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Thema: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang
Bægifótur

Antworten: 31
Hits: 3.250
30.11.2019 11:43 Forum: Reiten & Ausbildung


Kaum vergeht ein Monat, schon melde ich mich wieder... Pfeifen Die Schlangenlinien, Schenkelweichen und Schulterherein bei zu viel Vorwärtsdrang vor geplanten Trabstrecken zeigen durchaus Wirkung. Man kann ihn damit zwar auch nicht gleich direkt auf Knopfdruck umschalten, aber es wirkt und bewährt sich.

Da unser "Viereck" derzeit leider nicht bereitbar ist, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und hatte inzwischen tatsächlich zweimal den Unterricht ins Gelände verlagert. Damit es sich lohnt, dann gleich 60 min am Stück.

Anfangs war ich noch etwas skeptisch, ob es sich lohnen wird. Denn wir können natürlich nicht überall etwas üben. Am Ende und Schluss des Ausritt müssen wir durch unser Dorf reiten, 400 m Landstraße sind zurückzulegen, steile Gefälle und Anstiege sind zwischendrin zu bewältigen... Währenddessen kann man halt nur Schritt reiten und nicht wirklich etwas üben. Aber auch diese Zeit muss natürlich bezahlt werden.

Ich habe jedoch gesehen, dass wir auf den guten Strecken dazwischen viel mehr üben können als ich dachte. Dann muss der schwierige Knabe aus seiner Komfortzone raus und auf Privilegien verzichten. Er darf dann z.B. nicht mehr als erster und vorne antraben, sondern muss als letzter und hinten erst im Schritt kurz abwarten und darf dann erst ebenfalls antraben. Das Aufholen muss dann natürlich gesittet und selbstverständlich im Trab erfolgen. Übermäßiger Vorwärtsdrang oder das Fallen in den Pass werden dann mit Durchparieren zum Schritt geahndet. Falls er beim Durchparieren zu störrisch sein sollte, setzen wir noch ein kurzes Rückwärtsrichten drauf. Auch diese Übungen zeigen schon Wirkung. Beim zweiten Unterricht war der Bursche schon kooperativer als beim ersten Mal.

Weitere Übungen sind, dass wir uns im Trab gegenseitig langsam überholen oder an unterschiedlichen Positionen versetzt zueinander reiten. Das geht sogar schon ganz gut. Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, musste ich einmal im Trab bleiben, während meine Trainerin angaloppiert ist, und durfte dann erst mit deutlichem Abstand selbst angaloppieren. Leider konnten wir diese Übung nicht sehr lange hinausziehen, weil dann die galoppierfähige Strecke zu Ende war. Hat jedoch geklappt - und ich denke, ich hätte beliebig weiter im Trab bleiben können.

"Fehlverhalten" möchte sie bewusst provozieren, damit wir das dann auch gezielt korrigieren können. Nach einer Galoppstrecke beim nächsten Antraben hinten als zweiter mit Abstand z.B. bin ich im hurtigen Pass gelandet, statt im gesitteten Trab. Alles klappt also auch noch nicht immer. Aber auf diese Weise kann es meine Trainerin live sehen und wir können daran üben. Sie legt dann darauf Wert, dass ich bei Korrekturen (Tempo einfangen, Kopf nach oben zupfen...) immer nur kurz hinlange und dann schnell den Zügel wieder deutlich nachgebe. Das ist noch ein Punkt, an dem ich an mir arbeiten muss. Ich soll meinem Kandidaten mehr vertrauen, dass er es schon richtig machen wird, bzw. ihm mehr Chancen geben, es ohne ständige Ansage richtig zu machen - und ihm andererseits dadurch keine Gelegenheit geben, sich auf den Zügel zu legen. Bewusst mit der "Gefahr", dass er eben Fehler macht. Dann eben durchparieren, neu antraben, antölten - oder was auch immer.

