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Geschrieben von sigga am 12.10.2007 um 21:03:

  Gebisslose Zäumungen

Hallo allerseits!

Da ich ein Pferd mit Vorgeschichte und wohl auch mit schlechten Erfahrungen bezüglich Gebiß habe, reite ich sie mittlerweile nur mehr gebißlos. Sobald sie ein Gebiß im Maul hat, wird sie hektisch und ist völlig unkonzentriert.
Da ich immer noch am herumprobieren bin, was uns am besten liegt (sie ist an und für sich sehr sensibel und reagiert auf feine Hilfen), wollt ich mal fragen, welche Varianten ihr so in Verwendung habt und welche Erfahrungen.
Selbst hab ich bisher ganz einfach mal Stallhalfter, Knotenhalfter mit eingeknoteten Ringen, Sidepull (ist eigentlich ein als Sidepull verwendbares Wanderreithalfter), Kapzaum (die Isländervariante von Krämer) und Hackamore ausprobiert. Sie ist generell nicht sehr gut ausgebildet und wurde lange Zeit gar nicht geritten, wir sind also noch ziemlich am Anfang. Mir geht's auch darum, welche Variante sich am ehesten für die Dresurarbeit eignet, wo also die Hilfen Eurer Meinung nach am besten ankommen.
Würde mich über Eure Erfahrungsberichte freuen.

Danke schon mal und
LG Sigrid



Geschrieben von Tippelchen am 12.10.2007 um 22:31:

 

Hallo!
Ich hab gute Erfahrungen mit dem Kolumbianichen Bosal gemacht, da kann man mit 2 Paar Zügeln reiten und so präziese Hilfen geben.

Das Glücksrad hat mir auch gut gefallen, weil es verschiedene Zügeleinstellungen gibt. Ich besitze allerdings kein eigenes.

Vielleicht geht beid deinem Pferd auch ein Merothisches Ledergebiss an Stelle eines "richtigen" Gebisses? Das wird von ferden auch gut angenommen und ich benutze es sehr gerne!

Von Knotenhalfter und mechanischer Hackamore bin ich persönlich nicht so begeistert...

Viel Spaß beim Ausprobieren!



Geschrieben von Velvakandi am 12.10.2007 um 22:34:

 

Wenn du Dressur reiten willst und gymnastizieren willst, bist du mit dem kolumbianischen Bosal am besten bedient. Keine andere gebißlose Zäumung läßt sich dafür so gut verwenden. Du kannst dein Pferd damit genauso stellen und biegen und versammeln wie mit einem Gebiß, nur rächen sich die Ausbildungsfehler schneller, weil Kraftreiten damit nun wirklich fast ausgeschlossen ist, zumindest für die unter uns die keinen Arnie-Bizeps haben. Augen rollen



Geschrieben von Geli am 13.10.2007 um 07:06:

 

Ich reite meine Stuten zur Zeit auch mit Kolumbianischem Bosal. Wenn ich eine von ihnen als Handpferd mitnehme, trägt das Reitpferd eine Hackamore. Sidepull habe ich mal probiert, fand das aber nicht so gut, da es sich zu dicht am Auge befand.
Meine Stuten gehen aber auch mit Gebiß.

Geli



Geschrieben von sigga am 13.10.2007 um 09:27:

 

Vielen Dank schon mal für die Antworten.

Das mit dem Ledergebiß hab ich schon mal ausprobiert. Da ich mir das für den Versuch doch zu teuer war, hat mir ein Freund, der mit Leder arbeitet, so eins gebastelt. Ergebnis war auf jeden Fall, dass sie irgendwie geschafft hat, das Ding so zu zerkauen, dass es nach einem Versuch nicht mehr brauchbar war.
Wie gesagt, sie reagiert auf alles, was sie im Maul hat extrem hektisch und versucht das mit allen Mitteln wieder rauszubekommen.

Aufs Hackamore reagiert sie eigentlich sehr gut, aber ich bin nicht ganz glücklich, weil das bei ihr viel zu nah am Auge liegt. Ich hab das jetzt mal mit einem provisorischen Ganaschenriemen etwas zusätzlich stabilisiert. Zur Zeit verwende ich das eigentlich am liebsten im Gelände.

Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Sidepull und Kolumbianischem Bosal? Ich hab da mal gegoogelt, aber so richtig schlau bin ich nicht daraus geworden.

Hat auch jemand das Bitless Bridle in Verwendung bzw. getestet? Ich kann mir irgendwie nicht ganz vorstellen, wie das wirklich mit den Hilfen geht. Denn da das ja über Kreuz geführt wird, kann ich mir nicht vorstellen, wie da die Hilfen auf der "richtigen" Seite ankommen sollen.

