DasGangPferdeForum (http://www.dasgangpferdeforum.de/index.php)
- Rund ums Gangpferd (http://www.dasgangpferdeforum.de/board.php?boardid=2)
-- Reiten & Ausbildung (http://www.dasgangpferdeforum.de/board.php?boardid=8)
--- Pferd mag nicht mehr vorwärts gehen... (http://www.dasgangpferdeforum.de/thread.php?threadid=10428)
Geschrieben von Mósa-mín am 23.11.2015 um 14:27:
Ich denke auch eher, dass da gesundheitlich was im Argen liegt.
Sollte dies allerdings komplett auszuschließen sein, würde ich versuchen, den Kreislauf zu durchbrechen. Diese Methode funktioniert bei mir sehr gut an Stellen, bei denen ich während der Jungpferdeausbildung öfter mal auf Probleme stoße, wie zum Beispiel die kleine aber hohe Holzbrücke, über die wir zwangsläufig drüber müssen. 90% der Jungpferde stemmt die Beine in den Boden, wenn es das erste Mal dort drüber gehen soll. Habe ich Kandidaten, die auch mit Begleitpferd oder vom Boden geführt partout nicht drüber gehen wollen, egal welchen "Aufwand" man betreibt, durchbreche ich den Kreislauf. Ab dem Moment wo das Pferd stoppt, lasse ich es stehen. Kein treiben, kein Zureden, nix. Es muss dann aber auch stehen, darf nicht zur Seite oder nach Hinten ausweichen. Den meisten wird das schon nach wenigen Minuten zu blöd und zu langweilig und sie nehmen den einzigen Weg den ich ihnen erlaube: nach vorne und somit zwangsläufig über die Brücke.
Eine Stute hat das Spiel mal zur Perfektion getrieben. Wir standen fast 30 Minuten vor dieser Brücke. Die ersten fünf Minuten ist sie rumgehampelt, danach stand sie gelangweilt am durchhängenden Zügel und wartete. Irgendwann gab sie auf, ging einen Schritt vor, wurde gelobt, ging noch einen Schritt, wieder Lob und dann rüber über die Brücke. Es gab mit diesem Pferd NIE wieder Probleme an dieser Stelle, heute geht sie in jeder gewünschten Gangart ohne eine Sekunde zu zögern da drüber
Was ich sagen will ist, überrasch dein Pferd! Es hat sich angewöhnt stehen zu bleiben und kommt damit zur Zeit ganz gut durch. Dann soll es halt stehen. Aber so lange wie DU es willst. Irgendwann wird es betteln, dass es weiter gehen darf. Dafür braucht man sehr, sehr viel Zeit und noch viel mehr Geduld, aber in der Regel bricht es das Verhaltensmuster. Natürlich vorausgesetzt, dass das Verhaltensmuster nicht durch körperliche Beschwerden hervor gerufen wird!
Geschrieben von Bylgia am 23.11.2015 um 17:42:
@all: Merci

Werde mal versuchen die Fragen zu beantworten.
Die Antworten sind evt. nicht immer 100% auf's Datum korrekt (wann/was irgendwann gewesen ist), weil es ja nicht mein Hüh ist.
@freyja: Auf Stimmenlob/treiben mit Stimme hörte sie früher gut... jetzt auch nicht mehr.
@Ragna: ca. 8 (oder 9 ?) Jahre alt. Ist seit ca. 2.5 Jahren (oder so) unter dem Sattel mit einer 4-5 Pause auf der Alp.
Es sind meist eig. nur 2 Reiter, die reiten. "Wir" anderen beiden reiten das Pony evt. 1-2x im Monat max.
Beide Reiter sind gute, erfahrene Reiter.
@Lind: Ponytier wird meist so 2-4x pro Woche geritten und 1-2x Bodenarbeit.
@Sincera: Pony hat nur Tölt, auch freilaufend kein Trab (noch nie).
@Baron: Wir haben auch 2 Leute im Stall die barhufausbildung/in Ausbildung zum Hufschmied sind und die haben auch nix spezielles bei den Hufen gesehen (-> Hufschmied ist von extern, die anderen Ponys, die er beschlägt laufen problemlos).
