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Geschrieben von Mior1 am 28.02.2012 um 07:05:
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Original von fjoerdis
Nun hab ich auch mal eine Frage, vielleicht ist sie hier irgendwo schon einmal gestellt oder beantwortet, dann bitte darauf verweisen, aber ich hab grad leider nicht die Zeit, alles durchzulesen. ;-)
Also, wir bekommen ein neues Pferd an den Stall, was zu Passtölt neigt. Man muss den Tölt wirklich gut herausreiten im Vorwärtstempo und dann ist er auch super!!! Das Pferd ist komplett beschlagen und natürlich vorne schwerer als hinten plus Boots. Wir möchten gerne auf Barhuf umstellen, aber der Verkäufer sagt, bei dieser Gangveranlagung verlieren wir dann den guten Tölt. Nun hätte ich gerne ein paar Meinungen von Euch dazu! Ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt vom Barhufreiten und hab auch schon fast den kompletten Stall damit angesteckt. ;-) Wir möchten gerne auch dieses Pferd auf barhuf umstellen. Eine gute Hufpflegerin haben wir auch am Stall, die aber keine Gangpferdereiterin ist. Aber vielleicht kann ich ja von Euch hier ein paar gute Tips mitbekommen? |
genau so ein Pferd hab ich seit Sommer letzten Jahres in der Kundschaft - haben erstmal back to the roots das Pferd über Bodenarbeit besser auf die HH gesetzt, inzwischen läuft er barfuß, töltet Taktklar, kriegt immer mehr Aktion aus der Schulter und kann plötzlich auch ab und zu traben
Geschrieben von fjoerdis am 28.02.2012 um 09:09:
Erstmal danke für die Antworten!
Also Turniersport soll sie nicht gehen sondern sie wird reines Freizeitpferd. Und der Trab ist auch sicher und gut. Nur wie gesagt beim Tölt läuft sie (also auch mit dem jetzigen Beschlag + Boots) erst im Passtölt los, was sich dann aber auflöst, wenn man sie frei und schnell loslaufen läßt. Im langsamen Tempo kommt dann auch wieder Passtölt. Trotz Gewichte. Für mich (Bin kein Profi, ist nur meine ganz subjektive Meinung) erscheint es so, als ob die Gewichte überhaupt erst in diesem schnellen Tempo ihre Wirkung zeigen, also ich kann mir nicht vorstellen, wenn so schon im langsamen Tempo kein Takt da ist, dass das barhuf auch nicht schlimmer werden kann.. Wenn der Tölt bei einem Pferd nur in hohem Tempo gut wird, finde ich das auch nicht so toll.
Unsere Idee ist, sie vielleicht erstmal überwiegend zu traben und dann später vielleicht über den Trab in den Tölt zu finden um besseren Takt zu haben.
Denkt ihr, das kann so gehen? (Lockerheit natürlich immer vorausgesetzt, denn ich denke, alles was bei diesem Pferd Druck macht, führt zu dieser Passklemme..)
Geschrieben von sigga am 28.02.2012 um 09:18:
Mein völlig 'laienhafter' Tip für Freizeitreiter: Setz Dich mal mit Reitpad oder ganz ohne was drauf und versuch mal zu spürden, ob der Passtölt spannig oder locker ist. Wie gesagt, ich bin der Meinung, dass man einem Freizeitisländer durchaus seine natürliche Veranlagung lassen kann. Viel wichtiger wäre dann, die HH zu trainieren, dass er nicht auf der VH latscht und mit entsprechender Kondition und Kraft kommt dann auch sicher mehr Takt.
Wie bereits zuvor erwähnt, das ist meine aus meinen eigenen Erfahrungen resultierende Sicht der Dinge
Geschrieben von rivera am 28.02.2012 um 22:16:
viele "viertakter" haben erst mal ein bevorzugtes tempo, in dem sie den gang am besten laufen. wenn das bei dieser stute vor allem im schnellen tempo ist, hat sie für langsamer vielleicht einfach noch nicht die kraft/koordination/das tragen der hinterhand. das muss nicht daran liegen, dass das gewicht erst im hohen tempo wirkt.
aufbau von muskulatur und koordination, stärken der hinterhand sind dann sinnvoll, der temporahmen, in dem sie gut (für mich: locker und über den rücken) läuft, wird sich dann von selbst erweitern.