Ich weiß, Fragen über Fragen :-)



Geschrieben von rivera am 13.10.2007 um 15:40:

 

ich verwende auch ein sidepull. ob es zu dicht am auge liegt, kommt auf den pferdekopf drauf an.
lieber allerdings mag ich das kolumbianische bosal. seit ich so eins habe, ist das sidepull eher out. der unterschied ist einmal die bauweise: beim sidepull ein oder zwei gedrehte rawhideseile über der nase, die bei empfindlichen pferden auch durchaus hart wirken können, so dass ich sie mit fell "gedämpft" habe. das bosal ist aus zwei lagen leder, in die nach innen runde erhöhungen eingearbeitet sind, die die wirkung auf die nase verstärken.
am sidepull kann man nur zwei zügel seitlich befestigen. am bosal auch noch zwei zügel in ringe, die am hinteren riemen eingearbeitet sind. so kann man besser ein nachgeben im genick anregen. gerade mit zwei zügeln kann man so sehr variabel und fein einwirken.
beim bitless bridle stört mich auch die über-kreur-wirkung. ist für mich unlogisch, ich habe es gar nicht ausprobiert.



Geschrieben von Skjona am 13.10.2007 um 18:15:

 

Mein Pflegepferd wurde eine Yeit lang auf Bosal, ich glaub es war ein kolumbiamisches, wei- es aber nicht genau, und Wassertrense yusammen geritten und das ging gany gut. Vielleicht k;nnte man so deinem Pferd klar machen, dass die Trense nicht so schlimm ist?



Geschrieben von rivera am 13.10.2007 um 21:17:

 

wäre vielleicht einen versuch wert, aber andererseits kann man wohl auch sehr gut mit gebisslos leben, wenn es dem pferd besser gefällt.



Geschrieben von Velvakandi am 14.10.2007 um 01:08:

 

Dagmar,
die Nasen- und Kinnteile vom kol. Bosal gibts in allen möglichen Variationen, nicht nur in der mit den Noppen wie du sie hast (die kann man übrigens auch nach außen drehen und die glatte Seite auf der Nase verwenden). Es gibt aber wie gesagt noch tausend andere Materialen, Formen und Möglichkeiten wie sowohl Bosal (Nasenstück) als auch Barbada (Kinnstück) aussehen können.

Das Sidepull sitzt in meiner Erfahrung auf keinem Pferdekopf so richtig gut, weil der Nasenriemen immer ziemlich steif ist (bei der Seilvarante) und aus einem mir völlig unbegreiflichen Grund kreisrund vorgefertigt wird. Zeigt mir mal das Pferd mit einem im Querschnitt runden Kopf...Ergo rutscht das Teil bei jeder kleinen Zügeleinwirkung oder auch nur mal einfach so, wenn das Pferd den Kopf schüttelt etc. und hängt dann in den Augen. Außerdem wirkt es im Gegensatz zum kol. Bosal nur auf die Nase und nicht gleichzeitig aufs Kinn, das heißt man hat weniger Möglichkeiten vor allem was Beizäumung angeht. Die mit den flachen Nasenriemen aus Leder sind mir zu schwammig, da kann ich auch mit Halfter reiten und links und rechts einen Strick anknoten.



Geschrieben von Intiwasi am 14.10.2007 um 10:40:

 

Für die Hannoveranerstute meiner Freundin benutze ich Bitless Bridle und finde es eigendlich ganz ok. Nach ein paar Minuten hat sich das Pferd dann auch an das überkreuzgedöns gewöhnt. Für meine Peruaner benutze ich peruanische Bozale. Am Bozal finde ich ganz gut das es schon ein gewisses Maß an Eigengewicht mitbringt wodurch die Kopfhaltung ein wenig gefördert wird. Wobei man das kolumbianische Bozal noch vielseitiger einsetzen kann.



Geschrieben von rivera am 14.10.2007 um 21:09:

 

Zitat:
Original von Velvakandi
Dagmar,
die Nasen- und Kinnteile vom kol. Bosal gibts in allen möglichen Variationen, nicht nur in der mit den Noppen wie du sie hast (die kann man übrigens auch nach außen drehen und die glatte Seite auf der Nase verwenden). Es gibt aber wie gesagt noch tausend andere Materialen, Formen und Möglichkeiten wie sowohl Bosal (Nasenstück) als auch Barbada (Kinnstück) aussehen können. .


das wusste ich noch nicht, danke für die aufklärung! smile

Zitat:
Original von Velvakandi
Das Sidepull sitzt in meiner Erfahrung auf keinem Pferdekopf so richtig gut, weil der Nasenriemen immer ziemlich steif ist (bei der Seilvarante) und aus einem mir völlig unbegreiflichen Grund kreisrund vorgefertigt wird. Zeigt mir mal das Pferd mit einem im Querschnitt runden Kopf...Ergo rutscht das Teil bei jeder kleinen Zügeleinwirkung oder auch nur mal einfach so, wenn das Pferd den Kopf schüttelt etc. und hängt dann in den Augen. Außerdem wirkt es im Gegensatz zum kol. Bosal nur auf die Nase und nicht gleichzeitig aufs Kinn, das heißt man hat weniger Möglichkeiten vor allem was Beizäumung angeht. Die mit den flachen Nasenriemen aus Leder sind mir zu schwammig, da kann ich auch mit Halfter reiten und links und rechts einen Strick anknoten.