@Jarpur: Wenn ich mich nicht täusche, ist geschaut worden, ob etwas fehlt oder nicht.
@Helmingur: Ist auf dem Paddock aber auch nicht so, dass das Pony sich freiwillig schneller als ruhigen Schritt bewegt. Das Pony ist eher von der ruhigeren Natur. Letzte Behandlung war vor ein paar Wochen.
Atmung ist i.O. Die wurde u.a. auch gerade letzthin bei Despida vom TA gemessen (dort übrigens deutlich erhöht... was ja zu erwarten war).
@Wisey: Das Pony kommt uns eig. weniger müde vor als aktives "ihr könnt mich mal"
@Mosa-min:
Das ist kein schlechter Vorschlag... könnte man mal probieren -> darf ich deinen Beitrag kopieren und per Mail verschicken?
..darf ich noch ganz blöde fragen, wie du reagieren würdest, wenn das Pony zwar nach dem stehenbleiben vorwärts will - und dies in "seinem" Schritttempo auch macht -> sich aber nach wie vor nix treiben lässt?
Geschrieben von Skuggi99 am 23.11.2015 um 18:18:
| Zitat: |
Original von Bylgia
@Helmingur: Ist auf dem Paddock aber auch nicht so, dass das Pony sich freiwillig schneller als ruhigen Schritt bewegt. Das Pony ist eher von der ruhigeren Natur.
|
Und genau DAS würde mir zu denken geben. Meine Pferde spielen alle ab und zu und rennen auch mal ein wenig. Da sind ganz ruhige und peppige Pferde dabei. Mein alter Skuggi zeigt mir immer sehr deutlich, wenn etwas nicht mit ihm stimmt, denn dann steht er viel rum und spielt nicht mehr. Hat er gute Phasen ist er ein Pferd wie jedes andere (obwohl eher nun eher ein gemütliches Wesen hat).
Es muss ja auch einen Grund geben, warum das Pony sich nicht treiben lässt. Und meistens ist es eben nicht das ich habe keinen Bock.
Geschrieben von Helmingur am 23.11.2015 um 18:30:
| Zitat: |
Original von Skuggi99
Es muss ja auch einen Grund geben, warum das Pony sich nicht treiben lässt. Und meistens ist es eben nicht das ich habe keinen Bock. |
Seh ich genauso.
Pferde haben nicht einfach "keinen Bock".
Noch mal was zur Lunge:
Wenn das Pony eine unauffällige Ruheatmung hat, heißt das nicht, dass die Lunge okay ist... da muss man unter Belastung schauen und dann auch sehen, wie lange es dauert, bis man wieder auf "0" ist.
Und wenn Pony heute auf dem Paddock stürzt, kann die Osteo gerne gestern da gewesen sein... dann kann es heute trotzdem eine Blockade / einen Bluterguss haben.
Also ich persönlich würde das Pferd erst auf den Kopf stellen, bevor ich ihm unterstelle, dass es keinen Bock hat, auch, wenn man es mit der Gerte bearbeitet...
Geschrieben von Skuggi99 am 23.11.2015 um 18:47:
| Zitat: |
Original von Helmingur
Also ich persönlich würde das Pferd erst auf den Kopf stellen, bevor ich ihm unterstelle, dass es keinen Bock hat, auch, wenn man es mit der Gerte bearbeitet... |
So würde ich das auch machen!
Geschrieben von Vinja am 23.11.2015 um 19:49:
Erstmal muss ich mal bemerken wie gut sich um das Pferd gekümmert wird. Scheinbar wurde ja schon einiges unternommen um ihn bei Laune zu halten und um gesundheitliche Schäden auszuschließen! Richtig gut! Viele Besitzer machen sich da nicht unbedingt die Mühe.
