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Geschrieben von Ragna am 18.10.2013 um 14:04:

 

Mein erstes Pferd war ein Ekzemer aus Island. So lange ich ihn reiten konnte, sah er immer gut aus. Aber als ich ihn mal für eine Woche auf die Weide stellen musste, war die Mähne ruckzuck weg. Er tat mir so leid. (Damals waren die Decken fast noch im Versuchsstadium.) Zurückschicken konnte man ihn ja nicht.

Mir geht's wie Blesa: Für den Freizeitreiter gibt es genügend Pferde in Deutschland, und die kann er auch ausgiebig probieren. Ekzemer aus Island sind zwar nicht ideal in der Zucht, aber noch akzeptabel. Ein absolutes No-Go ist für mich das Züchten mit außerhalb Islands geborenen Ekzemern. Und dass man aus "Anstand" nicht über das Ekzem oder die Ekzemvererbung von manchen Hengsten sprechen darf, finde ich bedauerlich. Auf Dauer erweisen wir mit dieser laxen Haltung der Rasse der Islandpferde keinen Gefallen, meine ich.

Mir stellen sich auch jedesmal die Haare auf, wenn sich jemand ein Fohlen auf Island kauft und es bis zum Anreiten dort lässt, anstatt es so schnell wie möglich auf den Kontinent zu holen, um das Ekzemrisiko zu verringern. Natürlich kostet die Aufzucht hier mehr, aber das arme Pferd, das als Fohlen womöglich ums Ekzem herumgekommen wäre, muss dann sein ganzes Leben unter dem Geiz seines Besitzers leiden.



Geschrieben von Ögri am 18.10.2013 um 21:33:

 

Zitat:
Original von Miezetier
Zitat:
Original von Ögri

Tja, und sollte mir tatsächlich nochmal ein Pferd in IS in die Arme laufen und ins Herz rennen - ich würde es wahrscheinlich - ihm zuliebe - auf der Insel lasse.

Ich auch! Ich glaube, ich würde es auch einfach nicht über's Herz bringen, ein Pferd aus seiner grandiosen Heimat zu reißen. Wo ja schon mein eigenes Herz auch dort wohnt, dürfte vermutlich auch mein Pferd wohnen bleiben Augenzwinkern


Wahrscheinlich würde ich dann insgeheim denken, es sei ein Zeichen, dass ich selbst doch auf die Insel auswandern sollte. Augenzwinkern



Geschrieben von fjoerdis am 19.10.2013 um 20:01:

 

Also ich seh das ziemlich rigoros. Meiner Meinung nach sollte hier in D kein Pferd zur Zucht zugelassen werden, was Ekzem zeigt oder wenn die direkten Eltern Ekzem gezeigt haben. Sehr oft überspringt das Ekzem ja eine Generation, was es in der Zucht ja noch mal extra risikoreich macht. Mit Ekzem meine ich jetzt auch eindeutig Ekzem, also die allergische Reaktion auf die Kribelmücken. Ich weiß, das es in anderen Rassen so praktiziert wird, aber mit den Isis wird fleissig weitergezüchtet, vor allem, wenn auf sport gezüchtet wird. Was für eine Quälerei das für die Pferde ist, da denken die wenigsten dran. Da das Ekzem vererblich ist, wird es sicher auch von den Importpferden, die hier Ekzem zeigen, weitervererbt.



Geschrieben von Skyggnir am 19.10.2013 um 21:21:

 

Zitat:
Original von Ögri
Zitat:
Original von Miezetier
Zitat:
Original von Ögri

Tja, und sollte mir tatsächlich nochmal ein Pferd in IS in die Arme laufen und ins Herz rennen - ich würde es wahrscheinlich - ihm zuliebe - auf der Insel lasse.