Ich habe gesehen, dass der Geländeunterricht durchaus viel bringt und werde ihn weiter fortführen. Eventuell probiere ich beim nächsten Mal, ob ich Pferd #2 als Handpferd bis zu einem Parkplatz am Dorfrand mitführe und ich mich dort erst mit meiner Trainerin treffe. Dadurch könnte ich insgesamt 20 min bezahlte Zeit einsparen, bzw. sie noch sinnvoller auf Feldwegen nutzen, statt sie im Dorf zu "verschwenden".
Thema: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang
Bægifótur

Antworten: 31
Hits: 3.250
02.11.2019 20:14 Forum: Reiten & Ausbildung


Okay, ich werde die Masche mit der Kopf-Beschäftigung testen. Schlangenlinien, Schenkelweichen, Schulterherein...

Häufiges Anhalten und Anreiten oder Gangartenwechsel kenne ich auch als Übung, die Pferde aufweckt und munter macht - allerdings auch aufmerksam macht. Aufmerksam wäre natürlich gut, noch munterer wäre schlecht. Ich glaube, das ist für die angesprochene Problematik nicht die richtige Herangehensweise...

Distanzen könnte ich mir prinzipiell als gute Sache vorstellen. Langfristig. Vielleicht. Wenn das verletzte Knie hält. Der Knabe war 1,5 Jahre im Krankenstand und es war lange nicht klar, ob er wieder ein Reitpferd wird. In der ersten Klinik haben sie trotz Endoskopie die eigentliche Verletzung nicht gefunden. Deswegen vergingen lange Monate und es brauchte eine zweite OP in einer anderen Klinik, um überhaupt den wahren Grund für die Lahmheit zu finden und um dann gezielt etwas dagegen unternehmen zu können. Das war natürlich kein optimaler Heilungsverlauf. Ein paar Rückschläge zwischendurch wegen äußerer Umstände machten es nicht besser. Dieses Pferd hat echt viel durchgemacht. Ich bin lange und gewissenhaft mit ihm spazierengegangen. Lange nur 30 min Schritt reiten, geradeaus, harter Boden. Irgendwann kam das OK, dass ich minutenweise die Reiteinheiten verlängern darf. Selbstverständlich immer wieder Kontrollen vom TA zwischendurch. Nach Monaten die ersten paar Meter Trab, usw, usf. Vom letzten Winter bis diesen Herbst haben wir uns von quasi null auf 18 km gesteigert (in hügeligem Gelände). Noch immer lasse ich von Zeit zu Zeit den TA draufschauen, um sicherzugehen, dass sich nichts verschlechtert hat und das Training nicht zu viel war. Manche möglich mich dafür für verrückt erklären, das macht mir nichts. Ich bezahle lieber einen TA "umsonst" fürs Nachgucken, als etwas zu übersehen. Ja, die flotten Galoppaden habe ich selbstverständlich erst eingebaut, als sie offiziell erlaubt wurden. Trotzdem steigere ich ganz gewissenhaft in ganz kleinen Häppchen weiter. Da nun einfach mal in kurzer Zeit von 18 km auf 40 km zu gehen ist außerhalb jeder Möglichkeit. Wir wissen nicht, ob es überhaupt je möglich sein wird oder ob sich vorher das Knie beschwert. Völlig taktrein wird er sowieso nicht mehr traben können. Das steht schon fest. Man wird immer etwas sehen. Besonders auf gebogener Linie. Laut TA hat er keine Schmerzen dabei, aber man sieht es eben. Einen Vet-Check würden wir so natürlich nicht bestehen. Das stört uns aber auch nicht, wir haben keinerlei sportlichen Ehrgeiz und reiten einfach zu unserem Vergnügen.