Falls gesundheitlich alles ausgeschlossen ist, "empfehle" ich auch Mosa-mins Methode
Dann hat bei einem anderen Faulpelz, der auch gerne mal die Handbremse anzog, ein schneller Richtungswechsel (egal ob auf der Ovalbahn oder im Gelände) geholfen. Also nicht erst wenn er stand sonder schon vorher. Z.B lange Seite Tölt,Stopp,umdrehen,im Tölt oder Galopp zurück, wieder Stopp umdrehen, dann nur bis zur Mitte der langen Seite usw. Das ganze natürlich nicht bis zum Erbrechen. Dem Pony hat es Spaß gemacht und es lief deutlich motivierter.Wir haben es die Cowboy-Methode genannt

Ob das speziell etwas für euren Fall ist kann ich natürlich aus der Ferne nicht sagen
Geschrieben von Tess am 23.11.2015 um 20:50:
Ist denn jetzt geröntgt/weitergehend untersucht worden oder nicht?
Wenn das Pony auf die vortreibenden Hilfen nicht reagiert und gesundheitlich alles o.k. ist (und da würde ich in so einem Fall nicht nur auf das vertrauen, was Osteopathen und Co. sehen und fühlen, sondern wirklich genauer nachgucken lassen), dann muss man Pony ganz konsequent wieder auf die vortreibenden Hilfen sensibilisieren und zur Mitarbeit motivieren.
Geschrieben von Mósa-mín am 23.11.2015 um 22:18:
| Zitat: |
Original von Bylgia
@Mosa-min:
Das ist kein schlechter Vorschlag... könnte man mal probieren -> darf ich deinen Beitrag kopieren und per Mail verschicken?
..darf ich noch ganz blöde fragen, wie du reagieren würdest, wenn das Pony zwar nach dem stehenbleiben vorwärts will - und dies in "seinem" Schritttempo auch macht -> sich aber nach wie vor nix treiben lässt? |
Ja, selbstverständlich darfst du das.
Erstmal würde ich jedes Vorwärts akzeptieren und loben. Auch wenn das Pferd schleichend unterwegs ist. Um eine Grundlage für weitere Arbeit zu haben, muss zuerst das selbstständige stehen bleiben als negativ/langweilig und das vorwärts gehen als positiv verankert werden.
Das auch Begleitpferde und Handpferdearbeit sich nicht motivierend auswirken macht die Sache mit dem Treiben natürlich nicht einfacher. Es ist auch unglaublich schwer, da einen Rat zu geben, da es von Pferd zu Pferd so unglaublich unterschiedlich sein kann. Manche muss man eher sanft überreden, anderen muss man die Sache so verkaufen als wäre es ihre eigene Idee gewesen, manche muss man impulsartig aufwecken usw.
Geschrieben von Bylgia am 26.11.2015 um 22:09:
@Mosa-min: Merci
@Tess: Nein, geröntgt wurde sie nicht und ich denke auch nicht, dass dies eine Option ist.
Geschrieben von Tess am 26.11.2015 um 22:20:
warum nicht?
Geschrieben von Bylgia am 27.11.2015 um 10:18:
Ich persönlich denke auch, dass es übertrieben ist den ganzen Rücken/Hals durchröntgen zu lassen.
Geschrieben von Tess am 27.11.2015 um 12:01:
Dann scheint das Problem ja doch nciht so schwerwiegend zu sein, wie es anfangs klang
Für mich wäre es - wenn es denn tatsächlich so ist, wie es bislang klang, absolut eine Option. Und gewiss nicht die allerletzte. Notfalls würde ich ein Jahr lang den Osteopathen einsparen und von dem Geld röntgen (o.ä.) lassen. In meinem Umkreis gibt es inzwischen einige PFerde, bei denen das Röntgen (z.T. nach Szintigraphie) leider eine gute Erklärung für vorhandene Rittigkeitsprobleme geliefert hat. Und die aufgetretenen Probleme waren z.T. deutlich weniger gravierend als in dem von dir geschilderten Fall.
Bei meinem PFerd würde ich gewisse Dinge einfach weitestmöglich ausschliessen wollen, um guten Gewissens Leistung von ihm Verlangen zu können.
Geschrieben von Wisy am 27.11.2015 um 13:47:
Bylgia, was wäre denn für dich ein Befund, der das Röntgen rechtfertigen würde?