Geschrieben von Vinja am 28.02.2012 um 23:35:
Woher kommt eigentlich dieser Trab-Quatsch? Irgendwer muss damit doch mal angefangen haben. Nach wie vor vertrete ich die Meinung dass ein Passtölter durch Trabarbeit nicht besser Tölten wird bzw. dass das was im Trab erarbeitet wird um ihn besser tölten zu lassen auch im Tölt erarbeitet werden kann. Ist auf die Schnelle schon eher pauschal aber vllt. versteht ihr ja was ich meine
Geschrieben von fjoerdis am 01.03.2012 um 17:21:
Also ich meinte das mit dem traben auch eher so um das Pferd locker zu bekommen, da ich den Eindruck hatte, dass der Tölt pass'klemmig' ist. Zumindest halt in dem langsamen Tempo. Also so eher nach dem Motto, das Pferd erst mal locker traben, weil sie den Trab auch anbietet und dann mit dem Tölt quasi noch mal bei 0 anfangen. Dass der Tölt als eigene Gangart erarbeitet werden muss war mir schon klar. Es ging mir nur darum, die evtl. Spannigkeit aufzulösen..
Geschrieben von Funny_Girl am 01.03.2012 um 18:31:
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Original von fjoerdis
Erstmal danke für die Antworten!
Also Turniersport soll sie nicht gehen sondern sie wird reines Freizeitpferd. Und der Trab ist auch sicher und gut. Nur wie gesagt beim Tölt läuft sie (also auch mit dem jetzigen Beschlag + Boots) erst im Passtölt los, was sich dann aber auflöst, wenn man sie frei und schnell loslaufen läßt. Im langsamen Tempo kommt dann auch wieder Passtölt. Trotz Gewichte. |
Meine persönliche Meinung ist, dass eine "Gangart", die nur mit Hilfe von Manipulation in Form von Gewichten o.ä. "funktioniert", absolut nicht erstrebenswert it.
Mit Gewichtsmanipulation ist der Weg zum Gang sicherlich kürzer, aber hat mir Natürlichkeit nichts mehr zu tun.
Wenn die Veranlagung für den Gang da ist, dann sollte reiterlich dran gearbeitet werden, auch wenn das der langwierigere und schwierigere Weg sein dürfte.
Ich wünsch dir viel Erfolg, dass das Pferd bald auch barhuf schön locker töltet.
Geschrieben von Mior1 am 02.03.2012 um 23:41:
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Original von elbja
Woher kommt eigentlich dieser Trab-Quatsch? Irgendwer muss damit doch mal angefangen haben. Nach wie vor vertrete ich die Meinung dass ein Passtölter durch Trabarbeit nicht besser Tölten wird bzw. dass das was im Trab erarbeitet wird um ihn besser tölten zu lassen auch im Tölt erarbeitet werden kann. Ist auf die Schnelle schon eher pauschal aber vllt. versteht ihr ja was ich meine
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ich verstehe was Du meinst und oute mich als einen Vertreter des "Trab-Quatsches", der Trab sollte nicht erzwungen werden, falls er nicht da ist - aber wo Tölt ist kommt auch irgendwann Trab, denn ohne Trab gibt es keinen Tölt
und wenn Trab da ist, dann hilft die GUTE Trabarbeit zehnmal besser zum Erfolg als alles andere, aber gute Trabarbeit kann nicht jeder..........denn dafür muss man erst mal gut sitzen
also entweder an den Boden oder in die Schrittarbeit, wenn man mit Trabarbeit nicht klar kommt, wenn man damit klar kommt, ist es DAS Mittel der Wahl um guten Gang zu erarbeiten
angefangen haben mit dem Trab-Quatsch übrigens die Leute, die sich mit klassischer und anatomischer Pferdeausbildung beschäftigen, die die ganz ganz alten Meister wieder ausgraben
Geschrieben von walkaloosa am 03.03.2012 um 07:54:
Guter Beitrag Mior1! Ich bin auch bekennender Trab-Quatsch Fan
Geschrieben von Vinja am 03.03.2012 um 09:53:
| Zitat: |
Original von Mior1
angefangen haben mit dem Trab-Quatsch übrigens die Leute, die sich mit klassischer und anatomischer Pferdeausbildung beschäftigen, die die ganz ganz alten Meister wieder ausgraben |
Es wird dabei vergessen dass wir fast alle hier Gangpferde haben!
Gehen wir von der Skala der Ausbildung aus sehe ich nichts was man nicht auch im Tölt erarbeiten kann. Ohne Trab gibt es keinen Tölt

und ohne Tölt keinen Trab

das solltest du nochmal genauer beschreiben.