Achja, vom vorletzten bis zum letzten Beschlag (7 Wochen) ist der Bub in Summe 390 km gelaufen. Es ist also nicht so, dass er völlig unterbeschäftigt wäre. großes Grinsen

Nein, mein Kugelblitz ist von Natur aus so gestrickt, dass er alles am liebsten mit Volldampf macht. Sicher hat man ihm beim Beritt vor dem Verkauf hingedrillt und ihm Dinge beigebracht, die ihm nicht gutgetan haben. Aber die Vollgasmentalität hat er von Natur aus. Das sieht man in vielen Situationen, wenn man ihn nur aufmerksam beobachtet. Auch ganz abseits vom Reiten. Aber er ist trotzdem immer nett dabei. Meistens kann man ihn davon überzeugen, dass man Dinge auch mit weniger Gas erledigen kann. Nur in manchen Situationen muss ich dafür erst die richtigen Knöpfe finden. Dank Eurer Hilfe habe ich nun mindestens einen weiteren Knopf, den ich testen werde. Augenzwinkern
Thema: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang
Bægifótur

Antworten: 31
Hits: 3.250
RE: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang 30.10.2019 19:10 Forum: Reiten & Ausbildung


Sorry, dass ich erst jetzt wieder antworte! Die liebe Zeit...

Das mit der Kopfarbeit zum Ablenken vor den geplanten Trab- oder Galoppstrecken sehe ich momentan als vielversprechend an. Das möchte ich auf alle Fälle ausprobieren. Könnt Ihr mir konkrete Tipps dafür geben? Achten auf einem Feldweg zu reiten, fällt jedenfalls definitiv aus. Dabei hätte ich schon bei einem völlig gesunden Pferd kein gutes Gefühl, weil die Wendungen für meinen Geschmack viel zu eng ausfallen. Bei meinem Kandidaten mit dem stark verletzten Knie kommt das erst recht nicht in Frage. Schulterherein ginge, Schenkelweichen, Anhalten, Rückwärtsrichten... Würdet Ihr das dafür für sinnvoll halten? Was noch? Wie gesagt, keine engen Wendungen, usw...

Tölt übe ich derzeit übrigens nur auf dem Reitplatz, nicht im Gelände. Beim Ausreiten gibt es momentan nur Schritt, Trab, Galopp. Monatelanges Schrittausreiten habe ich Anfang des Jahres schon hinter mir. Daher sehe ich keinen Sinn darin, wieder darauf zurückzugehen. Damit wird er dann irgendwann langsam und lustlos. Das sollte aber nicht Sinn der Übung sein.

Während einer Trabstrecke fängt er auch nicht an, rennen zu wollen. Wenn er mal sauber im Trab ist, dann zieht er das auch sauber durch. Wenn ich es mir so recht überlege, dann gibt es auch während des Galoppierens kein Problem. Auch dabei ist er in letzter Zeit in angenehmem Tempo geblieben, ohne dass ich ihn hätte zurückhalten müssen. Eigentlich ziemlich gut im Sinne des Signalreitens, das immer mein Ziel ist. Das sollte ich vielleicht auch noch erwähnen. Ich erwarte natürlich nicht 100%-ige Perfektion dabei, aber im Großen und Ganzen haben das bisher alle meine Jungs mit der Zeit für meine Ansprüche prima hinbekommen.

Das Problem beginnt eigentlich erst, nach einer Galoppstrecke, wenn der Knabe am liebsten immer weiter galoppieren würde oder zumindest über einige Zeit intensiv nachfragt, wann er denn endlich wieder gasgeben darf. In dieser Situation kommt dann leider Spannung ins Pferd vom Zurückhalten. Vielleicht fehlt mir dafür auch noch die richtige Technik... Und wenn wir dann wieder bewusst antraben wollen, dann kommt vor lauter Spannung und Vorwärtsdrang Pass und dann sind wir auch so weit, dass wir die Bremse nicht mehr so richtig finden. Glücklicherweise macht der Knabe dann nichts schlimmes, außer eben zu rennen. Meistens wird das nicht einmal besonders schnell. Aber durchparieren zum Schritt dauert dann oft eine längere Strecke.

Leider hört der bewusste Kandidat nur auf diejenigen Stimmkommandos, die beschleunigende Funktion haben. Falls es eine Chance gibt, irgend etwas misszuverstehen, dann gibt er sich Mühe, alles so misszuverstehen, dass für ihn möglichst schnelles Rennen dabei herauskommt. Zunge raus Für bremsende Kommandos ist er ziemlich taub. Eigentlich könnte man sich ständig scheckig lachen mit ihm. Er ist ja schon ein Sonnenschein und Wonneproppen. großes Grinsen

Ein anderer Knabe von mir hört dagegen so gut vor allem auf bremsenden Stimmkommandos, dass ich jeden davor warne, bevor ich jemandem auf ihn reiten lasse. Sonst kann es sein, dass der Reiter plötzlich ohne Pferd weiterreitet, wenn er im flotten Trab oder Galopp unbedacht das Kommando "Scheeeritt!" zu intensiv ausspricht. großes Grinsen Man kann die Intensität der Bremsung aber wunderbar variieren, je nach dem, wie laut und intensiv man das Kommando ausspricht. Ich staune selbst immer wieder. Er reagiert da so direkt und schnell darauf, dass ich das Wort gar nicht weiter als bis "Sche..." aussprechen kann, dann befindet er sich bereits im Schritt. smile Okay, wieder zurück zum Thema...

Eines sollte ich vielleicht auch noch erwähnen: Es sind keine Turniere oder irgendwie gearteten sportlichen Veranstaltungen vorgesehen. Hauptaufgabe für meine Jungs sind lange Ausritte und Wanderritte. Dennoch gibt es mehr oder weniger regelmäßig Gymnastizierung im Viereck und Unterricht - so oft es die Umstände zulassen. Das Problemkind wurde in Dänemark gezogen und grundausgebildet. Es wäre theoretisch möglich, dass er dort dann eine Weile im Touristenbetrieb gegangen ist. Vielleicht hat er aber auch etwas völlig anderes gemacht... Achtjährig ist er jedenfalls nach Deutschland verkauft und in einem großen, bekannten Islandpferdebetrieb schnell aufgebrezelt worden. Das ist mir leider erst nach dem Kauf bewusst geworden. Ich war dann erst einmal ziemlich enttäuscht und fühlte mich übers Ohr gehauen, als ich herausgefunden habe, dass er gar nicht so ist, wie er mir verkauft wurde. Er durfte dann aber trotzdem bei mir bleiben, weil er so ein netter und herzensguter Kerl ist. Wenig später kam dann auch schon die Knieverletzung. Tja, so sind wir jetzt beisammen und könnten uns vermutlich beide nicht mehr vorstellen, getrennte Wege zu gehen.

Die aufrichtende Wirkung des Gebisses (wenn man bewusst nach oben zupft), kann ich gut gebrauchen, da mein Problemkind dazu neigt, den Kopf zu tief tragen zu wollen. Deswegen - und aus anderen Gründen - gehe ich davon aus, dass momentan ein gebissloser Zaum suboptimal wäre. Wobei ich grundsätzlich jedoch dem gebisslosen Reiten aufgeschlossen gegenüber stehe. Meinen Senior (inzwischen in Rente) habe ich etliche Jahre vor seinem Ruhestand gebisslos geritten.
Thema: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang
Bægifótur

Antworten: 31
Hits: 3.250
RE: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang 27.10.2019 23:03 Forum: Reiten & Ausbildung


Huch, mit so vielen Antworten in so kurzer Zeit hätte ich jetzt nicht gerechnet... Ich versuche mal eine Art Sammelantwort.

@Lexi: Ich könnte meine Trainerin schon mit ins Gelände nehmen. Nur würde das vermutlich eine teure und ineffektive Angelegenheit werden. Wir müssten schon wenigstens 1 h, besser 1,5 h ausreiten, um das Problem sichtbar zu machen und auch auf "geeignete" Strecken zu treffen. Dann können wir in 90 bezahlten Minuten vielleicht 5 Minuten am Problem arbeiten... Oder mit etwas "Pech" tritt es an diesem Tag vielleicht gar nicht auf.

