft man das? Ich habe das Wundermittel in den letzten 7 Jahren leider noch nicht gefunden.


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