Geschrieben von Mior1 am 03.03.2012 um 18:37:
falsch zitiert, es gibt sehr wohl Trab ohne Tölt aber keinen Tölt ohne Trab
Tölt besteht zu einem Viertel aus einer diagonalen Trabphase, wo es eine Trabphase gibt, gibt es auch Trab - in welcher Qualität und wie viel Arbeit es ist den Trab zu bekommen ist ein anderes Thema
und da ich selber Gangpferde habe, zu 80% Gangpferde unterrichte und ausbilde beziehe ich mich schon vollkommen auf die Gangpferdeausbildung
wenn ich mit Pferden arbeite, die zunächst nur Tölt haben, dann bringe ich denen den Trab an der Hand bei und arbeite sie zunächst im Trab ohne Reiter um Durchlässigkeit, Diagonale und HH aufzubauen. Wenn diese Pferde zu diesem Zeitpunkt bereits geritten werden und unter dem Reiter keinen Trab zeigen - oder der Reiter nicht in der Lage ist den Trab zu reiten, dann arbeiten wir sehr viel im Schritt, aber gymnastizieren auch viel im Tölt und arbeiten dort immer wieder an den lösenden Lektionen und an der Dehnungshaltung
bisher hat sich auch beim eingefahrensten Passgänger irgendwann ein gelöster Trab gezeigt über den wir dann den Tölt weiter fördern und vor allem aus dem heraus wir dann einen anständigen Galopp bekommen haben
ich bin nun mal ein Freund der GGA und will den Tölt "Add on", und bisher hat sich jedes Pferd über diese Art der Arbeit deutlich verbessert - der Tölt ist stets besser geworden - es ist allerdings ein Weg der konsequentes und feines Arbeiten erfordert und bei dem der Reiter lernen muss wirklich gut zu sitzen
aber gutes Sitzen ist für mich eine Sache, die wir den Pferden schulden, wenn wir sie schon nutzen
Geschrieben von Vinja am 04.03.2012 um 01:04:
@Mior1 sag mal täusch ich mich oder warst du mit einem Fuchsschecken auf dem Aegidienbergertag ?
Geschrieben von Vinja am 04.03.2012 um 01:29:
Wir reden glaube ich aneinander vorbei
Zudem gehst du irgendwie garnicht auf dass ein was ich schreibe

Denn eigentlich war ja meine Frage warum man den Weg über den Trab gehen soll wenn man im Tölt genauso arbeiten kann.
Was machst du denn wenn du ein Pferd ohne Trab hast? Also ein Pferd was "genetisch" bedingt nicht traben kann
Über den Sinn von Trabarbeit an sich brauchen wir uns hier sicherlich nicht "streiten "
Geschrieben von Mior1 am 04.03.2012 um 07:32:
Entschuldige, Deine Frage hatte ich so nicht rausgelesen und beantworte sie natürlich gerne
Man sollte - wenn möglich im Trab arbeiten, weil man im Tölt eben nicht die gleichen Effekte erzielt wie im Trab. Ich habe oben ja schon geschrieben, dass ich - wenn nur Tölt da ist - auch im Tölt arbeite und dort die gleichen Lektionen vor allem die Dehnung erarbeite wie im Trab. Bisher ist mir noch keines untergekommen, dass dann nicht irgendwann auch getrabt wäre (und wenns ein halbes Jahr dauert). Aber ich ziehe nicht in Zweifel, dass es solche Pferde gibt, mit denen wird dann eben weiter im Tölt und wenn möglich im Galopp gearbeitet und ganz extrem viel gute Schrittarbeit. Aber Pferde mit dieser Genetik sind in meinen Augen wirklich die Ausnahme.
Zu den Effekten im Trab, das ist eine ganz einfache Biomechaniche Geschichte, der Rücken wird selbst beim lockersten Tölter nie in die streckenden Schwingungen eines guten Trabes kommen, ich kann anatomisch im Tölt die lange Rückenpartie nicht so gezielt muskulär aufbauen und wechselseitig trainieren wie im Trab. Das geht nicht, weil der Rücken im Tölt nicht durchschwingt sondern "rollt".
Es handelt sich bei guter Trabarbeit also um reines "Bodybuilding" und die daraus entstehende Kraft kommt dann dem Tölt und dem Galopp zu Gute. Ohne diesen Kraftaufbau im Trab muss ich viel viel länger aufbauen und viel mehr Arbeit reinstecken, wenn ich die gleiche Kraft in der Oberlinie aufbauen will.
Und ja ich war mit einem "zu braven" Fuchsschecken in Aegidienberg.
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