@Vinja: Ich habe schon herausbekommen, dass es kontraproduktiv ist, mit besagtem Kandidaten auf immer den gleichen Strecken die gleiche Gangart zu reiten. Der Bursche ist ein großer Auswendiglerner. Wenn ich das zu oft hintereinander mache, dann besteht er dort so hartnäckig darauf, dass wir dort nicht mehr entspannt eine niedrigere Gangart reiten können - und vielleicht gar nicht mehr, weil er sich nicht mehr bremsen lässt. Oder er landet im Pass, weil er sich so reinsteigert und anspannt. Eine uralte Grundregel besagt ja eigentlich auch, dass man eben nicht immer an den gleichen Stellen einen Gang hochschalten, bzw. nicht immer auf den gleichen Strecken die gleiche Gangart reiten soll. Bei meinen anderen Jungs ist das nicht so tragisch. Bei diesem Buben leider schon. Gleichzeitig haben wir leider nicht so viele Auswahlmöglichkeiten in unserem Gelände. Es gibt gewisse Strecken, auf denen gewisse Gangarten möglich sind - die nutzen wir dann natürlich auch gerne und oft dafür. Aber dazwischen muss ich bewusst aus erzieherischen Gründen mal einen Gang niedriger Reiten, sonst läuft es ganz aus dem Ruder. Alleine darauf lässt sich das Problem jedoch auch nicht reduzieren. Dieser Kandidat schlägt auch mal in völlig neuem Gelände auf passenden Strecken vor, dass man dort gerne ein, zwei Gänge hochschalten könnte. Er kann wunderbar Strecken "lesen" und sie auf ihre Eignung für höhere Gangarten beurteilen. Schlauer Kerl...

@Lieschen: Sein Gleichgewicht ist durchaus noch ausbaufähig. Er mag jedoch dann am liebsten schnell rennen, wenn er noch bestens bei Kräften ist. Wird er doch mal müde (was bei ihm inzwischen nicht mehr oft vorkommt; am ehesten noch jetzt im für den Plüschi viel zu warmen Herbstwetter), dann mag er auch nicht mehr rennen. Dann wird er eher trödelig, kommt aus dem Takt, usw.

@Helmingur: Nach meinem Gefühl möchte er einfach nur rennen. Kennst Du eine Methode, um das sicher voneinander trennen zu können?

@Schnucki10: Ich muss noch erwähnen, dass wir den Tölt derzeit nur auf dem Reitplatz alleine üben. Im Gelände und vor allem in der Gruppe würde dabei noch nichts vernünftiges dabei herauskommen. Er hatte schon immer das Problem, dass er seinen Kopf recht tief tragen möchte - und es ihm dabei auch noch am liebsten wäre, wenn der Reiter seinen Kopf trägt. In Schritt, Trab und Galopp ist das eigentlich schon lange kein (großes) Thema mehr. Im Tölt sind wir gerade dabei, mit ihm zu üben, dass er den Kopf oben behält, sich selbst trägt und sich dabei mit möglichst feinen Hilfen im Tempo regulieren lässt. Alleine auf dem Reitplatz klappt das schon immer besser. Darauf beschränken wir uns aber auch, um es nicht wieder zu versauen.

@Atli: Keine Sorge, ich lasse den Knaben nur auf mein Kommando Gänge hochschalten und lasse ihm im jeweiligen Gang auch nur mit meiner Zustimmung das Tempo hochschrauben. Mir ist klar, dass ich verloren hätte, wenn ich ihm dies durchgehen lassen würde. Im Trab muss ich schon auch deswegen das Tempo beschränken, weil er sonst im Pass landet. Im Galopp braucht er ein gewisses Mindesttempo, damit er überhaupt galoppieren kann, das muss er bekommen, sonst klappt es nicht. Aber auch hier gilt, dass weiteres Beschleunigen nur mit meiner Zustimmung (und der meiner Mitreiter) stattfindet. Das findet er nicht immer toll, akzeptiert dies im Normalfall jedoch.