ich habe ein sidepull mit zwei seilen, das ehrlich gesagt bei schnute gut sitzt. damit läuft sie auch lieber als mit dem bosal, warum auch immer. allerdings noch lieber mit dem myler.
ich habe das sidepull zb beim ersten distanzritt eingesetzt, da ich davon ausging, dass ich mal "handgreiflich" werden muss. sie hat mir auch die ersten kilometer heftig zu tun gegeben, da sie nicht einsah, dass wir nicht im renngalopp über die strecke fegen. Augen rollen
das sidepull ist nicht verrutscht, auch nicht vorher mal, als ich aus erziehungsgründen (tempodiskussion im wald) schnute mal um 180 grad auf der stelle gedreht habe. es darf allerdings nicht zu lose sitzen.

ich bin allerdings inzwischen wirklich ein fan des bosal, gerade wegen der besseren und variableren einwirkung.



Geschrieben von Intiwasi am 14.10.2007 um 21:20:

 

Was viele Bozalbenutzer vergessen oder nicht wissen, ist das man mit dem bozal eine andere Zügelführung hat als mit einer normalen Trense. Wer mit Bozal reitet sollte immer nur mit Impulsen arbeiten und niemals ständig am Zügel ziehen. Darauf muss man unbedingt achten wenn man erfolgreich Gebisslos reiten möchte!



Geschrieben von rivera am 14.10.2007 um 21:22:

 

ich reite sowieso signalreitweise. Freude



Geschrieben von Intiwasi am 14.10.2007 um 21:25:

 

Seh gut, dann weiter so!



Geschrieben von Pearl am 16.10.2007 um 00:02:

  Gebisslos

Hallo, ich reite auch meine Stute mit dem kolumbianischen Bosal, sowohl im Gelände, wie Dressur und auf Gangpferdeturnieren und bin begeistert von dem "Gebiss". Finde das es die beste gebisslose Zäumung ist die es gibt. Habe mit Hackamore zumindest was Dressur betrifft weniger gute Erfahrungen gemacht, da man damit schlecht Biegungen reiten kann. Merothisches Reithalfter in kombination mit Gebiss fand mein Isi toll, reagierte sehr gut darauf, alleine nur das Merothische Reithalfter fand ich etwas wenig Einwirkung. Sidepull ist nicht mein Fall, habe aber eine Bekannte deren Pferde darauf top gehen. Für Biegeübungen ist das Sidpull klasse.



Geschrieben von Geli am 16.10.2007 um 06:31:

 

Das Bitless Bridle hab ich auch mal versucht, aber damit kam ich gar nicht zurecht.

Eigentlich sollte man ja doch mit allen gebßlosen Zäumungen in Signalreitweise reiten?

Geli



Geschrieben von rivera am 16.10.2007 um 10:03:

 

ich finde, mal sollte auch signal mit gebiss reiten. großes Grinsen



Geschrieben von Mellie am 16.10.2007 um 13:43:

 

Finde ich auch.

Ich habe mein Pferd mit Sidepull angeritten und bin dann zum Gebiss übergegangen. Zuerst ein Myler, dann eine "normale" Wassertrense (Rotary Bit), da ich seit einigen Monaten nach Philippe Karl - viele Kau-und Flexions-Übungen, die Maul inkl. Zunge und Genick locker machen sollen - arbeite und Champion mit diesem Gebiss besser reagierte. Hat für die Geschmeidigkeit meines Pferdes schon viel gebracht.

Trotzdem habe ich mir aktuell vor ein paar Tagen einen LG-Zaum geleistet - und bin bisher begeistert! Ich kann die Biegeübungen genauso abrufen, würde sogar sagen, Champion reagiert prompter und williger darauf. Auch im Gelände war's bisher super - Pferd scheint sich wohl zu fühlen, läuft prima, lässt sich auch zum Nachgeben im Genick bringen und beim Galopp-Spaß zu dritt konnte ich ihn leicht zurückhalten, als er zum Überholen ansetzen wollte.

Was hier über das Kolumbianische Bosal berichtet wurde, gefällt mir auch sehr gut! Also gibt es hier schon Meinungen, man kann auch gebisslos gymnastizieren?

Viele Grüße
Mellie



Geschrieben von sigga am 16.10.2007 um 14:26:

 

@ Mellie

könntest Du mir bitte erklären, was ein LG-Zaum ist, mir sagt das gar nichts.
Danke
Sigrid



Geschrieben von MANU am 16.10.2007 um 18:06:

 

Der LG-Zaum hieß früher Glücksrad. Augenzwinkern


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