Ich auch! Ich glaube, ich würde es auch einfach nicht über's Herz bringen, ein Pferd aus seiner grandiosen Heimat zu reißen. Wo ja schon mein eigenes Herz auch dort wohnt, dürfte vermutlich auch mein Pferd wohnen bleiben Augenzwinkern


Wahrscheinlich würde ich dann insgeheim denken, es sei ein Zeichen, dass ich selbst doch auf die Insel auswandern sollte. Augenzwinkern

Ganz genau großes Grinsen . Aber dann wäre ich auch wieder zerrissen, weil der Vinur nicht mitkommen dürfte. Ich habe schon ein paar Mal überlegt, an welcher Stelle ich ihn unauffällig an Land schwimmen lassen kann großes Grinsen



Geschrieben von Felischa am 24.10.2013 um 01:45:

 

Ich bin etwas irritiert, wieso ist ein EkzemIsi aus Island bessr als ein EkzemIsi von hier ?
Die hier beheimaten müssen die Veranlagung doch ursprünglich mal von Island mitgebracht haben, somit würde für mich ein Schubberer rausfallen aus der Zucht egal WO er herkommt.
Allerdings würde ich erst 1 jahr abwarten ob es wirklich ein Ekzem ist oder nur die Umstellung/ Mangel/ Stress.

Ich habe ein Shetty/Welsh mit Ekzem gekauft und im Frühling noch gedacht "kriegst" du schon hin.....
JA ich kann für Erleichterung sorgen, aber NIEMALS würde mir in den Sinn kommen mit solch einer Veranlagung zu züchten, dafür gibts doch genug gesunde Pferde.

Ebenso würde ich nie ein durchtrittigen Paso wegen der Genetik einsetzen, oder wenn der Verdacht besteht auf Krankheiten der Eltern.

Eine Garantie hat man leider nie, aber augenscheinlich eingeschränkte Tiere sollte man Pflegen und ihnen eine gute Lebenszeit bescheren aber nicht zu Eltern machen.

Fabiola und Felischa hatten im Hochwasser Jahr auch plötzlich geschubbert, aber bei ihnen war es extremer Zinkmangel, es trat nie wieder auf, nachdem der TA ein Pulver da lies und sich die Werte normalisierten.



Geschrieben von Velvakandi am 24.10.2013 um 03:14:

 

Aber genau da sprichst du doch eins der Probleme schon selbst an...wo fängt Ekzem an und wo hört "einfach mal schubbern" auf? Woher will man wissen, ob das Pferd was sich dieses Jahr ein bißchen kratzt vielleicht nächstes Jahr Schwerstekzemer ist? Oder vielleicht waren es nur Milben, Zinkmangel, Eiweißüberschuß etc. etc. Am Ende hat man einen Hengst kastriert, der gar kein Sommerekzem hat? Viele TA's tun sich nach wie vor schwer mit der Diagnose, Sommerekzem ist ein komplexes Krankheitsbild und es gibt einige "Schubbereien" die eine gleiche oder zu 99% ähnliche Symptomatik hervor rufen.

Und dann kommt noch dazu, dass bei vielem Importpferden oft Jahre ins Land gehen bevor sie Ekzem entwickeln und auch deutsch gezogene Pferde sind nicht davor gefeiht, auch mit 20 noch zum Ekzemer zu werden. Was macht man denn, wenn ein Hengst eine Dekade lang deckt und mehrere 100 Fohlen zeugt und dann plötzlich Ekzem entwickelt? Wer hat dann "Schuld" an der Juckerei der Nachzucht? Die Fohlen kann man ja schelcht "reklamieren"?

Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems. Ein Immunsystem, was von klein auf anders gepolt wurde, reagiert unter veränderten Lebensumständen dann eben mal empfindlicher. Nicht umsonst wird empfohlen, die Pferde möglichst jung zu importieren, weil das Immunsystem dann noch "formbarer" ist. Woher will man wissen, ob ein Hengstanwärter der als Jährling importiert wurde und dann auf dem Kontinent nie Ekzem entwickelt hat, vielleicht ein Sommerekzemer geworden wäre, wenn er schon 7 oder 8 Jahre alt gewesen wäre beim Import? Genau so sieht es nämlich aus, Pferde die potenziell SE bekommen hätten als "Spätimportierte", profitieren von der Chance, die man ihnen gibt indem man sie frühzeitig rüber holt. Da braucht man sich nur die Ekzemstatistiken anzuschauen mit den Importen nach Altersgruppen getrennt um zu wissen, dass da eine große Anzahl "potenzieller Ekzemer" unter den jung importierten sein muß, die aber nie Ekzem entwickeln, weil das Immunsystem die Chance hatte sich anzupassen. Nach der gängigen Theorie müßten sie aber die Veranlagung dann trotzdem vererben (und ich sage absichtlichlicht gängige Theorie, weil die Sache mit der Vererbung von Allergieneigungen ja doch eine komplexe Sache ist). Wie pickt man die raus, die nicht in die Zucht sollten? Der Ekzemtest ist nicht wirklich zuverlässig.

Es ist ja wirklich einfach zu sagen "Ekzemer aus der Zucht", aber in der Umsetzung gestaltet sich das schon etwas schwieriger.

Und warum sagt man dann nicht generell Allergiker aus der Zucht? Pferde können auch gegen Heustaub allergisch sein oder gegen Teebaumöl, Hafer, Penicillin,...wieso gibts da eie "Zweiklassengesellschaft"? Ich persönlich finde Ekzem deutlich einfacher zu händeln als eine Heustauballergie...



Geschrieben von FriggyFrigg am 24.10.2013 um 07:07:

 

Ich glaube so einen wirklichen Kopf um die Zucht mit Sommerkzem machen sich aber auch nur die Islandleute.
Unser schlimmste Ekzemer ist unsere Westfalenstute,
bei denen fällt es durch die Haltung halt meist nur nicht auf.



Geschrieben von Blesa am 24.10.2013 um 09:26:

 

@velvakandi: genau das ist der Punkt, ein Immunsystem muss timuliert, trainiert werden und das gerade in jungen Jahren.
Warum gibt es z.B. bei den menschen immer mehr Allergien? Weil die Kinder viel zu sauber gehalten werden und das Immunsystem nicht trainiert wird zwischen "nicht böse" und "böse" zu unterscheiden und deswegen auf völlig harmlose Auslöser überreagiert.
Natürlich gibt es eine genetische Komponente, aber letztendlich sind die Umwelteinflüsse entscheidender.
Mittlerweile gibt es Forschungsansätze Kindern von Eltern mit schweren Allergien, von Anfang an, vereinfacht gesagt, eine Essenz aus Dreck, täglich zu verabreichen, um ihr Immunsystem zu trainieren.
Der Unterschied zwischen einem Ekzemer aus Island und aus Deutschland liegt also darin, dass der isländische Isländer Zunge raus in Island aufgewachsen ist und sich nicht mit den Kriebelmücken auseinander setzen konnte, dementsprechend reagiert sein Immunsystem hier in De über, weil es sich auch aufgrund des Alters, nicht mehr gut anpassen kann.
Der deutsche Isländer ist aber hier aufgewachsen, d.h. sein Immunsystem wurde von Beginn an stimuliert, dennoch hat er Ekzem entwickelt, hat also eine deutlich stärkere Allergieneigung.

Letztendlich ist Ekzem natürlich Ekzem, ich versuche mit ekzemfreien Elterntieren zu züchten, gebe aber ehrlich zu, das Ekzem bei einem Importhengst jetzt kein Ausschlusskriterium für mich wäre, WENN er mich ansonsten 100%tig überzeugt.



Geschrieben von fjoerdis am 24.10.2013 um 09:48:

 

Ich finde schon, dass man Ekzem recht eindeutig erkennen kann, zumindest nach mehr als einem Sommer. Und wenn ein Importhengst langfristig Ekzem zeigt, sollte er raus aus der Zucht. Natürlich hat man nie eine Garantie, aber wenn man es einfach so plätschern lässt und nicht irgendwo anfängt, kann es ja auch nicht besser werden. Ganz schlimm finde ich halt, dass viele ganz bewusst mit Ekzemern züchten, wenn diese gute sportliche Veranlagungen haben.


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