Gelegentlich ist er aber in einer Stimmung, in der er sich dann nicht oder kaum mehr bremsen oder durchparieren lässt. Wenn überhaupt, dann mit langem Bremsweg und ziemlich unschön viel Zügeleinwirkung. Für diese Momente bräuchte ich eine Lösung oder ein Rezept.

@snokil: Meinst Du gezielt in der Situation, die ich einen Absatz weiter oben beschrieben habe? Hm. Ich muss zugeben, dass ich das noch nicht so richtig probiert habe. Das könnte ein interessanter Ansatz sein. Hast Du zufällig Erfahrung, welche Übungen dabei am besten funktionieren? Sie müssten auch auf relativ schmalen Feldwegen ausführbar sein. Volten oder Kehrtvolten z.B. verbieten sich, da ich sein verletztes Bein nicht mit zu engen Wendungen überlasten möchte. Ich könnte mal Schenkelweichen, Schulterherein, Anhalten, Rückwärtsrichten probieren... Wobei ich mir unsicher bin, welche Lektionen dafür eigentlich gut und welche kontraproduktiv sind...

Achja, wenn ich mit ihm einen reinen Schrittausritt mache oder vielleicht noch die eine oder andere kurze Trabstrecke einbaue, dann hält sich sein Vorwärtsdrang in Grenzen. Je höher die Gangart und je länger die Strecke damit, desto mehr Vorwärtsdrang bekommt er.
Thema: Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang
Bægifótur

Antworten: 31
Hits: 3.250
Pferd steigert sich in zu viel Vorwärtsdrang 27.10.2019 09:03 Forum: Reiten & Ausbildung


Hallo zusammen,

ich bin hier schon "ewig" angemeldet, habe aber auch genau so ewig schon nichts mehr hier geschrieben. Oder habe ich hier etwa noch gar nichts geschrieben? verwirrt Nun hätte ich jedenfalls eine Frage an Euch... Eines meiner Pferde (Isländer, Wallach, Fünfgänger, 10 Jahre alt, hatte eine nicht so optimale Grundausbildung) macht mir nämlich gerade etwas Probleme.

Wenn man ihn im Stall oder auf der Weide sieht, wirkt er wie eine gaaanz gemütliche Plüsch-Knutsch-Kugel. Tatsächlich ist er von Natur aus jedoch sehr motiviert, in allem was er tut. Erste Lieblingsbeschäftigung von ihm ist schnell fressen, seine zweite Lieblingsbeschäftigung ist schnell rennen. großes Grinsen Alles, was er macht, macht er am liebsten mit Vollgas. Selbst Ruhepausen. Zunge raus Ja, klingt witzig, ist aber so. Selbst wenn er bei einem Ausritt gerade noch mit Schmackes galoppiert ist, danach im Trab oder Schritt das wilde Tier markiert hat, das gerade noch so zu bremsen ist - halte ich ihn an, um Pause zu machen, dann schaltet er augenblicklich auf Standby, klappt die Ohren zur Seite, Augenlieder auf Halbmast, legt seinen Kopf an meine Brust und döst. Da können Radfahren, Hunde und Traktoren vorbeibrettern - er döst. Wenn es weitergehen soll, muss ich ihn erst aufwecken. Nachdem er wieder wach ist, bekommt er dann gleich wieder kräftig Vorwärtsdrang. So weit noch alles prima. Dies sollte nur als Beschreibung seines Charakters dienen.

Nach einer langen Verletzungspause habe ich ihn seit letzten Winter ganz langsam und behutsam wieder auftrainiert. Erst durfte er lange nur kurze Schrittausritte gehen. In dieser Phase war seine Motivation ziemlich gedämpft, er ist direkt faul und langweilig geworden. Je mehr ich wieder höhere Gangarten dazumischen durfte und je länger die Ausritte geworden sind, desto mehr ist er auch wieder geistig aufgewacht. Im Sommer war dann sein Laufwillen größer als je zuvor. Er hat ständig nachgefragt, ob er nun endlich wieder rennen darf und wenn man dies nicht ganz klar verneint hat, dann hat er auch jede Chance ausgenutzt, das zu tun. Wenn er bewusst rennen durfte, dann wurde er nicht irgendwann müde, wie die meisten Pferde - sondern hat immer mehr Vorwärtsdrang entwickelt, je länger die Trab- oder Galoppstrecke war. Er hat sich da richtig hineingesteigert. Da er dabei jedoch noch nie etwas blödes gemacht hat und einfach nur aus Spaß an der Freude schnell gelaufen ist, gab es bis dahin noch kein Problem und wir haben uns darüber amüsiert, wie (über-)motiviert er ist. Wir haben im Trab über 20 km/h und im Galopp an die 40 km/h erreicht. Es hat einfach Spaß gemacht, auf so einer Powermaschine zu sitzen. Erst recht nach der wirklich langen Verletzungsphase, während der anfangs nicht klar war, ob und wie der Knabe überhaupt wieder reitbar werden würde.

Dann kam die Phase, in der wir seinen gelegentlichen Gangsalat besser in den Griff bekommen und gleichzeitig bewusst wieder tölten wollten. Den Tölt hatte ich erst im Spätsommer wieder mit ins Programm genommen. Dazu sollten wir den Trab nicht mehr im Entlastungssitz reiten, sondern stattdessen leichttraben, um ihm zu verdeutlichen, wann Trab und wann Tölt gewünscht ist. Das ist dem Patienten zuerst schwergefallen, klappt mittlerweile jedoch gut. (Renn-)Pass reiten wir nicht, zumindest nicht absichtlich. Augen rollen

So weit immer noch kein wirklich Problem. Das kommt jetzt: Inzwischen ist es oft so, dass der Knabe anfangs noch brav ist und das gewünschte Tempo und Gangart geht. Während des Ausritts steigert er sich jedoch oft durch das Reiten in höheren Gangarten in immer mehr Vorwärtsdrang hinein. Wenn man dann irgendwo antraben möchte, dann hat er zuvor schon so viel Vorwärtsdrang, dass man ihn stark zurückhalten muss. Dadurch bekommt er wiederum viel Spannung. Und der Reiter bekommt dann nur Pass statt Trab. Gleichzeitig ist es dann oft so, dass sich der Knabe dann gar nicht mehr zum Schritt durchparieren lässt, sondern einfach dahinpasst. Genau das ist nun das angesprochene Problem.

Von meinen anderen Isländern, die ich habe oder hatte, kenne ich solches Verhalten nicht. Die mussten eher immer motiviert werden. Auf dem Reitplatz haben wir seinen Vorwärtsdrang im Griff, da konnte mir meine Trainerin auch helfen. Aber im Gelände beim Ausreiten kann ich schlecht meine Trainerin mitnehmen. Daher wollte ich Euch fragen, ob Ihr Erfahrung mit solchen Pferden habt und mir Tipps geben könnt...

Danke schon mal und viele Grüße!
Thema: Erfahrungen mit 3-Gang Isländern
Bægifótur

Antworten: 35
Hits: 9.475
RE: Erfahrungen mit 3-Gang Isländern 24.12.2016 17:57 Forum: Allgemeines zum Thema Gangpferd


Zitat:
Original von Pony007
Wie sehen euere Erfahrungen mit sogenannten 3-Gändern aus?
Sind die Gangarten bei angepriesenen 3-Gänger wirklich klar getrennt oder ist es ab und zu ein Gangsalat?

Ich besitze einen 3-Gang-Isi mit Schritt, Trab und Galopp. Seine Gänge sind klar getrennt und so gefestigt, dass man den Takt nicht einmal mit Absicht verschieben könnte. Man könnte sagen, er läuft wie ein Uhrwerk.

Daneben besitze ich auch noch einen 5-Gänger (4-gängig geritten). Beide Pferde besitzen ihre ganz eigenen Qualitäten. Für mich persönlich würde nichts dagegen sprechen, wieder einen 3-Gänger mit Schritt-Trab-Galopp zu kaufen, so lange alles andere am Pferd meinen Vorstellungen entspricht.

Frohe Weihnachten!
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