Ich meine, das Pferd ist so quasi ja unreitbar und macht seinem Reiter ganz bestimmt keinen Spaß mehr.
Und ich (das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung) glaube einfach nicht an "faule" oder "kein Bock" - Pferde...das hat die Natur bei einem Flucht- und Lauftier einfach nicht vorgesehen, wenn die anderen laufen, läuft man mit, Punkt. Tut man das nicht, hat man ein ernstes Problem.
Geschrieben von Helmingur am 27.11.2015 um 15:51:
Ich stimme Tess und Wisy zu.
Und ich finde das dem Pferd gegenüber hochgradig unfair.
Geschrieben von Skuggi99 am 27.11.2015 um 16:07:
| Zitat: |
Original von Wisy
Und ich (das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung) glaube einfach nicht an "faule" oder "kein Bock" - Pferde...das hat die Natur bei einem Flucht- und Lauftier einfach nicht vorgesehen, wenn die anderen laufen, läuft man mit, Punkt. Tut man das nicht, hat man ein ernstes Problem. |
Ne, DAS ist auch meine Meinung
Es gibt keine faule, sture oder böse Pferde. So können die doch überhaupt nicht denken und ich würde da zuerst Ursachenforschung betreiben, bevor ich weiter reiten würde.
Geschrieben von Bylgia am 27.11.2015 um 18:00:
@Tess, Wisy, Skuggi99, Helmingur: Ich würde genau dann röntgen lassen, wenn das Pferd Schmerzen/Unwillen beim Sattelauflegen oder Rückenberühren hätte - oder wenn mir dies die Chrio/TA nahelegen würde.
Geschrieben von Wisy am 27.11.2015 um 18:28:
Nehme ich einen leeren Rucksack auf und schnalle ihn mir auf den Rücken im Stand, tut mir nichts weh. Belade ich ihn und gehe damit los, fängt nach kurzer Zeit durch das Gewicht mein kaputter Rücken an zu rebellieren und ich bleibe stehen vor Schmerzen, auch, wenn meine Begleiter schneller gehen, ich komme dann nicht mehr mit. Ich weiß durch Röntgenbilder, warum das so ist und vermeide es, Lasten zu tragen.
Geschrieben von Skuggi99 am 27.11.2015 um 18:29:
Es geht ja nicht nur ums Röntgen, sondern eher darum heraus zu finden warum das Pferd nicht laufen will. Meine Wahl wäre wohl als erstes ein physio oder osteo und schon auch ein ta.
Geschrieben von Bylgia am 27.11.2015 um 20:03:
@Skuggi99: War alles ja da (wie ich glaub auch schonmal früher geschrieben habe

)
Ansonsten muss ich zu Wisy und Tess sagen: We agree to disagree - und belasse es dabei, da ich nicht denke, dass eine Diskussion was bringt
Korrektur: Bei der Bodenarbeit geht das Pony anscheinend (für seine Verhältnisse) normal vorwärts.
Geschrieben von Tess am 27.11.2015 um 22:44:
| Zitat: |
Original von Bylgia
@Tess, Wisy, Skuggi99, Helmingur: Ich würde genau dann röntgen lassen, wenn das Pferd Schmerzen/Unwillen beim Sattelauflegen oder Rückenberühren hätte - oder wenn mir dies die Chrio/TA nahelegen würde. |
Und DAS eben ist das, was ein Trugschluss sein kann.
Meine Freundin hatte ein PFerd, das beim Reiten ab und an klemmte. Es lief ansonsten locker und fluffig und war nirgends berührungsempfindlich. Sie hatte zwei Jahre lang verschiedene manuelle Therapeuten dran und auch Tierärzte. Ausnahmslos ALLE konnten NIX finden und so ritt sie drüber weg und startete auf Dressurturnieren. Als er nach zwei Jahren anfing nicht nur zu klemmen, sondern auch zu steigen, liess sie dann doch mal röntgen, mit dem Ergebniss, dass er hochgradig Kissing Spines hatte. Ich hab die Röntgenbilder noch irgendwo - der eine Dornfortsatz hat den benachbarten quasi weggefräst gehabt. Armes Pferd!
Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH